Family Matters Podcast

Folge 014

Veröffentlichung: März 3, 2026

Folge 014

Ist jetzt auch nicht so deep – oder doch? Zwischen Kindeswohl und gecancelt werden.

Drei Jugendliche, zwei Verfahrensbeistände und ein Rechtsanwalt diskutieren offen über Kindeswohl, Loyalitätskonflikte, Schulwechsel, Wechselmodelle und Genderfragen – und darüber, was es wirklich bedeutet, wenn Erwachsene über das Leben junger Menschen entscheiden.

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00:00:11 Family Matters, euer Familienrechts-Podcast mit Ann-Marie Steiger und Andreas Hanke. Hier geht es um mehr als Gesetze. Wir sprechen auch über Kindeswohl, psychologische Hintergründe, familiäre Krisen, mögliche Lösungen und das Hilfesystem. Aus verschiedenen Perspektiven, weil es mehr als eine Wahrheit gibt. 00:00:36 So, da sind wir wieder. Heute sind wir in großer Runde hier zusammen und ich kenne die meisten gar nicht, aber Ann-Marie, vielleicht übernimmst du die Vorstellungsrunde hierzu. 00:00:43 Wir haben 4 Gäste, wir haben 3 junge Menschen, junge Erwachsene, was euch am liebsten ist und Uli, einen geschätzten Kollegen und BVEB Mitglied, ebenfalls Verfahrensbeistand. 00:00:58 Erstmal hallo an euch alle. 00:00:59 Hallo, hallo, hallo. 00:01:02 Genau, also bei Herrn Ulrich Ames können wir ruhig noch sagen, ich glaube sogar im Vorstand des des BVEB 00:01:07 Ne, Ja das ist richtig, genau, mit Vorstandsmitglied im BVEB 00:01:10 B. Und langjähriger Verfahrensbeistand in Berlin, ich glaube, ich kann das sagen, wir hatten uns das erste Mal gesehen, ich hab nämlich noch mal nachgeguckt, in einem Verfahren 2012 beim Amtsgericht Schöneberg, 00:01:20 Das ist richtig, ich erinnere mich und da war ich auch schon ein paar Jahre dabei und der Fall ist ja auch das letzte Verfahren in dem Fall hatten wir gerade erst dieses Jahr, glaube ich, oder letztes Jahr, 00:01:32 Wirklich, Ich bin nicht mehr dabei, schon seit längerem nicht, beziehungsweise ich war und bin dann wieder dabei gewesen, hin und her, Wechsel, aber genau, wir kennen uns schon eine Weile. 00:01:40 Das wäre mal spannend, was für ein Verfahren so lange läuft. 00:01:42 Na ja, das ist wie oft das nicht ein Verfahren gewesen, sondern immer wieder Verfahren mit einem Kind, was dann im Laufe der Zeit immer größer geworden ist und nun mittlerweile 12 Jahre alt ist und zum Zeitpunkt des ersten Verfahrens ein halbes Jahr alt, ganz klein, frisch geboren. 00:01:59 Aber Umgang und Sorgerechtsstreitigkeiten oder genau, 00:02:02 Umgang, Sorgerecht, das volle Programm. Also immer wieder auch mit Umgangsausschlüssen, mit begleiteten Umgang, mit Umgangspflegern, hatten wir alles dabei. 00:02:11 Ja, ja, nachher vielleicht mal kurz ein, 2 Sachen zu sagen, nicht zu dem spezifischen Verfahren, aber glaube ich zu der Problematik, die dem Verfahren zugrunde liegt, nämlich immer, wenn Eltern unterschiedliche, auch in dem Fall religiöse Vorstellungen haben, dann, Wir haben ja ganz selten mal diesen Fall, dass die das Gesetz über die religiöse Kindererziehung, was es ja auch noch da draußen gibt, zur Anwendung kommt. Aber das ist so ein Fall, wie gesagt, später vielleicht dazu mehr, wo man schon merkt, OK, wenn sich die weltanschaulichen Sichten von Eltern so stark auseinander entwickeln, während der Trennung oder kurz vor der Trennung, kann es ganz gravierende Auswirkungen haben. 00:02:46 OK, aber Ann-Marie, 00:02:48 Genau, wir hatten ja gedacht, wir bringen mal ein paar Kinderstimmen in den Podcast. 