Family Matters Podcast

Folge 016

Veröffentlichung: März 13, 2026

Folge 016

Eheverträge…und der Tod als Gestaltungsmittel?

Eine Ehe, viele Möglichkeiten – vom Zugewinnausgleich über Unterhalt bis zu internationalen Rechtsfragen. Eine Folge über Vorsorge, Vermögensschutz und die überraschende Erkenntnis, dass selbst der Tod in juristischen Konstruktionen manchmal als Gestaltungsmittel auftaucht.

FamilyMattersPodcast

Familienrecht

Verfahrensbeistand

Kindeswohl

HKÜ

Kindesentführung

Rechtspodcast

Justizalltag

Sorgerecht

Gerichtsgeschichten

PodcastBerlin

Jurapodcast

Familiengerichte

Elternkonflikt

TrueCrimeFamilienrecht

Hochstrittigkeit

Wechselmodell

Kindeswille

Loyalitätskonflikt

Kontinuität

GenerationZ

Genderdiskussion

Internationales Familienrecht

FallBlock

FallEchternach

FamRZ

Ehevertrag

Scheidung

Zugewinnausgleich

Versorgungsausgleich

Im Transkript Suchen

00:00:03 Triggerwarnung: Wir bei Family Matters sprechen ja über Themen aus dem Familienrecht, also über existenzielle Konflikte, emotionale Ausnahmesituationen, tragische Schicksale. Es geht also um Kinder, um Trennung, um Eltern, um Verlust, um Gewalt und Entscheidungen, die das ganze Leben verändern können. Uns ist das klar, wir lachen zwar auch mal zwischendurch oder witzeln rum, aber manche Geschichten können wirklich belasten. Hört also bitte nur zu, wenn ihr euch dazu emotional in der Lage fühlt. 00:00:37 Achtet gut auf euch. Family Matters, euer Familienrechtspodcast mit Ann-Marie Steiger und Andreas Hanke. Hier geht es um mehr als Gesetze. Wir sprechen auch über Kindeswohl, psychologische Hintergründe, familiäre Krisen, mögliche Lösungen und das Hilfesystem. aus verschiedenen Perspektiven, weil es mehr als eine Wahrheit gibt. 00:01:14 So, hallo ihr Lieben, da sind wir wieder. Hi, Andreas. Ich bin richtig beseelt, das habe ich dir ja schon draußen im Flur erzählt, als wir gerade hergekommen sind, weil ich mit dem Fahrrad hergekommen bin und der Akku ist aus. Wie, wie der ist ausgegangen? Ja, also ist nicht richtig geladen gewesen. Und jedenfalls, liebe Hörerinnen und Hörer, für alle, die ihr keine Berlin-Fans seid, müsst ihr es jetzt werden, weil ich bin natürlich als Geborener, du bist ja auch, wir sind ja beide Berliner hier, immer total beseelt von meiner Stadt, wenn ich einfach Yorkstraße, Mehringdamm, Hermannplatz, Rathaus Neukölln bin ich jetzt durchgefahren und die Leute sind einfach alle auf der Straße und man spürt diesen kommenden Frühling, der ja schon da ist. 00:01:56 Wir sind ja von 8 auf plus 10 Grad hier geschnellt, und ach, da ist die Stadt einfach toll und es gibt einfach irgendwie, weiß ich nicht, so diese greifbare Lebensfreude, die da auf der Straße lang läuft und dann hab ich mir noch einen vegetarischen Döner geholt, irgendwo am Mehringdamm, gibt es einen sehr guten, vegetarisch. Ja, halt ohne Fleisch und ja, das ist einfach irgendwie Lebensgefühl und so ein bisschen so der Winter, der dunkle Winter streift ab. Ja, ja, ich kann mich da nur anschließen, seit Ende letzte Woche hab ich mich auch wieder aufs Fahrrad geschwungen. 00:02:30 Ja, mit Helm und auch heute, ich bin heute Morgen von zu Hause nach Kreuzberg gefahren zum Gericht. Also du fährst durch den Gleisdreieckpark und dann fährst du kurz vorm Amtsgericht Kreuzberg über diese kleine Brücke und dann zwischen Brücke und Tempodrom sind es irgendwie 50 Meter oder 100 Meter und dann kannst du runterfahren. Da standen Ordnungsamtsmenschen, der Wahnsinn. Und die haben gesagt, das ist eine Grünanlage. und ich so, wo ist denn das Grün? ’Ne Grauanlage. 00:03:00 Ja. Und die haben mir 30€ abgenommen. Was? Ja. Ist aber unbarmherzig, finde ich. Absolut. Ich fahr immer über die Brücke dort, um ehrlich zu sein. Ich auch. Ja, jetzt müsste man auf der Brücke quasi absteigen und dann 100 Meter schieben und dann wieder aufsteigen. Na ja, dann war ich in Kreuzberg, mein Termin hat 5 Minuten gedauert, wo sich alle einig waren. Wirklich? Ja. Und das ist ja toll. Und es ging nicht um Umgang, es ging um Sorgerechtsentzug und es waren sich alle einig, waren sich alle einig. 00:03:33 Und dann hatte ich auf einmal Zeit gewonnen und dann bin ich den Gleisdreieckpark weitergefahren, weil ich musste dann danach nach Pankow und habe dann dort in diesem Jules, also im Coworking Space, habe ich da ein bisschen gearbeitet, dann noch Pankow, von Pankow, dann hierher und auf dem Weg habe ich auch einen Döner gegessen. sehr gut, aber kein Vegetarischer natürlich. Ja, ich bin ja ein Berliner, ich bin ja ein gebürtiger Pankower, ich bin gebürtiger Prenzlauer Berger. 00:04:04 Man kann ja nicht so richtig mehr Berlinern, ne, ne, jetzt du sagst, ey, was läuft mit deiner Atze oder so, ich trau, ich trau mich nicht mehr, ich trau mich das auch nicht mehr, aber manchmal in so Kreisen, ne, und dann kommt, ja, früher in der Schule haben sie mir das vorgeworfen, also Andreas würde viel zu stark Berlinern, so und dann hab ich während des Studiums, liebe Hörer und Hörer, das waren gerade nur ein Ausrutscher, wir machen das jetzt nicht ständig, keine Sorge, für die lieben Leute aus dem Süddeutschland oder wie auch immer, wer uns zuhört aus dem Ruhrgebiet, wir versuchen uns schon verständlich zu verhalten. 00:04:34 Aber ich jedenfalls, was meinst du, dass wir nicht mehr Berlinern, ja, wir versuchen es doch, was, na jetzt nicht, nicht im Alltag auf einem Podcast, meine ich, wir wollen ja keinen vor den Kopf stoßen und dann war das irgendwie, tatsächlich so ein bisschen verpönt, auch im Studium, komischerweise, aber irgendwie finde ich es doch sehr charmant, auch wenn ich meine Kinder in Berlinern höre, manchmal ist viel seltener als bei mir, bei uns war es schon noch sehr breites in Berlinern so, aber finde ich irgendwie süß. Ich glaub, ich hab das versäumt, das meiner Tochter beizubringen. 00:05:05 Ich mach es manchmal, ne? Also dann fragen sie auch so, weiß ich nicht genau, manchmal mach ich es ja aus Spaß oder so, am Armbrustfisch oder irgendwie bei Gelegenheit behindert man dann sehr stark und dann, dann hören sie sich das schon an und manchmal kommt dann auch so ’n Wort, da bin ich natürlich dann sehr stolz. Ja, ja, ich mach das immer, wenn andere Leute in Berlinern und dann rutsch ich da auch so rein. Ja, oder wenn, ne, dann redet man mit einem Mandanten und du merkst, der wird den dann stark und dann sagst du so, Juti, wa und dann so und dann merken die gleich oder oder neulich, das war ja ganz krass, das darf man gar nicht erzählen. 00:05:35 Ja, jetzt musst du leider, jetzt musst du was erzählen. Ich hatte dir die Geschichte erzählt, wo ich im Bezirksamt in Pankow war, nee, wir stellten jedenfalls fest, dass die Pässe unserer Kinder abgelaufen waren. Und nun muss man ja auch, wenn man innerhalb Europas reist, außereuropäischer sowieso, muss man ja die Pässe dabei haben, vorzeigen, zumindestens manchmal muss man die in Italien und so im Hotel registrieren. Und wir stellten fest, wir haben die, also weiß ich nicht, haben wir einfach versäumt, sind abgelaufen und dann ist ja dieses Termin bekommen beim Bürgeramt und so. 00:06:07 Na jedenfalls hatte ich entschieden, ich geh einfach spontan hin. Fotos haben wir gemacht und ich merkte schon, muss dazu sagen, ich hab am Bezirksamt Pankow mal meine Referendarstation gemacht im Bauamt dort und kenn natürlich die Räumlichkeiten und so, da hab ich gesagt, na ja, wenn mich einer fragt, sag ich, na ich war ja auch mal ihr Referendar und so, ne, hat sich schon bisschen überlegt, jedenfalls merkte ich, dass die Frau, die uns dann begrüßte, total stark behindert hat, so und dann hab ich das halt auch gemacht, meine 3 Kinder gesagt, ihr müsst jetzt mal ganz traurig gucken, weil wir brauchen schnell einen Termin. 00:06:39 und ja, na ja, eigentlich, eigentlich kommen sie ja hier, ist schon nach 16:00 Uhr und zurück, kriegen sie keinen Termin mehr. Und dann hab ich gesagt, na ja, aber gucken Sie mal, wir wollen noch in Urlaub fahren, die 3, die müssen, die wollen mitfahren, können sie doch jetzt nicht. Und dann hab ich jedenfalls, hat dieses gemeinsame Berlin dann uns total verbunden, so und dann hat die halt gesagt, kommen Sie rein hier und dann machen wir das so. Boah, das ist ja nett, gleich noch Führerschein verlängert und gleich noch, gleich noch, was wollen sie noch. Tut mir leid, alle ihr da draußen, die Zugezogenen. 00:07:09 Wieso musst du überhaupt den Führerschein verlängern? Ich hab 1999 einen Führerschein gemacht, das war jetzt der Jahrgang, wo wir einen neuen brauchten. Also du hast jetzt deinen Papierführerschein abgegeben? Nee, ich hatte schon eine Karte, die musst du trotzdem erneuern. Wirklich, mhm, die 99er Jahrgänge waren jetzt dran im Januar. Wir schweifen heute ab, wir verdienen dann sehr viel. Liebe Hörer, vielen Dank für eure Geduld. ist es OK, wenn wir weitermachen an Marie. Ja, ich fand es, ich fand es echt witzig mit den Kids, wir haben auch wirklich viel Feedback bekommen. Ja, erzähl mal, was war dein Feedback? 00:07:40 Ne, wir haben tatsächlich über LinkedIn und auch andere Kanäle 2 oder 3 Richter geschrieben und Richterinnen und dann doch eigentlich relativ viele Kolleginnen und Kollegen haben sich gemeldet. Natürlich auch Leute, mit denen man immer schon ein bisschen Kontakt hat und so, wo ich weiß, die hören den Podcast, die fanden das alles ganz toll. irgendwie inspirierend, auch ein oder andere 2 Stimmen, so aus dem Bekannten und Freundeskreis. Und es gab auch kritische Anmerkungen, so ja, muss man jetzt Kinder mit mit dem technischen Begriff Kindeswohl konfrontieren, ist es nicht, ja, das sind die Kinder aus der Sphäre gewesen, die kennen das eh schon, genau. 00:08:14 Und ja, ich hab mich ja auch nicht groß vorbereitet auf die Folge damals, aber es war irgendwie für mich selbst überraschend. Wie war es, wie war es für dich? Ich fand es sehr schön, war deine Tochter auch dabei. Ja, Erst hatte sie ja ohne Probleme zugestimmt, dass sie mitmacht, um dann ihre Zustimmung wieder zurückzuziehen. Oder ja, das hat sie nicht gemacht, aber mein letzter Stand war, dass sie sich ihnen nicht angehört hat. Wirklich, ich fand, darf man ja sagen, die hat das so toll gemacht und irgendwie sehr, sehr aus dem Herzen kam das so. 00:08:48 Total, ich fand es auch voll gut. Ja, ja, hast du dich denn für diese Folge vorbereitet? Ja, war das ja sehr gut. Ich bin aufmerksamer Zuhörerin. Na ja, ja, wir wollen es ja im Gespräch machen, aber wir haben uns vorgenommen, dass wir mal was über Eheverträge erzählen wollen. Wir haben ja so viel über Kindschaftssachen geredet bisher und wir sind ja ein familienrechtlicher Podcast und ich hatte in letzter Zeit auch natürlich als Notar, aber auch als Rechtsanwalt viel mit Eheverträgen zu tun oder in den vergangenen Jahren schon immer, aber in den letzten beiden Jahren doch sehr intensiv viel, auch mit relativ komplizierten und. 00:09:25 irgendwie, aber auch kreativen Gestaltung. Und ich dachte, wir nehmen euch da einfach mal ein bisschen mit, lieber Hörer und Hörer, was ist überhaupt ein Ehevertrag, wofür brauche ich den? Und viele kennen es ja nur so als Schreckgespenst, oh mein Gott, der reiche Geschäftsführer schließt ein Ehevertrag ab, damit die junge Frau nichts bekommt oder so. Aber natürlich ist ein Ehevertrag ein Mittel, was gefühlt, ich glaube auch statistisch gesehen, immer häufiger genutzt wird, um einfach sich, Man muss es sagen, man gibt seiner Ehe so eine Satzung. Also, man kann es sich vereinbaren, hat eine Satzung und eine Ehe ist ja auch eine. 00:09:57 Ja, eine Ehe ist natürlich eine Gemeinschaft und entsteht aus einer Liebesbeziehung. Aber letztendlich erfüllt ja eine Partnerschaft oder eine Ehe auch viele Kriterien jetzt einer zum Beispiel Gesellschaft bürgerlichen Rechts, indem man nämlich sich unter einem gemeinsamen Zweck zusammentut. Und es ist in der Ehe natürlich ganz oft die Kindererziehung. Es gibt ja auch Ehen, da gibt es keine Kinder, die haben dann manchmal auch einen anderen Zweck. Es gibt natürlich. keine Ahnung, auch sagen, ja, wieso benutzt man das Wort Zweck überhaupt, kann ja auch zweckfrei sein, man liebt sich einfach, aber wie wir kennen das ja alles, irgendwie die das Verliebtsein vergeht, die Liebe kommt und dann muss eine Ehe letztendlich im heutigen Alltag ja auch einfach funktionieren. 00:10:35 So und für viele ist es gut, die sich eben Gedanken machen, für viele ist es gut zu wissen, OK und wenn das nicht mehr funktioniert, was passiert denn dann wirtschaftlich, denn der Ehevertrag regelt ja die Scheidungsfolgen. Genau, die Scheidungsfolgen und ich kann dir mal einfach erzählen, wie es so aussieht, so ein typischer Ehevertrag. Oder hast du irgendwie schon eine Frage jetzt am Anfang oder also, wenn man einen hat, einen Ehevertrag, dann im Falle der Scheidung muss man sich nicht mehr auseinandersetzen, wirtschaftlich. 00:11:07 Genau, wenn du alle Scheidungsfolgen im Ehevertrag geregelt hast, dann kann es sein, dass es, keine gerichtliche Notwendigkeit mehr gibt. Ja, und Scheidungsfolgen sind nur finanzielle Fragen. Ich kann das ja mal kurz zusammenfassen. Also, was haben wir denn an Scheidungsfolgen überhaupt? Wir haben ja einmal eben die Scheidung selbst und das ist eine Statusentscheidung. Also die Frage, bin ich verheiratet oder bin ich geschieden? Dann gibt es den Versorgungsausgleich, der steht im sogenannten Zwangsverbund mit der Ehescheidung. Das heißt, über den muss zwingend entschieden werden, wenn. 00:11:38 die Scheidung ausgesprochen wird. Das heißt, man kann darüber nicht freiwillig entscheiden. Es gibt kleine Ausnahmen, ne, wenn die Ehe beispielsweise nur im Ausland gelebt wurde, dann wird der Versorgungsausgleich auf Antrag durchgeführt. Aber nehmen wir jetzt mal die normale Scheidung von 2 hier in Deutschland lebenden Menschen, dann wird auch der Versorgungsausgleich durchgeführt. Was ist denn der überhaupt? Das ist auch mal eine Sonderfolge wert. Versorgungsausgleich, kurz gefasst, das ist der Ausgleich der in der Ehezeit erworbenen Rentenanwartschaften. Also diese Rentenpunkte, genau, einer zahlt in die Deutsche Rentenversicherung ein, der andere ist Beamter oder Beamtin und sammelt halt Beamten, Anwartschaften oder Versorgungsanwartschaften. 00:12:16 Dann gibt es die Rechtsanwälte zum Beispiel, die sind ja im Versorgungswerk der Rechtsanwälte, die Ärzte sind Versorgungswerk der Ärzte. Dann gibt es private Altersvorsorge jeglicher Couleur, all diese auf eine spätere bei Renteneintritt, also mit Erreichen des Renteneintrittsalters zu zahlende monatliche Leistung gerichteten, finanziellen Anwartschaften unterliegen dem Versorgungsausgleich. Also du sammelst irgendwelche Punkte und die werden geteilt, quasi. Du sammelst Anwartschaften, das heißt nur Punkte, Entgeltpunkte im Rahmen der Deutschen Rentenversicherung. 00:12:49 Da sammelt man ja Entgeltpunkte. Ein Entgeltpunkt hat aktuell einen Wert von ungefähr 35€, du sammelst die halt, kriegst dann auch für Kindererziehungszeiten, Entgeltpunkte. Natürlich hängt das immer von deinem Einkünften ab, ne? Je höher die Einkünfte, umso mehr Rentenpunkte sammelst du, also Entgeltpunkte. da gibt es früher noch Entgeltpunkte Ost und West, das gibt es auch immer noch so ein bisschen so und in anderen Rentenanwartschaften gibt es ganz andere Bewertungssysteme. Also es gibt in jeder Anwartschaft gibt es den sogenannten korrespondierenden Kapitalwert. Das ist jetzt alles ganz kompliziert und klingt so, am Ende geht es darum, alles was ich während der Ehe an Rente erwerbe, wird geteilt, Halbteilungsgrundsatz und das wandert zum anderen rüber. 00:13:30 und was der andere Ehepartner gesammelt hat, wandert zu mir rüber. Das heißt, wir saldieren nicht, wir gucken nicht, was ist im Ergebnis, wer hat mehr, sondern wir teilen einfach jede Anwartschaft. Es gibt Leute, die haben 10 verschiedene Rentenanwartschaften, alle 10 Anwartschaften werden geteilt. Und wenn jetzt einer nicht angestellt ist, kein Rechtsanwalt ist, komplett selbständig ist und nirgendswo Rente einzahlt, dann wird auch nichts geteilt. Da wird auch nichts geteilt. Ja, also wenn nur einer so ’ne Punkte oder wie auch immer erwirbt, dann muss der die Hälfte abgeben und der andere muss nix. 00:14:02 Genau, OK, das ist die Kurzfassung, die Langfassung kommt mal in einer anderen Folge, ne, Frage Billigkeit und so weiter und so fort, was mit ausländischen Anwartschaften und so. Wir haben also jetzt die Scheidung an sich und wir haben die erste Folgesache, den Versorgungsausgleich, also Rente. Dann kommt immer die Frage des Güterstandes, also der vermögensrechtlichen Auseinandersetzung der Ehe. Wir leben ja, wenn wir nichts anderes vereinbart haben in Deutschland, in der Ehe im sogenannten Güterstand der Zugewinngemeinschaft. 00:14:35 Das ist also die Gemeinschaft am Hinzugewonnenen und es ist ein monetärer Anspruch, da wird einfach geguckt, OK, was hatten die Beteiligten, also die Eheleute, bei Eingehung der Ehe im Jahr 1990 und was hatten sie zum Zeitpunkt, wo der Scheidungsantrag zugestellt wurde, man spricht da von der Rechtshängigkeit des Scheidungsantrages. Und derjenige, der mehr hinzugewonnen hat, Vermögensaufbau, der muss dem anderen die Hälfte dieses mehr Hinzugewonnenen ausgleichen. So gehört denn da alles rein in diesen Vermögensaufbau, alle Vermögenswerten, Positionen, also Kapital, klar, Immobiliarvermögen und Mobiliarvermögen, also Grundeigentum, Grundstücke, Haus, unbebautes Grundstück, Eigentumswohnungen, dann natürlich Geld, Depots, 00:15:22 aber auch Gesellschaftsanteile. Also jede Vermögenswerteposition, auch eine Versicherung, kann der Rückkaufwert entscheidend sein, sei es eine Rentenversicherung, dann fällt es wieder in Rente. Und was ist Gold, Schmuck, ein Auto, du erbst oder kriegst geschenkt, irgendwas in der Ehe? Das ist privilegiertes Vermögen, da wird quasi nur der Vermögenszuwachs berücksichtigt, aber nicht der Vermögensstamm. Was ist der Zuwachs? Du erbst 2005 ein Haus, das hat damals einen Wert von 20€ Ja, und im Zeitpunkt der Scheidung ist es 50 wert, dann ist natürlich diese 30€, die es mehr wert geworden ist, die werden berücksichtigt. 00:15:57 Ach so, krass. Ja, genau. Also wir haben jetzt Scheidung, Rente, Vermögensausgleich, also normalerweise ja, Zugang, Gemeinschaft, da kann man den Güterstand ändern. Übrigens ist das auch die große Angel für die notarielle Beurkundungspflicht. Deswegen muss es notariell beurkundet werden, weil 1408 BGB folgende regelt eben, dass es, bei gleichzeitiger Anwesenheit vom Notar nur Änderung zum Güterstand getroffen werden kann. Dann haben wir das große Thema Unterhalt. Also du hast ja den Trennungsunterhalt und den nachhaltigen Unterhalt. 00:16:30 Ich erklär es kurz. Trennungsunterhalt ist immer der Unterhalt, 2 Leute wohnen zusammen und dann trennen sie sich. Dann ist klar, begrifflich, dann gibt es ja oft einen, der wirtschaftlich schwächer ist. Und dann gibt es diese erste Phase bis zur Rechtskraft der Ehescheidung. Also alles Trennung, also ungefähr ein Jahr im Normalfall. Ja, kann aber auch 3 Jahre sein, kann auch 5 Jahre sein, wenn die Scheidung sich wahnsinnig lange hinauszögert, bis zur Rechtskraft der Ehescheidung. Rechtskräftige Ehescheidung ist also, wenn die Rechtsmittelfrist entweder abgelaufen ist gegen den Ausspruch der Scheidung oder wenn beide Beteiligte auf ein Rechtsmittel verzichtet haben, dann ist die rechtskräftig. 00:17:06 Und dann kommt eine neue Phase danach, was ist jetzt danach, dann kommt der sogenannte nacheheliche Unterhalt, da gibt es verschiedene Unterhaltstatbestände, Krankheitsvorsorgeunterhalt, Betreuungsunterhalt und so dann sofort oder Aufstockungsunterhalt, das sind so die großen Unterhaltstatbestände beim nachehelichen Unterhalt, da guckt man immer, wie lange reicht denn diese nacheheliche Solidarität noch. Also bei einer langen Ehe ist die länger und bei einer ganz kurzen Ehe ist die natürlich kürzer und da muss dann der wirtschaftlich Stärkere eben dem wirtschaftlich Schwächeren nach Rechtskraft der Scheidung bis zum Zeitpunkt X. 00:17:42 auch noch ein Unterhalt zahlen. Aber auch wenn der, sich wirtschaftlich alleine halten kann? Ja gut, das muss ja berechnet werden, ne? Unterhalt besteht immer aus einer Bedarfsanalyse und die Frage der Leistungsfähigkeit muss geprüft werden. Also erstmal muss geguckt werden, was ist denn der Bedarf, was brauche ich, was ist der Bedarf, der bestimmt sich aus dem zusammengerechneten Einkünften, leider. Und dann ist die Frage, was kann denn der Unterhaltsverpflichtete, also der Ehemann oder die Ehefrau, überhaupt leisten? Also was haben die für Einkünfte, 00:18:12 haben die noch irgendwelche unterhaltsrechtlich relevanten Abzugspositionen, also sind da noch Verbindlichkeiten, Darlehen, Immobiliendarlehen oder irgendwelche anderen Verbindlichkeiten, die in der Ehe aufgenommen wurden oder die anderweitig irgendwie zu berücksichtigen sind, die vielleicht die Leistungsfähigkeit mindern, ne, muss ja noch 5 Kindern Unterhalt zahlen, dann ist das vorrangig zu berücksichtigen. Und all das ist so ein Gemengelage, aber das ist das große Thema Unterhalt. Also haben wir jetzt eine Scheidung, Rente, dann den Vermögensausgleich und Unterhalt, inklusive Kindesunterhalt. 