00:02:53 Ich sehe nur junge Erwachsene von mir, 00:02:55 Junge Erwachsenenstimmen und es haben sich alle freiwillig gemeldet, fast einmal Mona, willst du dich mal kurz vorstellen? 00:03:05 Ja, hallo, ich bin Mona, ich bin die Tochter von Amarie oder das gemeinsame Projekt, wie auch immer und. 00:03:13 Spielst du an auf die diese erste Einstiegsfolge? Ja, also du hörst den Podcast freiwillig und gerne. Aha, 00:03:23 Das freut uns natürlich. Und empfiehlt sie noch weiter. Ja, ja, kein Druck hier. Und du, Lilith? 00:03:30 Ja, Also ich bin Lilith und ich habe ein Praktikum gemacht bei Ann-Marie die letzten 3 Wochen. 00:03:36 Auch fast freiwillig hier. Schön, dann haben wir noch jemanden. 00:03:40 Ich bin Luca, der Enkel von Ulrich Ames und ich war öfter schon mal mit Opa im Gericht und da hat Opa mich halt gefragt, ob ich da mitmachen will. 00:03:51 Toll. Vielen, vielen Dank, dass ihr alle da seid. Ich glaube, das ist eine große Bereicherung, weil es klingt jetzt ein bisschen pathetisch, aber ihr seid es ja letztendlich, in dem es in unserem Job im Wesentlichen geht. Kinder, wir haben das ja schon ganz oft gesagt, das wertvollste Gut, was uns irgendwie als Menschen anvertraut ist und ihr seid ja eigenständige, wie man gleich merken wird, Charaktere und Wesen. Aber ich glaube, ganz guter Außenblick kriegen wir heute mal. 00:04:14 Genau, vielleicht könnt ihr noch mal kurz euer Alter sagen, damit die Hörer das so einordnen können. Mona, ich bin 15, Ich bin auch 15, bin 11 OK und wir wollten euch gerne fragen, was ihr so mitgekriegt habt von dem Job, wie ihr so dazu steht, was so euer Eindruck ist, ob ihr wisst, was ein Verfahrensbeistand überhaupt macht und vielleicht auch zu bestimmten Themen eure spontane Kinderhaltung erfragen, jungen Erwachsenenhaltung. Los geht es, was ja, erzähl doch mal, was glaubt ihr, was ist ein Verfahrensbeistand, was macht der so? 00:04:49 Ihr vertritt. 00:04:50 Quasi so die Kinder, wenn es, 'N Grund gibt, warum die Eltern zum Gericht gehen, haben die Eltern ja beide quasi so 'n Anwalt, der deren Interessen vertritt und als Verfahrensbeistand redet ihr halt so mit allen Beteiligten und schaut dann, was halt so am besten für das Interesse vom Kind ist. Habt ihr Kollegen irgendwas zu ergänzen? 00:05:14 Nee, so gut könnt ich das meistens nicht erklären. Ja. 00:05:18 Genau, jetzt fällt euch noch ein, Lil. Ja, also auch, Was für das Kindeswohl am besten, als wenn die Kinder jetzt zum Beispiel jünger sind? Also, wir hatten auch ganz viele Fälle, wo die Kinder halt noch nicht selbst ihren Kindeswillen quasi äußern konnten und dann halt auch einfach zu gucken, O.K., was ist bei den Eltern gerade los? Was wäre da am besten fürs Kind? 00:05:36 Genau, also Kindeswohl, Kindesinteresse sind 2 wichtige Worte, die gefallen sind. Und Kindeswille hast du auch schon gesagt, Luca. Mir fällt dazu eigentlich nichts mehr Weiteres ein. Was glaubst du, Luca, was ist am wichtigsten, Kindeswille oder Kindeswohl? Das Kindeswohl. Ah, erklär mal, warum glaubst du das? 00:05:55 Was stellt man, Luca, du bist ja 11 Jahre alt, was stellt man sich denn als elfjähriger Berliner, nehme ich an, ne, und da überhaupt vor, wenn jemand sagt, jetzt will ich mal gucken, was entspricht deinem Wohl am besten, was könntest du dir vorstellen, was für Faktoren da wichtig sind oder wo man vielleicht drauf achtet? Ja, also deine Antwort ist nämlich auch schon aussagekräftig, weil Kindeswohl ist ein ganz schön technischer Begriff, finde ich. Also dein Opa hat ja damit viel zu tun beruflich, Aber kannst du mir glauben, dass sich viele Erwachsene, auch noch Leute, die noch älter und noch erfahrener als dein Opa sind, den Kopf darüber zerbrechen, was es überhaupt heißt. 