00:18:43 Nee, zum Kindesunterhalt wird in den meisten Vereinbarungen, du kannst ja auf den Kindesunterhalt nicht verzichten, weil es ja ein Anspruch des Kindes ist. Wie du kannst nicht darauf verzichten, wird es dann von Amts wegen geregelt oder wie? Nee, du kannst sagen, der Ehemann oder die Ehefrau oder Vater oder Mutter, wie man es nennt, schuldet Betrag X. Ne, wie in der Jugendamtsurkunde, wo man sich, wo du dich verpflichtest, Kindesunterhalt zu zahlen. Aber du kannst jetzt nicht sagen, du weißt, du schuldest eigentlich 600€ und dann sagen die Beteiligten ja und zahlt nur 200. Es wären wahrscheinlich ’n unwirksamer Vertrag zu Lasten Dritter, weil das ist ja ’n Anspruch des Kindes, den die Eltern ja nur in dem Namen des Kindes geltend machen dürfen, ausnahmsweise. 00:19:23 Aber wenn die sich einigen wollen, dann kann so ’ne Einigung daran scheitern. Also du kannst dich halt über Kindesunterhalt nur, eigentlich so einigen, dass du die gesetzliche Verpflichtung wiedergibst, kannst nicht verzichten. Na ja, nach der Düsseldorfer Tabelle ist jetzt alles vielleicht echt viel, aber nach der Düsseldorfer Tabelle der fünften Einkommensgruppe schuldet der Vater 550€ und dann können die Beteiligten sagen, die Beteiligten sind sich darüber einig. 00:19:55 oder der Vater verpflichtet sich zu Händen der Kindesmutter für das minderjährige Kind Peter monatlich einen Betrag in Höhe von 550,00€ zu zahlen oder einen Betrag nach der fünften Einkommensgruppe der Düsseldorfer Tabelle und der jeweiligen Altersstufe zu zahlen, dann weiß ich nicht, 134% des Mindestunterhaltes. Du kannst es sozusagen wiedergeben, aber du kannst jetzt nicht sagen, das ist eigentlich leistungsfähig, 1000,00€ zu zahlen und verpflichtet sich aber 500,00€ zu zahlen. Die Beteiligten vergleichen sich darauf. das würde nicht gehen, weil du das Kind ja dann benachteiligst. 00:20:26 Dem Kind stehen ja eigentlich 1000€ zu. Aber wenn die sich jetzt darauf vergleichen, auf was auch immer die Düsseldorfer Tabelle sagt, und sind sich aber trotzdem einig, dass das nicht umgesetzt wird, dann interessiert es keinen. Na ja, es gibt genug Vereinbarungen, wo ein Elternteil den anderen freistellt im Innenverhältnis und sagt, ich übernehme die Unterhaltsverpflichtung des Vaters als eigene, ich zahl diesen Unterhalt sozusagen, obwohl ich dazu nicht verpflichtet bin. Und sollte der Vater doch in Anspruch genommen werden, dann verpflichte ich mich im Innenverhältnis, ihm den Betrag zu erstatten. 00:21:01 So ’ne Vereinbarung gibt es natürlich. Aber wenn das näher gerichtlich geprüft werden würde, würden viele dieser Vereinbarung nicht standhalten. Aber es würde ja nur im Streitfall geprüft werden. Genau, aber wir sind ja im Podcast, wir reden ja über die Sachen, die gesetzlich zulässig sind und, Genau, aber das, deswegen würde ich Kindesunterhalt mal ausklammern, natürlich kann man, natürlich kann man darüber Regelungen treffen und es wird auch zu Genüge getan, aber Vorsicht, damit große Vorsicht. Übrigens genau wie beim Trennungsunterhalt noch mal, vom Zeitpunkt der Trennung bis zur Rechtskraft der Scheidung, das ist so ein bisschen der heilige Gral im Familienrecht, den sollte man nicht anfassen. 00:21:41 Gibt es auch genug Rechtsprechung dazu, sagt dass ein Verzicht auf zukünftigen Trennungsunterhalt ist unwirksam. du kannst auf rückständigen Trennungsunterhalt, also der schon aufgelaufen ist, verzichten, aber auf zukünftigen nicht. Es gibt Rechtsprechung, der man dann nehmen könnte, naja, man kann den bis zu 20 Prozent reduzieren. Also von der geschuldeten eigentlichen rechnerischen Summe kann ich vielleicht so 20 Prozent abziehen und mich darauf verständigen. Das geht wohl gerade noch so. Aber grundsätzlich lieber nicht anrühren, denn man muss immer aufpassen, dass man nicht durch eine nichtige Klausel im Vertrag den gesamten Vertrag gefährdet. 00:22:14 Aber wir haben Scheidung. Rentenanwartschaften, Vermögensausgleich, dann haben wir den gesamten Ehegattenunterhalt, würde ich es mal nennen. Da gibt es noch so ’n Punkt Hausrat, den man ganz oft mitmacht. Dann haben wir ganz oft auch die Frage des Pflichtteilsverzichtes, also dass ich auf meinen Pflichtteil, der mir als Ehegatte zusteht, verzichte. Es ist ja so, erbrechtlich gesehen, wenn mir der Scheidungsantrag zugestellt wird und nicht an dem Scheidungsverfahren mitwirke, verliere ich nach dem Regelung des bürgerlichen Gesetzbuches ohnehin meinen Erbanteil. 00:22:47 aber viele erklären auch so ein Pflichtteilsverzicht mit. Denn ein Ehevertrag, und das ist ja ganz wichtig, in der Unterscheidung wird ja nicht nur in Form einer Scheidungsfolgenvereinbarung geschlossen. Also wenn schon sozusagen das Scheidungsverfahren anhängig ist und die Trennung schon durchgeführt ist, sondern Ehevertrag wird ja ganz oft als vorsorgender Ehevertrag geschlossen. Das ist vielleicht so diese, würde ich mal sagen, große Unterscheidung zwischen dem vorsorgenden Ehevertrag, der ohne Trennungsabsicht geschlossen wird, und der krisenhaften Scheidungsfolgenvereinbarung, die mitten in so einer Trennungskrise, geschlossen wird, oft als Ergebnis von mehrmonatigen Verhandlungen, auch zwischen den Rechtsanwälten oder Rechtsanwältinnen. 00:23:25 So, diese beiden Dinge gibt es halt und gibt es noch den Pflichtteilsverzicht, was auch natürlich bei Verträgen mit grenzüberschreitendem Bezug wichtig ist, ist ’ne Rechtswahl. Also man kann ja sowohl das, was auf die Scheidung anwendbare Recht kann ich festlegen, ob Deutschland oder U. K. Also ich kann natürlich nur dann, wählen, ach das ist die Rom 3 Verordnung, wenn es sich entweder um meinen gewöhnlichen Aufenthalt handelt oder die Staatsangehörigkeit oder das Recht des angerufenen Gerichts. 00:23:56 So ist es eben, das versteh ich nicht, das Letzte. Na, ich rufe jetzt Deutschland an, aber nach dem I. P. R. Anknüpfung wär deutsches Recht gar nicht anwendbar. Die Vorstellung wäre, 2 Chilenen leben erst 3 Monate in Deutschland und, rufen aber ’n deutsches Gericht übereinstimmend an. Dann haben sie weder ihren gewöhnlichen Aufenthalt hier, noch haben sie die Staatsangehörigkeit. Dann können sie trotzdem deutsches Recht wählen, weil sie sich einig sind. Genau, weil sie sich darüber einig sind. 00:24:29 Das regelt die sogenannte Rom-Drei-Verordnung, das ist ’ne europäische Verordnung. Ganz viele dieser Fragen, gerade ganz viele dieser internationalen Fragen, sind ja alle über die Verordnung geregelt. Wir haben ja da, liebe Hörerinnen und Hörer, auch schon ganz oft drüber gesprochen. Aber so ist es eben, es ist Artikel 5. der Rom 3 Verordnung und da ist Absatz 1 l. d. das Recht des Staates des angerufenen Gerichts. Das vergessen viele, aber es geht tatsächlich. Also auch das ’ne Sonderfolge währt, aber diese Rechtswahl, die ist wirklich bedeutsam. Also ich kann sowohl in der Scheidungssache überlegen, welches Recht wähle ich nach der Rom 3 Verordnung, dann kann ich nach Artikel 8 des Haager Unterhaltsprotokolls wählen, welches Recht soll denn auf die Unterhaltspflichten Anwendung finden. 00:25:10 und dann kann ich nach der europäischen Güterrechtsverordnung wählen, welches Recht soll denn auf meine vermögensrechtliche Auseinandersetzung Anwendung finden, also aufs Güterrecht. Oh Gott, das ist mir ja, ist viel zu kompliziert. Ja, aber also du kannst in allen Bereichen, ich kann in vielen Bereichen, ne, es gibt zum Beispiel beim Versorgungsausgleich keine Rechtswahl, weil es ein deutsches Institut, es wird immer nach deutschem Recht durchgeführt. Ja, es ist auch kompliziert, aber vielleicht kann man es so zusammenfassen, es gibt die Möglichkeit, das Recht zu wählen und das sollte man nicht vergessen. natürlich im ein Ehevertrag im Einvernehmen, ne, du kannst nicht dem anderen das aufoktroyieren, mhm. 00:25:44 Und dann kann ich sogar noch beim Güterrecht Gerichtsstand festlegen, also ich kann auch sagen, welche Gerichte dafür zuständig sein. Also selbst wenn ich zum Zeitpunkt der Scheidung mich woanders auf. Also ich könnte heute sagen, in Deutschland lebend, ich möchte in U. K. geschieden werden. das geht nicht, aber du könntest ’n deutschen Ehevertrag machen, sagst Gerichtsstand soll Deutschland sein, wenn du hier deinen gewöhnlichen Aufenthalt hast oder ’n deutscher Staatsangehöriger bist und dann lebst du aber später in U. 00:26:14 K. und dann würde trotzdem so, ob es Berücksichtigung finden würde oder ob der Ehevertrag anerkannt werden würde in U. K. steht auf einem anderen Blatt. Mhm, aber um es jetzt nicht komplizierter zu machen, als es ohnehin schon ist, wie ich an deinem Blick sehe, würde ich jetzt aber ganz kurz zusammenfassen, welche Sachen, wir haben 2 Leute, die kommen also fröhlich zu dir und sagen, Mensch, wir wollen heiraten, aber ich erwarte ’ne riesen Erbschaft, die Frau. Und die soll auch in der Familie bleiben, das ist der Bauernhof, der war schon immer in Familienhand und der soll jetzt nicht durch die Scheidung beeinträchtigt werden. 00:26:49 OK Und dann bietet sich so ’n Ehevertrag eben an. Das ist genauso, wie wenn Kinder Gesellschaftsanteile erben in dem Familienunternehmen, dann, setzt oft der Gesellschaftsvertrag voraus, also die Gesellschafterstellung ist davon abhängig, dass das Kind, was Gesellschafter in diesem Familienunternehmen wird, nachweist, dass es durch einen Ehevertrag sichergestellt hat, dass beispielsweise ’ne Gütertrennung vereinbart wurde. Ja, das heißt, man will oft dieses alte Familienvermögen schützen, weil ’ne Scheidung kann natürlich vermögensrechtlich alles durcheinander wirbeln und dann steht plötzlich die Ehefrau oder der Ehemann mit als. 00:27:29 Gläubiger dort vor der Tür und der Vermögenszuwachs besteht nur in diesem Familienunternehmen. Also ist das ein ganz häufiger Punkt und dann muss man mit den Leuten halt reden und man muss gucken, was wollen die eigentlich, wie kann man deren Wünsche umsetzen und dann muss man dementsprechend einen Ehevertrag oder eine Scheidungsvereinbarung entwickeln. Und es gibt ganz viele Möglichkeiten, also beim Versorgungsausgleich fangen wir damit mal an, bei der Rente ist es relativ einfach, man kann dort, sehr, sehr viel vereinbaren. Man ist sehr flexibel, man kann also sagen, der soll gar nicht stattfinden. 00:28:01 Beide behalten ihre Rente, das ist so angemessen, weil beispielsweise ja, der Ehemann hätte eigentlich was von seiner Rente abgeben müssen, aber er überträgt ein Miteigentumsanteil einer Immobilie auf die Ehefrau, ne? Und damit ist die ausreichend versorgt und dann denken beide, ja, nee, ist ja eigentlich so angemessen, warum soll ich jetzt noch dessen Rente bekommen? Also können sie auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs verzichten. Oder man beschränkt den Versorgungsausgleich, man sagt, wir haben zwar 4 Anwartschaften, aber hier diese privaten Anwartschaften bei Signal Iduna zum Beispiel, ah, die hast du so viel Herzblut reingesteckt und das sollte eigentlich immer für dich sein, da verzichtet man auf die Teilung dieses Anwartschaft. 