00:06:26 Man kann es nämlich gar nicht so richtig greifen und deswegen ist unser Job so schwierig, weil nämlich, du hast ja ganz eigene Vorstellungen, du, was weiß ich, was du gerne gerne machst, wo, wo du gerne hingehst, jeder braucht bestimmt viel Zeit für sich alleine oder manche Leute wollen immer nur unter Gemeinschaft sein und wenn du bei deinem Opa mal mitgewesen bist, was hast du denn da so erlebt im Gerichtssaal oder was hat denn dich besonders. 00:06:47 Er im Gerichtssaal war, Luca tatsächlich nicht mit, aber er ist öfters mal, wenn ich ihn bei mir hatte und noch berufliche Verpflichtungen hatte, saß er im Nebenraum, wenn Kinder kamen und ich Gespräche mit Kindern geführt hab und hat sich die Zeit ein bisschen andersweitig vertrieben und natürlich auch Fragen gestellt, wer war das oder wieso und was machst du da und dann hab ich natürlich ein bisschen erklärt, aber was mich eigentlich interessieren würde, ihr kommt ja in Berührung damit, weil eure Mutter oder oder dein Opa mit der Aufgabe arbeitet und das ist ja besonders, Die meisten Kinder kommen ja nicht darüber in Kontakt. 00:07:18 Lilith, wann hast du das erste Mal von diesem Job gehört, dass es sowas überhaupt gibt? 00:07:23 Ich weiß es gar nicht mehr genau, wahrscheinlich schon früher, weil ich kenn Ann-Marie jetzt ja auch schon mein ganzes Leben, wahrscheinlich schon ziemlich früh. 00:07:31 Ja, ich glaub auch, schon ziemlich früh. Und Mona, du? 00:07:36 Ja, eigentlich genauso. Also, wann hast du es gecheckt, so kann mich jetzt auch nicht mehr so genau erinnern, ist jetzt keine Ahnung, es war einfach so, ja, das ist halt dein Beruf und, Ich weiß auch noch so, als ich klein war, bin ich auch manchmal so, wenn ich vielleicht nicht in der Kita oder so sein konnte, keine Ahnung, irgendwie mit dir mitgekommen oder hab da so bisschen was mitgekriegt und ja, als ich älter wurde, halt immer mehr so. 00:08:02 Ja, Andreas hatte ja eben gefragt, was ist überhaupt so Kindeswohl, was stellt ihr euch darunter vor, also schon komischer Begriff, ne, also was tut mir wohl, ist ja auch schon ein altes Wort, also was tut mir gut, Weil also was glaubt ihr denn, was wären Sachen, wo ihr sagt, das ist gut für uns, das brauchen wir. 00:08:20 Also zum einen würde ich sagen, so ja, Familie und Freunde, dass man halt so mit den Leuten, die einem am wichtigsten sind, guten Kontakt und viel Kontakt hat. 00:08:31 Ja, wir können es auch noch mal aufhängen, ich weiß nicht, ob du dich erinnerst, Mona, so 'n Tag, wo du nicht in die Kita konntest, musste ich dich mal mit in 'ne Einrichtung nehmen, in dein Kinderheim. 00:08:42 Vorbereitend auf den Termin hatte ich dich dann ja gefragt, warum Kinder im Kinderheim sein können. Weißt du noch, was du gesagt hast? Nee, war es. 00:08:53 Du hast sinngemäß gesagt, dass ja, wenn die Kinder halt nicht artig sind und so weiter, dann kann es sein, dass sie ins Kinderheim kommen. Und da war ich total schockiert und hab es dann erstmal richtig gestellt. Aber das zeigt ja vielleicht auch, dass du zumindest zu dem Zeitpunkt noch keine Vorstellung von Kindeswohl hattest. Was würdest du denn jetzt sagen, warum Kinder in einer Heimeinrichtung sein können und warum das vielleicht in deren Ruhe sein kann? 00:09:21 Vielleicht, weil wenn die Situation zu Hause sehr schwierig ist und es denen quasi nicht gut geht, wenn so die Beziehung zu den Eltern nicht gut ist oder die Eltern selber vielleicht so Schwierigkeiten haben, sich gut um die Kinder zu kümmern und es vielleicht halt auch keine bessere Option gibt. So manchmal kann man ja irgendwie bei Großeltern dann oder so, Genau, unterkommen oder so, aber wenn diese Option alle nicht so gut sind, dann kann es sein, dass man ins Heim kommt. 