00:28:40 Man kann also 1 ausnehmen oder man kann sagen, man kann zwar die Ehezeit nicht verändern, das ist ganz wichtig, aber man kann sagen, OK, aber für die Zeit ab unserer Trennung, alles was danach als Anwartschaft angespart wurde, das ist ja irgendwie unfair, wir waren ja gar nicht mehr zusammen, und wir haben ja gar nicht mehr voneinander profitiert, da soll doch bitte jeder das behalten, was er dort angespart hat in die Rente. Also sagt man, für die Zeit ab dem 1.1.2025 verzichten wir wechselseitig auf die Durchführung des Versorgungsausgleichs. 00:29:13 Also man ist da sehr flexibel, das ist vielleicht das Wichtige. Beim Güterstand ist genau das Gleiche. Also bei diesen vermögensrechtlichen Sachen kann ich sehr flexibel sein. Ich kann sagen, OK, ich möchte ’ne Gütertrennung, so klassisch, dann gibt es eben gar keinen Vermögensausgleich. Viele denken immer, jeder behält das Sein, ja, jeder behält ja auch beim Zu und Ausgleich des Sein, nur es gibt halt keinen Kompensationsanspruch, sag ich mal so, monetäre Art. Das wird nicht mehr so empfohlen und macht man auch nicht mehr, weil bei der Gütertrennung gibt es einen ganz großen Nachteil und das ist, ich verliere steuerliche Vorteile. 00:29:45 Dieser Anspruch, den ich habe gegen den anderen, dieser vermögensrechtliche Anspruch, Zu und Ausgleichsanspruch, ist nämlich nach Paragraph 5 Erbschaften und Schenkungssteuergesetz, komplett steuerfrei. Das heißt, wir haben ja 2 Wege, wie so ’ne Ehe enden kann, einmal durch Tod und einmal durch Scheidung. Oh, und wenn ’ne Ehe durch Tod endet, dann ist es ja nicht so, weil die Leute sich nicht mehr gut leiden konnten, sondern wegen einem tragischen Schicksalsfall. 00:30:15 Und dann steht ja möglicherweise dem überlebenden Ehegatten so ’n Ausgleichsanspruch zu, ne, so ’n vermögensrechtlicher. und da ist halt wichtig zu wissen, ich kann halt wählen, ob ich den geltend mache oder nicht. Ich kann pauschal ein Viertel mehr vom Nachlass, ja, mein Erbteil wird im Viertel erhöht, oder ich kann sagen, nee, ich möchte ganz konkret jetzt den Zug und Ausgleichsanspruch berechnen, ich möchte wissen, was steht mir denn zu und mache den gegen den Nachlass geltend und dieser Anspruch ist komplett steuerfrei. Und damit man sich dieses Vorteils nicht entledigt, ist es eher State of the Art zu sagen, wir modifizieren den Güterstand. 00:30:50 Ich sage also, für den Fall, dass unsere Ehe durch Tod beendet wird oder der Güterstand, technisch gesehen, da unterscheide ich jetzt nicht in dem, aber man jedenfalls, ja, ist dann ’ne Frage, wer, wer bewertet das dann, der Mensch, der den Tod feststellt, der Fachmönch, na gut, also wenn ich meine Ehepartner umbringe, dann verwirke ich möglicherweise diesen Anspruch. Gibt es da Verwirkungsgrundsätze? 00:31:21 Ja, das wollte ich Ihnen nochmal klarstellen. OK, ja, Tod als Gestaltungsmittel. Nein, ja, ist ja eh schon so technisch die Folge, jetzt müssen wir ein bisschen hier locker werden. Also noch mal, diese Weichenstellung, ich sage einfach für den Fall, dass der Güterstand durch den Tod beendet wird, bleibt es bei diesem Ausgleichsanspruch, weil ich will die Steuervorteile mitnehmen, aber für den Fall, dass der Güterstand durch die, Ehescheidung beendet wird, verzichten die Beteiligten einfach wechselseitig auf den Zonenausgleich. Also, ich modifizier das, gibt es noch Gütergemeinschaft und deutsch-französischen Wahlgüterstand und so, das will ich aber als, als das müssen wir mal gesondert besprechen. 00:31:58 Boah, das ist so viel, kannst dir das alles merken. Na ja, ich mach das ja schon eine Weile, Ann-Marie. Also, ich bin ja im Familienrecht quasi nur bei den grünen Akten tätig. Ja, nur was, was heißt das eigentlich, grüne Akten sind die Kindschaftssachen, Kindschaftssachen, genau. Und ich vergesse immer, wie viel andere familienrechtliche Sachen es noch gibt. Unser Podcast ist ja auch sehr kindschaftslastig, aber weil ich einfach auch Kinder viel wichtiger finde als Geld. Aber ja, natürlich spielt es ’ne Rolle und es ist ja immer ’ne Gesamtschau oft. 00:32:32 Es ist ja oft so, dass die Leute, die sich um ihre Kinder streiten, sorry, wenn ich es so pauschal sage, es soll nicht so hart klingen, wie es klingt, aber die sich uneins sind über die Frage, wo leben die Kinder oder so, die streiten sich ja ganz oft auch um monetäre Sachen, ne, dann ist ja auch oft verquickt, haben wir mit Lukas ja mal gesprochen, Deppenkämper, das ist ’n Systemfehler, ja, der nicht so leicht aufzulösen. Genau, und wenn Leute kommen und sagen, die machen ’nen Ehevertrag, dann ist es doch oft auch ’n gutes Zeichen. 00:33:05 Klar, man kann auch sagen, ja, man stürzt sich verliebt und naiv in so ’ne Ehe und nichts ist schöner als nicht ans Ende zu denken. Aber wenn man sagt, OK, nee, ich möchte vorsorgen, weil ich weiß, ich liebe die oder denjenigen und ich möchte nicht, dass wir uns, wenn wir uns mal nicht mehr lieben oder wenn wir uns nicht mehr verstehen, dann anfangen über so einen Kram zu streiten, dann hat es tatsächlich auch einen Care-Effekt. Also dieser vorsorgende Ehevertrag ist halt auch ein sorgender Ehevertrag. Ich sorge mich darum, wie ich mich im Falle einer Trennung eben so geräuscharm wie möglich voneinander entferne. 00:33:40 So und dann, um das noch zu komplettieren, haben wir noch den, Unterhalt, da kann ich mich eben auch einigen, kann verzichten. Also beim nachhaltigen Unterhalt und Trennungsunterhalt geht es nicht. Beim nachhaltigen Unterhalt ist, gibt ein paar Unterhaltstatbestände, die eher so in den Kernbereich der Scheidungsfolgen fallen, muss man ein bisschen aufpassen, so genannte Kernbereichslehre, da sagt einfach der Bundesgerichtshof, ein paar Sachen sind so enger an dem Kern, der Kernbereichslehre klingt nicht nach Familienrichtung, ist aber so. Der Bundesgerichtshof, der denkt sich immer so tolle Sachen aus, Genussverzichtstheorie oder Kernbereichslehre oder so, das sind so tolle Sachen und der sagt halt, es gibt so wie so ’ne Zwiebel halt ganz innen am am Kern, so mehrere Schichten, gibt es halt ganz enge Scheidungsfolgen, die sind sehr, sehr schützenswert, zum Beispiel Versorgungsausgleich, ne, es müssen Leute sichergestellt sein, dass sie wieder Rente behalten oder irgendwie nicht in Altersarmut rutschen und es gibt halt auch im Rahmen des Unterhaltes einige Tatbestände, zum Beispiel den Krankheitsunterhalt, also wenn jemand. 00:34:36 tatsächlich in der Ehe schwer erkrankt oder tatsächlich auch noch an der Trennungszeit, das ist auch noch Ehe offiziell, dann erfordert es einfach die eheliche Solidarität für den einzustehen. Dann kann ich nicht einfach mich umdrehen und weggehen, indem ich ’n Verzicht irgendwie erkläre, sondern dann muss ich mit einstehen und den Betreuungsunterhalt. Also wenn ich einfach mal meine Karriere geopfert habe, um auf die 3 gemeinsamen Kinder aufzupassen und deswegen später Einbußen habe, für mein eigenes Auskommen zu sorgen, dann würde ’n Verzicht sehr, sehr kritisch bewertet werden, könnte, könnte je nach Umständen sittenwidrig sein. 00:35:11 Aber was ist denn mit einer Situation, wo es 3 gemeinsame Kinder gibt und sagen wir klassisch die Frau, die Hauptbetreuungsgeschichte leistet, aber trotzdem Vollzeit arbeiten geht, hat die dann haben die Leute das so gewünscht, dann haben die keinen Anspruch auf Ausgleich. Nein, das ist ja fies. Ja, so, Recht und Gerechtigkeit, klingt nicht sehr durchdacht und doch, das ist durchdacht. 00:35:45 Denk schon, dass das durchdacht ist, weil man ja sagt, OK, na ja, die Rollenverteilung in der Ehe begründet halt in dem jeweils anderen Vertrauen auf ’nen bestimmten Schutz. Und wenn dieses Vertrauen nie begründet wurde, weil beide immer Arbeiten waren und auch nicht darauf vertraut oder gehofft haben, dass der andere sie unterstützt. Und wenn er gehofft hat, der andere das nur nicht gemacht hat, dann dann haben die ein Kommunikationsproblem in der Ehe gehabt. Dann ist es tatsächlich ein Beweisproblem später, ne? Dann wäre es ja die Frage des oder derjenigen, die sich darauf beruft und sagt, ja, aber eigentlich wollte ich das gar nicht, der hat mich da rein gezwungen und ich wurde ja ausgebeutet und jetzt muss ich auch noch leiden, weil ich nicht mal diese ehebedingten Nachteile geltend machen kann, ja, da muss der oder diejenige es beweisen können. 00:36:26 Das wird wohl sehr schwierig werden. OK und was ist dieses, Verzicht auf, du meinst Genussverzichttheorie, was ist das denn? Das hat mit, hat damit gar nichts zu tun. Die Genussverzichtstheorie hat mit der Frage zu tun, wann ich zum Beispiel bei Einräumung eines Nießbrauchs oder Wohnungsrechts tatsächlich darauf verzichte. Das hat mit Pflichtteilsergänzungsansprüchen zu tun, Amarie. Also es ist was ganz anderes, Erbrechtliches. Die Frage, wann beginnt da so eine 10 Jahres Abschmelzungsfrist zu laufen. 00:36:56 Aber ich hab das nur als Beispiel genommen, weil ich, die Wortkreation. Das sind einfach tolle Wortkreation. Wie gesagt, dann kann man noch auf Pflichtteil verzichten, auch im Ehevertrag. Oder ich kann meinen Hausrat zuordnen oder ich kann auch den Unterhalt tatsächlich in der Ehe regeln. Also ich kann auch sagen, du kriegst monatlich, du kriegst monatlich Betrag X. Oder wir beteiligen uns jeweils in dem Verhältnis unserer Einkünfte zueinander an den Kosten, dann definiere ich die Kosten, dann überlege ich, brauche ich eine Zweitwohnung, 00:37:29 aber es kann sich doch alles ändern in der, ja, du kannst den Ehevertrag ja jederzeit ändern, auch, das ist ja anstrengend, es kostet ja auch, das kostet auch Geld, es kostet Notargebühren, es kostet, wenn der Rechtsanwalt dich berät, natürlich eine Geschäftsgebühr. Was kostet denn so ein Vertrag, so ein Standard vorehelicher Ehevertrag? Das richtet sich nach dem Vermögen. Wenn die Leute 50 haben, kann so ein Ehevertrag 40€ kosten. Oh mein Gott, ja, wenn die Leute nichts haben, so ein vorsorgender Ehevertrag von 2 Studenten kostet 250€ Das richtet sich immer nach dem breite Schultern müssen wir tragen. 00:38:03 Prinzip. Ein Ehevertrag kann aber den Beteiligten durchaus spätere Gerichtsanwalts und Gutachterkosten in Höhe von 100.000 Euro ersparen. Also das ist immer eine Verhältnismäßigkeitsfrage oder er kann natürlich einen von beiden. Aber doch nur, wenn du davon ausgehst, dass die Ehe irgendwann scheitert oder wenn du nicht davon ausgehst. Ja klar, aber dafür ist er ja gemacht, Ann-Marie. Ja, aber du hast vorhin gesagt, das ist liebevoll vorsorgend für den anderen. 00:38:34 Aber wenn du, dass man sich so geräuscharm wie möglich trennt, ja, es ist ja in zweierlei Hinsicht vorsorgend. Einerseits sorge ich für den Trennungsfall vor, dass der so geräuscharm wie möglich passiert. Ich muss gegebenenfalls nur ’nen Scheidungsantrag stellen, mhm, und dann eben ’ne Ausfertigung des Ehevertrages zur Gerichtsakte reichen, weiß das Gericht nämlich auch, ich muss mich mit gar nicht mehr beschäftigen, ist ja alles geklärt. Ja, musst du los oder nee, nee, und das war meine Erinnerung für meinen Zahnarzttermin morgen. Ah, OK, sehr gut und und dann hat es natürlich auch ’n Effekt. 00:39:07 Oh, das klingt jetzt vielleicht provokativ, Ehe erhaltend sein, weil die Leute wissen, was auf sie zukäme, wenn sie sich trennen oder scheiden lassen und dann sagen, oh, das möchten wir aber um keinen Fall. Oder auch aufkommende Streitigkeiten in der Ehe, nehmen wir doch den Fall, dass du sagst, Jetzt mal klassisch gesehen, Berlin ist vielleicht nicht mehr die Regel, aber vielleicht im Bundesgebiet klassisch gesehen, die Frau bleibt zu Hause wegen der Kinder. Und viele Frauen fühlen sich dann oft nicht richtig, vielleicht ein Stereotyp, aber meine Wahrnehmung in diesen Gesprächen, auch mit Leuten, die dann sich überlegen, es zu scheiden zu lassen, sind oft, ich fühl mich nicht gesehen, ich fühl mich nicht wertgeschätzt, sicherlich zum großen Teil zurecht, weil man das einfach für oder vielleicht für selbstverständlich nimmt. 00:39:54 weil es einfach Care-Arbeit, wahnsinnig anstrengende Arbeit ist und jetzt baue ich nicht mal ’ne Rente auf, dann bekommen die oder derjenige, der das tut, Zukunftsängste, vollkommen zurecht. Also es gibt nicht wenige, gerade Frauen, vielleicht aus dieser früheren Generation auch, wo dann Scheidungen zur Altersarmut führen. Ja, so und in der Situation zu sagen, du, ich brauch Sicherheit, ich, ich brauch Sicherheit, ich muss wissen, was passiert, wenn wir uns trennen, aber ich möchte auch ’n Familienunterhalt jetzt haben. Und dann zum Notar zu gehen und es zu regeln oder zum Rechtsanwalt, der Rechtsanwältin vorher, das sich gestalten zu lassen. 00:40:29 Man muss ja dann wegen der Beurkundungspflicht, die ganz, ganz viele Teile betrifft, zum Notar gehen und es zu regeln, gibt ja so ’ner Ehe auch Stabilität und kann die Basis sein dafür, dass es eben nicht zur Trennung kommt und dass dadurch auch so ’n Vertrauen, was ja manchmal auch fragil sein kann in in jeder Ehe, dass es wieder gewonnen wird, weil er sagt, oh Mann, warte mal, mein Mann oder meine Frau war bereit, mir das einfach zuzusichern, auch vollstreckbar und der oder die erkennt ja, was ich hier mache. So und von daher hat so ’n Vertrag, es klingt immer so trocken und der erste Teil des Podcasts, vielleicht bluten jetzt vielen von euch schon die Ohren oder so, aber die jetzt gedacht haben, oh jetzt geht es wieder um den kleinen Max oder so. 00:41:07 Aber es kommt noch ’ne Geschichte oder ja, ja, es kommt noch ’ne Geschichte, so ’n Vertrag kann halt ganz, ganz viel bewegen. Ja, jetzt hast du ’n Ehepaar, was, noch keinen Ehevertrag vor ehelich gemacht hat. Ja, und die sind jetzt in der Trennungsphase. Das heißt, wenn die jetzt eine Vereinbarung finden, dann ersetzt das quasi so ein Ehevertrag und wenn die keine Vereinbarung finden, dann entscheidet das Gericht halt über die Punkte. Und was ist denn so deine Erfahrung, wie kommen die denn zu einer Vereinbarung, sodass das Gericht nicht entscheiden muss, streitig entscheiden muss. 00:41:45 Na ja, durch Mediation, OK, gibt es noch andere Möglichkeiten? Na ja, klar, jede Art der außergerichtlichen Verhandlung, ja, über Rechtsanwälte, über sie können sich auch so zusammensetzen. Ich meine, die beiden Ehefrau und Ehemann können sich zusammensetzen und sagen, wir gehen zusammen zum Notar und machen es dort einfach, wenn sie sich einig sind. Wenn sie sich einig sind, oft ist auch so, dass dann einer von beiden nachgibt, weil der oder diejenige sagt, nee, ich möchte jetzt hier nicht so ’n dreijähriges, vierjähriges Gerichtsverfahren führen. Das ist tatsächlich jetzt ’n bisschen, 00:42:17 gesellschaftsrechtliche Kritik an der Berliner Gerichtswesen. Es ist so, dass nur Berliner, ja, wahrscheinlich deutschlandweit. Es ist so, dass diese ganzen vermögensrechtlichen Fälle, also Zu und Ausgleichsverfahren, nachhaltiger Unterhalt oder komplexere Versorgungsausgleichsverfahren, mittlerweile 34 Jahre dauern. Und was machen die Leute in der Zeit dazwischen? Beim Unterhalt wird oft über einstweilige Anordnungen gearbeitet. Ne, ich sicher mir erstmal einstweil meinen Unterhalt durch so einen vorläufigen Unterhaltstitel. 00:42:47 Aber wenn du Pech hast, musst du zurückzahlen. Ja, der Unterhalt gilt dann als verbraucht, wenn du Pech hast. Ja, aber diese vermögensrechtlichen Sachen, da muss ja jetzt auch nichts ad hoc geklärt werden, das zu ’n Ausgleich zum Beispiel, das kann ewig dauern, dann müssen irgendwelche Gesellschaftsanteile bewertet werden oder ’nen Vermögensbestandteil im Ausland oder was weiß ich. Also es ist Wahnsinn, es ist absoluter Wahnsinn. Und wie kann denn der Ehegatte, Gattin sicherstellen, dass der andere alles, was relevant ist, überhaupt ins Feld führt? 00:43:25 Na ja, du hast ’nen wechselseitigen Auskunftsanspruch, also du kannst Auskunft verlangen vom anderen und auch Belegvorlage, also das heißt, müssen Belege vorgelegt werden. Und wenn es zum Beispiel um ’nen Vermögenswert geht, der eben nicht einfach wie beispielsweise ’nen Kontostand durch ’nen simplen, stichtagsgenauen Grundüberleg nachzuweisen ist, zum Beispiel ’nen Immobilie oder auch ’n Gesellschaftsanteil. Aber dann musst du ja von der Immobilie wissen. 00:43:57 Genau, also du bist verpflichtet, alle Informationen natürlich zu ermitteln, ansonsten begehst du Prozessbetrug. Also du machst dich strafbar. Der Ehegatte oder Gattin verschweigt, dass er oder sie ’ne Immobilie gekauft hat oder ’ne Millionen geerbt hat oder irgendwas. dann ist es was, dann ist es Prozessbetrug, weil Betrug setzt ja voraus, dass du dir einen Vermögensvorteil verschaffst, also vorsätzlich. Was hat das für Folgen? 00:44:28 Na also, einerseits könnte natürlich rein familienrechtlich ein Vergleich wieder aufgedröselt werden, indem gesagt wird, ja also der Vergleich wird angefochten. Also durch Anfechtung würde ja dieser Vertrag ex tunc also von Anfang an nichtig sein und dann könntest du, neu verhandeln, muss man gucken, ob inzwischen Sachen verjährt sind, ist gar nicht einfach. Dann hast du natürlich einen Schadensanspruch. Dir entsteht ja ein Schaden. Dadurch, dass das verschwiegen wurde, hast du 10.000 Euro weniger bekommen und 5.000 Euro mehr Kosten oder was weiß ich. 00:45:01 Und außerdem gibt es natürlich für denjenigen, der Prozessbetrug begeht, eine strafrechtliche Verfolgung und Betrugstatbestand ist jetzt. Von Amtswegen? Nee, du musst Strafantrag stellen. Der Ehepartner muss Strafantrag stellen. Und zwar auch so schnell wie möglich innerhalb, des Bekanntwerdens, also darfst du nicht länger als paar Monate warten und dann hast du halt ja, na ja, also muss man gucken, bei besonders hohen Beträgen natürlich mit besonders, da kannst schon bis zu gravierenden Strafen gehen. Also man kennt es ja aus der Steuerhinterziehung eben, dass das mit Gefängnis hab ich persönlich noch nicht erlebt, aber wenn wirklich vorsitz in vorsätzlicher Schädigungsabsicht, also es vorstellbar wäre, es für zum Beispiel für den Fall, 00:45:44 dass in diesem besonders geschützten Bereich des Versorgungsausgleichs, wo es um die Renten geht, wenn ich da was verschweige, dann gibt es ’ne Anomalie noch im deutschen Recht, nämlich nicht berücksichtigte Rentenanwartschaften, da kann die Teilung nicht nachgeholt werden nach aktuellem Recht. Das sollte unter der Ampelregierung, das war glaube ich ’nen Idee der F. D. P., sollte das reformiert werden, Es wurde auch in Fachkreisen viel diskutiert, dieses sozusagen Schlagwort war immer nicht Berücksichtigung von vergessenen Rentenanwartschaften, das sollte geheilt werden, es muss sollte gesetzlich verändert werden. 00:46:21 Aber wenn du da jetzt beispielsweise verschweigst und der andere rutscht da durch eine Altersarmut, also hat einen erheblichen wirtschaftlichen Nachteil und auch eine sonstige eben Beeinträchtigung, verliert seine Wohnung, was weiß ich, und, demjenigen oder derjenigen, der das Verschwiegen hat, kann Vorsatz nachgewiesen werden. Also würde ja nachgewiesen werden oder sehr schwer, Vorsatz nachzuweisen, was schwer ist. Vielleicht gibt es eine E-Mail, wo sagt, er soll nie was kriegen und ich werd dafür sorgen, dass er und so. Und ich weiß ja eigentlich, aber so, ich konstruier jetzt so ein Fall, aber dann wär für mich auch durchaus vorstellbar, dass in diesem Fall eine Haftstrafe oder eine Gefängnisstrafe angenommen wird. 00:47:00 Aber ansonsten wird es wohl, kann man kritisieren oder nicht, bei, bei Bewährungsstrafen bleiben oder irgendwie Tage, 3040 Tagessätze oder so. Und wer kriegt die dann, der Staat oder der Geschädigte? Nee, nee, meistens irgendeine gemeinnützige Organisation oder der Staat. Ja, mhm, du kannst ja, das ist jetzt wieder Strafrecht, aber du kannst ja vielleicht ’n Deal machen mit der Staatsanwaltschaft und zahlst dann irgendwie ’nen ’nen Tierschutzverein oder so ’n Betrag und dann wird nach 153 StPO eingestellt. 00:47:34 Also gegen Auflage wär das dann, ich bin kein Strafrechtler, ich wir streifen das jetzt nur, aber du siehst, dass dieses ganze Thema wahnsinnig, ist alles gruselig am besten, man bleibt einfach verheiratet, liebe Hörerinnen und Hörer, ihr bleibt einfach verheiratet, für immer. Darauf ist die Ehe angelegt, oder? Ja, im Falle, wir reden ja über die Ehe, aber im Falle der Trennung doch problematisch. Genau und deswegen. 00:48:05 lieber drüber nachdenken, über was jetzt, über einen vorsorgenden Ehevertrag. Ich dachte schon über die Trennung, nein, nicht über die Trennung nachdenken, nein, es hat, es gibt ja viele, die haben keinen Ehevertrag, ja, und den rutscht das Herz in die Hose und die denken, um Gottes willen, der Hanka hat wieder erzählt, der braucht einen Ehevertrag, das so ist es nicht. Wir wollten ja nur mal in unserem Informationspodcast darüber reden, was es so, was, was so ein Ehevertrag überhaupt ist und, ja, ihr musstet euch da jetzt viel anhören, aber so ist es eben. Aber Eheverträge sollten subventioniert sein, weil das würde den Gerichten wahnsinnig viel Arbeit sparen und das würde die Notare verarmen lassen, würde andere Ressourcen frei machen. 