00:09:48 Mhm, kommt man denn ins Heim, wenn man nicht artig ist als Kind? Nee, gut, das soll ich nochmal gleichstellen. 00:09:55 Luca wollte was sagen, oder nee, zum Kindeswohl. Luca, was glaubst du denn, was brauchst du, damit es dir gut geht? Also aus einem Handy vielleicht, 00:10:06 Familie, Freunde und ja, Kontakt zu anderen Menschen. Mein Freund hat mal Hausarrest bekommen und da hat er keinen Kontakt mehr mit irgendjemanden. Für wie lange denn? 2 Tage. 00:10:19 Du sagst was ganz Interessantes. Also, was glaubt ihr denn, was sind Sachen, die Erwachsenen tun, die Kindern nicht gut tun? Vielleicht kommen wir ja näher an das Kindeswohl ran, wenn wir wissen von euch, was aus eurer Sicht Erwachsene nicht tun sollten. 00:10:31 Also zu viele Grenzen setzen. Also man muss halt auch so ein bisschen Freiheiten den Kindern lassen, aber schon trotzdem Grenzen setzen. Sie nicken oder und halt einfach auch viel soziale Kontakte erlauben, den Kindern bei der Schule helfen, in der Kita unterstützen und einfach die Kinder auch mit ihren Wünschen quasi unterstützen. 00:10:57 Was mich interessiert, weil ich ja selbst 'ne Tochter habe, die da gerade so 'ne Peergroup Verhalten durchmacht. Wie ist es denn, soziale Medien ist ja so 'n großes Schlagwort. Mancher taucht auch beim Familiengericht auf, nach dem Motto, die Eltern erlauben oder gehen überhaupt nicht restriktiv, also eingrenzen mit sozialen Medien um. Wie seht ihr das? Gehört das schon, wenn ich soziale Medien eingrenze zu 'nem Verhalten, was ihr blöd fändet? 00:11:20 Also ja, es gibt ja so 'ne große Debatte darum, ob soziale Medien so gut für Jugendliche sind. Und also ich verstehe schon, dass so Leute sagen, so ja, ist nicht gut, aber so, ich fänd es jetzt auch blöd, wenn ich kein Social Media mehr haben könnte. 00:11:36 Aber Es ist nicht genau eher nur dein Wille und nicht dein Wohl. 00:11:40 Ja, vielleicht, aber ich glaub, ich wär sehr traurig, also sehr traurig. 00:11:45 Folgefrage interessiert mich einfach, ist man heutzutage, wenn ihr so eure Freunde anguckt, wär man ausgegrenzt, wenn man jetzt beispielsweise nicht, weiß ich nicht, Snapchat, TikTok, Instagram oder so hat, Also läuft viel Kommunikation schon über diese sozialen Medien. Luca nickt schon, was ja, was sagst du? 00:12:03 Die meisten, also jetzt ältere Kinder, zum Beispiel irgendwie siebte aus unserer Schule oder sechste, die nutzen sehr viel TikTok und werden auch ausgegrenzt von den anderen, die kein TikTok haben. 00:12:16 Und wäre es total doof, wenn deine Mama sagen würde, Luca, du darfst nur so und so lange Medien nutzen oder ist das was, wo du sagst, ja, finde ich schon OK, Nur die Grenze ist vielleicht zu eng. 00:12:29 Ja, Mama erlaubt mir halt 2 Stunden oder zweieinhalb Stunden pro Tag und wenn ich dann noch mehr will, dann sagt sie nein. 00:12:37 Und ist die Grenze OK Oder sagst du nee, also das ist mir viel zu wenig oder nee, 00:12:41 Ich find es so OK Wie sind denn eure Grenzen bei den Medien und sind die O. 00:12:47 K.? Ja, also ich hab, ich glaub, anderthalb Stunden am Tag für