00:48:45 Wieso seid ihr nicht gebraucht für einen Ehevertrag? Na ja, subventioniert, ja klar, also die Gebühren, die Eltern können sich das dann erstatten lassen oder steuerrechtlich geltend machen lassen, weil das jetzt so politisch, Na ja, ja, ich verstehe, was du meinst. Es, es erspart den Gerichten für ein Verfahren braucht, wie viel Stunden muss der Richter und die Geschäftsstelle und wie auch immer investieren? Das ist doch gar nicht aufzuwiegen. 00:49:16 Ist ein guter Gedanke. Ja, kannst du einbringen in den deutschen Familiengerichtstag, Thema. lese, der ja erst 2027. Ich hab übrigens die Zusammenfassung des Deutschen Familiengerichtstages bekommen als Buch, weil ich ja da Mitglied bin und das ist wirklich sehr, sehr lesensreich, wirklich sehr lesensreich, auch rechtshistorisch ’n bisschen was, auch zur Frage Gleichberechtigung und wie hat sich das so entwickelt, Verhältnis auch D. D. R. zu B. R. D. damals, 00:49:47 so 1900 wurde erst B.G.B. gegründet und der Mann durfte alles entscheiden, so ne und dann hat sich das langsam aufgelöst, aber in der B.R.D. eben viel langsamer später als in der D.D.R. tatsächlich. Also wahnsinnig interessant und für alle Kolleginnen und Kollegen da draußen, also der Deutsche Familiengerichtstag, du warst ja letztes Jahr da gewesen, ich war ja noch nie da, ich bin da Mitglied schon seit vielen Jahren, aber noch nie da. Ich finde, nächstes Mal gehen wir als Podcast Vertreter zusammen, absolut. Da müssen wir uns noch so ein, so ein, so ein Stand so bauen und so ein, vielleicht auch nicht. 00:50:17 Ja, genau, ich hab, ich hab mal, ich hab mal ’n sehr skurrilen Fall alle, ich weiß nicht, ob ihr euch so interessiert, liebe Hörer, aber war jedenfalls aus juristischer Sicht echt spannend von so einem Ehevertrag. Und zwar war es so gewesen, das waren 2 Eheleute und die, musst du noch mal sagen, haben die Kinder, wie alt sind, also wir haben, wir haben, wir haben ’n relativ junges Paar gehabt und die, also relativ jung, Mitte 40 Nein, Mitte, Mitte 20, Mitte 20 und die haben 7 Kinder. 00:50:49 Mann, Ann-Marie, die hatten vielleicht 2 Kinder oder so. Jedenfalls, der Ehemann war aus Kanada, aus einer Provinz in Kanada gewesen und die haben aber in Deutschland gelebt. Die haben auch beide hier gearbeitet, schon angefangen zu arbeiten, die hatten sich ihr Leben aufgebaut in in Süddeutschland. Ich glaub schon ’n Haus gekauft oder waren aber ein Haus zu kaufen und jedenfalls, war dann irgendwie die große Hochzeit geplant und es sollte also alles in Kanada stattfinden, in in einer Provinz und dort. Und die Ehefrau war also mit dem, ich glaub, zweiten Kind hochschwanger und sie sind darüber geflogen und ich meine, es war Ontario, ich weiß es gar nicht mehr ganz genau und die riesen Hochzeit stand bevor und es war jedenfalls so, die kam dann Mittwoch an. 00:51:35 Samstag sollte die Hochzeit sein und Donnerstag früh eröffnete dir der Mann eben der Frau, du, übrigens, morgen gehen wir hier zum Notary, zum Rechtsanwalt und unterschreiben den Ehevertrag. Und mein Vater, der ist übrigens auch selbst Rechtsanwalt und der hat ihn mal vorbereitet. Der war in dieser Provinz, so und in diesem Ehevertrag, wie hat denn die Frau darauf reagiert? Hoch erfreut, weiß ich nicht genau, nicht so gut. Und jedenfalls in diesem Ehevertrag war also alles Mögliche geregelt, unter anderem auch. 00:52:07 irgendwelche intimen Sachen, so also wie man sich so verhalten hat in der Ehe, aber darum geht es jetzt gar nicht, das war war schon sowieso ein Skandal an sich, aber waren eben vermögensrechtliche Sachen auch geregelt und im Wesentlichen sollte diese Frau nichts bekommen. So und die ging da also hin und setzte sich da hin und der Mann sagte ihr dann noch, beim Rechtsanwalt war das also, wenn du das jetzt nicht unterschreibst, dann können wir morgen nicht heiraten, das geht dann leider nicht. Und Tränen aufgelöst, unterschrieb sie jedenfalls diesen Ehevertrag. Oh mein Gott und, sie kam zurück, ist es nicht sittenwidrig? 00:52:40 Ja, genau, die Frage und sie kam zurück und nach der Hochzeit, nach der Hochzeit und so wie es kommen musste, war es so, dass die Frau sehr erfolgreiche Ärztin, ich glaube Kardiologin wurde und der Ehemann gar nicht so erfolgreich war. Und dann kam es, wie es kam, sie kam dann zur Ehescheidung, ich durfte diese Frau dann beraten, ich hab ’n paar kleinere Details, hab ich abgewandelt, aber im Wesentlichen war der Fall so, damit man es auch nicht so wiedererkennt, aber so, der Kern stimmt schon. Und jedenfalls stellte sich raus, ja, die Ehefrau hatte auf alles verzichtet, aber der Ehemann hatte auf nichts verzichtet. 00:53:15 Und mit einmal war es also so, dass diese Ehefrau keine Rente bekam, also keine Rente von ihrem Ehemann. Aber sie bekam auch nichts von dem Haus, was der Ehemann in in Ontario hätte, aber sie hätte alles abgeben müssen. Sie hätte ihre Rente abgeben müssen, sie hätte ihre Vermögen abgeben müssen. also sie war doppelt gestraft, sie bekam nur nichts nach der Ehe, sondern musste auch noch abgeben. Es war ein einseitiger Verzicht erklärt worden und da war es dann so, dass in einem wirklich, also so ’n intensiven Streit habe ich dann auch später nie mehr so in meinem Leben geführt, um den Ehevertrag, dreijährigen Verfahren, wie es hinbekommen hatten, dass dieser Ehevertrag teilweise für nichtig erklärt wurde, war ja die erste Frage, erstmal ja, der wurde im Ausland geschlossen, die lebt ja gar nicht da, geht denn das, ist das alles wirksam, 00:54:03 Aber es war dann so, dass nach Artikel 11 E.G.B.G.B., indem man auf die Orts und Geschäftsstatute abstellt, also man kann auch im Ausland ’n Ehevertrag schließen, man darf nur keinen Ehevertrag Shopping betreiben, so. Aber der war wohl wirksam geschlossen worden. Dann wurde geprüft, was was bedeutet dieses Recht von Ontario überhaupt. Das hatte teilweise dann auch auf das belegende Vermögen verwiesen der Eheleute. Also das gab sozusagen ’ne Rechtsverweisung in diesem Ehevertrag und dann musste erstmal ermittelt werden, wo haben wir denn überhaupt Immobilien? Die hatten nämlich noch ’ne Ferienimmobilie in Italien. 00:54:35 Dann fand darüber noch italienisches Recht Anwendung, Anwendung, weil dieser Ehevertrag quasi auf das Recht am Belegenheitsort verwiesen hatte. Und es wurde wahnsinnig kompliziert und am Ende jedenfalls war es so, dass dann doch festgestellt wurde und zwar aus wesentlichen Erwägungen, die auch immer noch wichtig sind, die so ’ne subjektive Imparität. Es ist die Frage, es kann ja objektiv gesehen etwas evident einseitig sein, also evident einseitig zu Lasten der Ehefrau beispielsweise, wenn ich verzichte, was subjektive in Parität ist, vor allen Dingen dieser Zustand, wie wurde es denn wahrgenommen, konnte es aufgefasst werden, unter welchem Eindruck, unter welchem Einfluss, unter welchen Bedingungen wurde dieser Ehevertrag geschlossen. 00:55:21 Und da kam eben zum Tragen, die Frau war hochschwanger, die hatte gerade einen achtstündigen Flug hinter sich, war total gejetligt, es war auch so, dass die kam, der Ehemann war schon da, der Vater des Ehemannes hatte diesen Vertrag gestaltet und zwar ohne ihr Zutun. Sie hatte keine Möglichkeiten in dieser Verhandlung aufgrund ihrer sehr weit fortgeschrittenen Schwangerschaft, irgendwie hatte keine Kraftreserven, sprach die Sprache nicht richtig und letztendlich hat das dann alles dazu geführt, dass dieser Ehevertrag auch der Zeitfaktor, genau diese kurze Zeit, ich konnte mich damit nicht beschäftigen, also war objektiv evident. 00:55:59 einseitig zu Lasten der Ehefrau und aber auch eben aufgrund dieser subjektiven Ungleichheit. Und konnte sie das nachweisen, also außer die Fakten, dass sie schwanger war und so, konnte sie ihren emotionalen Zustand da nachweisen durch WhatsApps oder vor allen Dingen hatte sie das relativ glaubhaft dem Gericht so schildern können. Es werden ja dann beide Beteiligte angehört. Ja, dann gab es da irgendwie eine Trauzeugin, die tatsächlich das alles mitbekommen hatte. Das war ihre einzige Freundin, die auch mitgeflogen war. die, ich glaube so wortwörtlich dem Gericht berichtete, ja, der hätte man gar nichts belasten können, der hätte man nicht mal fragen können, welche Tischdecke nehmen wir denn so durch den Wind war die. 00:56:38 Und dann kam natürlich dazu, dass die auch das an Aussicht stellen des Ehemannes, ja dann heiraten wir morgen nicht. Natürlich, ne, das kann man schon als Drohung verstehen. Also damit ist ja auch der Willensentschluss nicht mehr freiwillig, wird ja nicht mehr aus dem Motiv gebildet, ich möchte irgendwie meine wirtschaftlichen Folgen regeln, sondern ich möchte meine Hochzeit schützen. So, Und ja, das kam natürlich alles zusammen und das hat mich dann auch beschäftigt. Hatte auch noch mal ’n anderen Ehevertrag tatsächlich aus Quebec, wo ich weiß noch, da ging es um das Institut von Family Catrimony, der mich sehr beschäftigt hat. 00:57:14 Aber dieser spezielle Ehevertrag, über den ich jetzt gerade gesprochen hatte, an dem hatte man eben schön lernen können, auch welche Grundlagen, Grundsätze der Bundesgerichtshof eben daran gestellt hat. Man kann eben nicht einfach jemanden quasi in so ’ne Situation zwingen, überraschen, ausnutzen, denn wie ging das denn aus? Na ja, der wurde für nichtig erklärt, der Ehevertrag, komplett. Ja, er wurde für nichtig erklärt und tatsächlich war es auch so, dass dann eben, ja, ja, komplett, der war vollständig nichtig und dass eben dann die vermögensrechtlichen Folgen beidseitig. 00:57:46 Es war noch relativ schwierig, weil es war so, die hatten dann auch noch tatsächlich die 3 oder 4 Monate oder später nach der Eheschließung in Ontario aufgehalten, wo womit dann noch das Recht von Ontario auf die güterrechtlichen Folgen Anwendung gefunden hat. Denn das friert sozusagen fest, das Recht dort, wo ich heirate und dann meinen gewöhnlichen Aufenthalt habe, bleibt immer das Recht, was über meine vermögensrechtliche Auseinandersetzung entscheidet. Dann wurde noch ein Gutachten eingeholt, aber am Ende ging es ganz fair aus und auch verträglich für beide Seiten. Es war natürlich wahnsinnig teuer, zeitintensiv und und auch stressig. 00:58:17 In diesem Zusammenhang entfremdeten sich auch die Kinder dann vollständig von dem Vater. weil die sauer waren, weil die, weil das halt vollkommen rücksichtslos geführt wurde, dieses Verfahren. Aber es war ’n Lehrbeispiel dafür, dass so ’n Vertrag beruht auf dem freien Willensentschluss von 2 Individuen. Die müssen sagen, ich möchte das und ich will das wirklich und ich verstehe auch, was ich hier mache und ich habe auch genug Zeit, mich mit dem auseinanderzusetzen, indem ich beispielsweise schon ’nen Entwurf habe und dieses in die blinde Hineinstolpern. 00:58:52 in so einen Vertrag. Das wird nicht immer geschützt. Das kann sein, dass so ein Vertrag wirksam ist, aber das erzwungene Ausnutzen einer Notlage. Das führt in den meisten Fällen dazu, dass diese Verträge dann nicht wirksam sind. Also richtig. Ja. Krass. Hast du einen Ehevertrag? Nein. Ja. 00:59:22 Ich habe auch keine. Ich fahre einfach, ich fahre einfach mit dem Fahrrad durch die Stadt und genieß, genieß das Leben. Nein, möglicherweise würde man einen machen, wenn man jetzt noch mal zurückblickt. Ich weiß es nicht ganz genau, es ist immer individuell. Wir hatten halt beide damals nichts und deswegen hat man sich darum keine Gedanken gemacht. Aber man trifft natürlich auf andere Weise so Vorsorge, schon jetzt auch so ein bisschen geguckt. Aber ja, es soll kein Werbepodcast für ein Ehevertrag sein. Also es gibt genug Leute, die brauchen gar keinen, aber es gibt genug Leute, die bräuchten einen und haben keinen. 00:59:57 Also es kann dieses Tal der Tränen, was oft eine Scheidung bedeutet, doch erträglicher machen. Ja, also früher hätte ich gesagt, also wer ein Ehevertrag will, der steht eigentlich nicht zur Beziehung. das ist, was ich früher gedacht hätte. Ja, nach dem Motto, man schielt schon auf den Ausgang. Ja, genau, ja, aber ich meine, letztlich weiß man ja nicht, was in dem Kopf von anderen vorgeht. Und es gab auch schon Ehevertragsverhandlungen bei mir, also in meiner Form als Notar, die nicht zum Ehevertrag geführt haben, wo der Vorgang abgebrochen wurde, weil man sich nicht einigen konnte auf irgendwas. 01:00:40 dann war auch der Beziehung dann oft nicht so zuträglich. Aber in den meisten Fällen klappt es schon. Ja, die Eltern sind dann auch oft ’n Indikator. Die Großeltern oder die Eltern, die sagen dann ja und ich würde dir gern hier das Familienanwesen übertragen oder was heißt ’ne Eigentumswohnung, aber dann kriegt ja hier meine garstige Schwiegertochter alles. Hä, aber wenn man es überträgt, kriegt man das doch nicht dann, oder? na ja, man nimmt eben am Vermögenszuwachs teil an Marie, wenn man nichts regelt, ne. 01:01:13 Mhm, klar, die Wohnung selbst, wie wir ja gehört haben, unterliegt nicht dem Zuausgleich, aber der Vermögenszuwachs ist natürlich ganz oft so, dass dann vielleicht gibt es keine anderen Vermögenswerte, das heißt, wenn es dann so einen Zuausgleichsanspruch der Ehefrau oder des Ehemannes gäbe, könnte der nur erfüllt werden, indem ich die Wohnung verkaufe. Aber die ist schon seit 3 Generationen oder 4 Generationen in der Familie und das will man natürlich schützen. dem Familienunternehmen das Gleiche, kann Situationen geben, wo so ’ne Scheidung, dann wurde kein Ehevertrag geschlossen, dann wird dieser Firmenanteil mit einer astronomisch hohen Summe bewertet, 50 davon stehen dann zweieinhalb Millionen, beispielsweise jetzt mal der Ehefrau oder dem Ehemann zu, weil das führt dazu, dass sie das Unternehmen schließen muss. 01:01:58 Das ist in liquiden Mitteln gar nicht zur Verfügung und da hängen dann 20 Arbeitsplätze dran. Also es hat schon auch ’ne unternehmerische, Komponente und es ist auch ’ne Verantwortung zu sagen, schließt bitte ’n Ehevertrag. Oh Mann, ey, hat er Tobak? Liebe Hörerinnen und Hörer, es tut mir leid, dass wir jetzt so ’ne harte Folge euch ans Ohr gebunden haben. Wir haben ja immer noch jemanden, der mithört, unser lieber Johannes, der uns abmischt. Dafür auch vielen Dank, der macht das ganz toll. Der wird uns gleich sagen, ob er jetzt ’n depressiven Abend verbringt oder noch schnell ’n Ehevertrag macht. 01:02:35 Ja, also von allen familienrechtlichen Gebieten, was ist denn dein Lieblingsgebiet? Mein Lieblingsgebiet, ich mach sehr gerne Strategieberatung im Rahmen des Forum Shoppings. Also die Frage ist, welcher Gerichtsstand ist für mich der beste, wo kann ich meinen Anspruch am besten durchsetzen, möglicherweise im Ausland, im Inland. Also gerade diese grenzüberschreitenden Fälle machen mir am meisten Spaß. Ja, so strategische, ohne Kindschaft, Nein, ich mach sehr gern Kindschaftssachen. 01:03:06 Also viele sind ja da abgeschreckt und so sagen, nee, mach ich nicht und stresst mich zu sehr und so emotional aufrührend. Ich mach das nach wie vor sehr gerne. Ich mach genau wie du HKÜ Verfahren vertrete ich sehr gerne. Ich mach aber sehr gerne auch eben so vermögensrechtliche, nenn ich es mal, Strategieberatung. Ich entwerf sehr gerne Eheverträge, gerade so die Vertragsgestaltung macht mir schon auch viel Spaß. Und du, Ich, da ich ja nur im Kindschaftsbereich tätig bin, tatsächlich machen mir die HKÜ 01:03:38 Sachen sehr viel Spaß. Ich find so skurrile Sachen spannend. Ja, skurrile Sachen sind auch, sind auch. Ich kann jetzt nicht so viele Beispiele nennen, weil es kann man dann, nee, das kann man identifizieren. Ja, ja, das stimmt, aber wirklich, da gibt es so ein paar Sachen, ja, mit den skurrilen Sachen. Und, wir waren heute, wir waren mit Kolleginnen was essen und auf dem Rückweg Lietzenburger Straße oder Joachimsthaler Straße kam uns eine Frau in einem in einem Bikini entgegen, aber ganz normal mit Kopfhörern und einem Bikini und und es drehte sich auch keiner groß um, da dachte ich, das ist ja ist Berlin. 01:04:20 Zu viel ist das März, manche sind schief gegangen, aber wirklich, vielleicht war das nur eine kurze Jogginghose und ein, du so ein Sportplan? Nee, nein, das war ein, das war ein Bikini, also das kann ich schon ganz gut unterscheiden und das meine Kolleginnen, ja, war schon sehr interessant. Ich hatte heute eine Unterhaltung im Gericht über HKÜ Verfahren und da bestand der Eindruck, bei mir besteht der auch, dass es irgendwie in Berlin zumindest weniger Fälle so gab im letzten Jahr als sonst. 01:04:59 Ist das auch dein Eindruck? Ja, Ja, es war so ’n bisschen, ja, es war so ’n bisschen ruhiger, das stimmt. Tatsächlich waren die HKÜ Verfahren, die ich letztes Jahr gemacht hab, alle außerhalb von Berlin. Ja, mhm, weißt du, was ich schon zwischendurch gedacht hab? Was denn? Ann-Marie, Ann-Marie lacht herzlich, liebe Versuche, ob das was mit dem Podcast zu tun hat, weil, wir ihm schon auch sagen, wo die Grenzen der K. 01:05:31 überfahren. Um Gottes willen, das machen wir uns der Beihilfe hier noch strafbar. Nein, ja, nee, die Leute sind einfach für die, die halten, die sind einfach artiger, die halten sich jetzt dran, weißt du, weil wir gesagt haben, das geht so nicht, könnt ihr nicht machen. Aber es, das ist quasi die kostenfreie Rechtsberatung, was ihr hier bekommt, liebe Hörerinnen und Hörer. Wir haben auf unserem Konto bei bei, Podcast hat de. haben wir jetzt 47€ angesammelt, seit letztes Jahr März. Also der Reichtum steht im, bald können wir essen gehen, bald haben wir auf zu arbeiten. 01:06:07 Nee, aber wir haben tatsächlich gute Hörerzahlnetze, hab ich gesehen. Also ich freu mich, 6 700 Leute am Tag oder so, für so einen kleinen Familienpodcast, wie wir den machen, gar nicht schlecht, find ich. Find ich auch und da sind noch nicht mal alle Zahlen drin. Stimmt, da sind die ganzen Spotifyzahlen und so nicht drin. Ja, genau, oder Ann-Marie, wir machen es weiter von der Herzblut. Ich war zwar auch irgendwie auch fertig, aber ich hab mich trotzdem gefreut. Ich hab mich auch daran erinnert, wie wir ganz spät abends im Souterrain, damals noch in einem anderen Beländer Bezirk, unseren ersten Podcast gemacht haben, die Nullerfolge. Und ich hatte den Enthusiasmus, aber da kann er auch schnell verpuffen. 01:06:42 Nein, aber ich hab jetzt gedacht, auch das ist richtig schön, dieses Projekt. Total, lern so viel und wir sind ja bald in neuer Location, ne. Dann, Aber mit Johannes. Den nehmen wir mit, den klemmen wir uns unter den Arm. Oh, der ist sehr groß, aber den klammern wir uns unter den Arm und nehmen mit. OK Oh, wir könnten noch Werbung machen für den 19.4. Also das müssen wir machen, auf jeden Fall. Liebe Hörerinnen und Hörer, es gibt dort eine Band da draußen. Ich hab das vorm Podcast gesagt und ich meins auch tatsächlich so, die hör ich wahnsinnig gerne und die müsst ihr euch mal hinter die Ohren schreiben. 01:07:18 Also Stifte rausgeholt, auf den Edding, auf den Arm geschrieben, Cats and Breakies, also wie Katzen. und weiß gar nicht, was Breakies World heißt. Ich weiß nicht, Breakies sind ja Katzenfutter und Breakies vielleicht von Breakdance. Also Cats und Breakies jedenfalls und die spielen im Gretchen am 19.4. am 19.4. Ey, da müsst ihr mal reinhören, das ist richtig amtliche Musik und wir haben tatsächlich auch das schon mal in unserem Instagram Kanal verlinkt und ich kann es auch einfach sagen, weil ich es wirklich gerne höre. 01:07:52 Also ich krieg auch keine Tantieme oder so, und wer, wer ist in der Band und der Band ist der Johannes, der uns abmischt und der die ganzen Amps und und was weiß ich alles rausmischt und bei dir und wir sitzen, du sitzt übrigens hier genau neben seinem Sound Equipment, mehreren Keyboards, darf man ja gar nicht sagen, weiß gar nicht, was das alles ist, Wahnsinn, wo er meinte, er brauche anderthalb Stunden, anderthalb Stunden erstmal um aufzubauen. Auf der anderen Seite neben Ann-Marie, liebe Hörerinnen und Hörer, wir müssen mal ein Foto da reinstellen, ist ein Schlagzeug. Hinter Ann-Marie steht ein Bass, 01:08:24 mit einem auch ganz guten Paddle Board, sehe ich. Also, weil Andreas kennt sich aus, der ist nämlich auch Musiker. Am 19.4. jedenfalls im Gretchen freut sich Jung und Alt, aber Johannes, vor allen Dingen, wenn ihr kommt. Ja, jetzt haben wir ja lange Werbung gemacht, war unser Herzensanliegen, oder? Genau, danke Johannes. Ja, dann liebe Hörer und Hörer, also ich, jetzt habe ich so viel, ich habe irgendwie wahnsinnig viel geredet heute, da komme ich mir mal so übergriffig vor. Nee, ich find das total gut, weil ich lern viel. Nächstes Mal musst du dann wieder mehr erzählen anmachen. 01:08:56 Dafür darfst du jetzt den Hörern gute Nacht sagen. Gute Nacht. Nein, danke fürs Zuhören. Wir schätzen es sehr wert und freuen uns immer, wenn wir sehen, dass das Anklang findet. Genau, vielen Dank. Schöne Grüße an euch draußen. Gute Nacht. 01:09:31 So ihr Lieben, das war es für heute bei Family Matters, eurem Familienrechts-Podcast mit Ann-Marie Steiger und Andreas Hanke. Vielen Dank fürs Zuhören, Dabeisein und für euer Feedback. Wir freuen uns auf die nächste Folge mit euch und wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns gerne oder folgt uns bei Instagram. Bei Fragen, Feedback oder spannenden Themen schreibt uns an kontakt@family-metters-podcast.de. Teilt mit uns, was euch bewegt, weil es mehr als eine Wahrheit gibt. 01:10:02 Bis bald. Das Transkript ist KI-generiert.

Shownotes

Was Euch in der Folge erwartet:
n dieser Folge sprechen Ann-Marie und Andreas über ein Thema, das im Familienrecht oft unterschätzt wird: Eheverträge. Was genau kann man darin eigentlich regeln? Warum können sie im Fall einer Trennung jahrelange gerichtliche Auseinandersetzungen vermeiden – und warum geht es dabei nicht nur um Scheidung, sondern auch um Erbrecht, Vermögen und sogar steuerliche Fragen im Todesfall?
Andreas erklärt, welche Bereiche typischerweise durch einen Ehevertrag gestaltet werden können – vom Versorgungsausgleich über Unterhalt bis hin zu internationalen Rechtswahlmöglichkeiten. Gleichzeitig diskutieren die beiden, warum ein vorsorgender Ehevertrag nicht zwingend Ausdruck von Misstrauen sein muss, sondern auch Stabilität und Sicherheit in einer Beziehung schaffen kann.

Inhaltlich geht’s um:
• Warum Ann-Marie und Andreas sich in dieser Folge erstmals ausführlich den vermögensrechtlichen Seiten des Familienrechts widmen.
• Was ein Ehevertrag überhaupt ist – und welche Scheidungsfolgen darin geregelt werden können.
• Die wichtigsten Themen eines Ehevertrags: Versorgungsausgleich, Zugewinnausgleich, Unterhalt, Hausrat und Pflichtteilsverzicht.
• Warum viele Eheverträge gerade bei Unternehmensvermögen, Immobilien oder Erbschaften eine wichtige Rolle spielen.
• Wie internationale Ehen durch Rechtswahl und Gerichtsstandsvereinbarungen komplex werden können.
• Warum ein vorsorgender Ehevertrag nicht nur Konflikte vermeiden, sondern sogar stabilisierend auf eine Ehe wirken kann.
• Eine eindrucksvolle Praxisgeschichte über einen Ehevertrag aus Kanada – und warum er später vollständig für unwirksam erklärt wurde.
Ein kleiner Ausblick auf das, was kommt:
In den nächsten Folgen nehmen wir euch mit in echte Fälle (natürlich anonymisiert), teilen absurde Momente aus Gerichtssälen und sprechen über Themen wie:
• Sorgerechtsstreitigkeiten & Umgangsregelungen
• Hochstrittige Eltern – wenn Kinder zwischen die Fronten geraten
• Kinderschutz, psychologische Gutachten & die Rolle des Jugendamts
• Live-Gäste
Rubriken, auf die ihr euch freuen könnt:
• Family Frontpage – Aktuelles aus Recht & Gesellschaft
• Good to Know – Kurze, verständliche Aha-Momente
• Family Fails – Wenn der Alltag im Familienrecht skurril wird
• The Good Question – Wir beantworten eure Fragen

Triggerwarnung
Bei Family Matters sprechen wir über Themen aus dem Familienrecht – und das bedeutet oft: existenzielle Konflikte, emotionale Ausnahmesituationen und tragische Schicksale. Es geht um Kinder, Eltern, Trennungen, Gewalt, Verlust und Entscheidungen, die ganze Leben verändern.
Auch wenn wir zwischendurch mal lachen oder rumwitzeln – manche Geschichten können wirklich belasten. Bitte hört nur zu, wenn ihr euch emotional stabil genug fühlt, mit solchen Inhalten umzugehen. Achtet gut auf euch.

Disclaimer
Die in dieser Folge enthaltenen rechtlichen Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Bei konkreten Anliegen wendet euch bitte an eine Rechtsanwältin, einen Rechtsanwalt oder eine Steuerberaterin bzw. einen Steuerberater.
Ihr habt Feedback, Fragen oder selbst etwas erlebt? Dann schreibt uns an kontakt@family-matters-podcast.de
Oder per DM auf Instagram: @familymatterspodcast
Wir freuen uns auf eure Geschichten, Fragen und Gedanken.
Unsere Website findet ihr unter: https://family-matters-podcast.de/

Musik & Technik
Aufgenommen von Johannes Gottschick im Tiny Bay Studio BLN https://www.tinybaymusic.com
Schnitt und Produktion: Johannes Gottschick
Musik: Jan Köppl-Steiger