so, also ich hab selber kein TikTok, aber so Insta, Snapchat und so weiter. Und ja, also es kommt dann schon öfter mal vor, so dass ich das so aufbrauche, aber ich sag das OK Also es reicht halt, um mit einzuschreiben und so weiter und so für die Kommunikation und so. Und wenn ich dann einfach nur so scrollen will, OK, dafür reicht es dann halt nicht, aber das auch O. 00:13:15 K., also mhm. Ja, also ich hab 'ne Stunde, aber ich find das auch total OK Also ich hab das auch selbst mit meinen Eltern zusammen eingerichtet, überhaupt das heißt, War auch von meiner Seite aus vernünftig. 00:13:27 Ja, also interessant auf jeden Fall. 00:13:31 Ja, Also könnt ihr Wille und Wohl eigentlich gut auseinanderhalten? 00:13:34 Ich glaub, was anderes, was mich noch einfach interessieren würde, aus Sicht des Anwaltes, ganz oft wird ja so stark auf die Familie und den Kontakt zu ihren Eltern abgestellt. Also wir haben ja diese typischen Umgangsregelungen, wo man sagt, ich regel jetzt den Kontakt mit dem Vater und ich regel den Kontakt mit der Mutter, Und so dann sofort. Aber irgendwie ist die Zeit verplant. Ab wann werden denn eigentlich gefühlt Freunde oder wird der Freundeskreis eigentlich fast wichtiger als die Eltern, von dem wie viel Zeit will ich mit jemandem verbringen? 00:14:04 Also ich würd schon sagen, dass ich ziemlich viel mehr Zeit mit Freunden noch so verbringen. 00:14:08 Ja, auf jeden Fall und ist ja auch völlig in Ordnung. Aber ab wann fing das an? 00:14:12 12 oder 13 oder so, aber ich glaub, ich war da auch bisschen spät. 00:14:15 Ja, ich würde sagen, Ende 13 Oh, bei dir so, dass es wirklich 'ne besondere Wichtigkeit entfaltet hat. 00:14:23 Okay, was bei dir? Seit ich die Schule gewechselt hab, verbringe ich mehr Zeit mit Freunden. Und wann hast du gewechselt? Vor einem Jahr oder eineinhalb Jahren. 00:14:33 Seit du so 10 warst. Ja, das ist eben, glaube ich, schon eine relativ starre Regelung noch, die wir in Deutschland haben, dass man einfach sagt, wir ordnen die Zeit immer Vater und Mutter zu und Vater und Mutter müssen sich immer darum kümmern, dass derjenige, wenn die getrennt leben, dann auch Zeit mit seinen Freunden hat. Aber ich find jedenfalls, dass es in dieser Diskussion, Ganz oft zu kurz kommen, dass eben diese Phase, so fühle ich das jedenfalls, dass Kinder wie immer früher selbständig werden. Vielleicht ist das nur so eine landläufige Meinung, ich fühle es, ich weiß nicht, was sagst du dazu, Olli? 00:15:05 Also es ist auf alle Fälle immer ein Spannungsfeld, manchmal kommen ja auch noch so wichtige Beziehungen zu Großeltern dazu. Ja, das will ich an der Stelle auch noch mal sagen, wie es aber auch schön Zeit oder die Kinder auch sagen, Opa, wann kommst denn du mal wieder? Aber das ist ein Spannungsfeld, dass wir, Im gerichtlichen Verfahren tatsächlich ganz schlecht gegriffen kriegen, ne. Es ist aber auch schwierig, weil die Eltern ja oftmals auch immer wieder Argumente dafür suchen, weshalb das Kind nicht zum anderen Elternteil Kontakt haben sollte oder mehr Kontakt haben sollte und das könnte jetzt die nächste Waffe sein, um zu sagen, ja, ja, aber der Junge oder das Mädchen braucht ja jetzt noch mal Kontakt zu seinen Freunden, ja und deswegen kann es jetzt nicht Kontakt zum Vater oder zur Mutter haben. 00:15:47 Also das ist, Total schwierig, aber das müssen wir natürlich im Kopf auch gerade als Verfahrensbeistände haben. Das ist ein Teil unserer Erkundung, was ist denn eigentlich der Kindeswille, nämlich herauszufinden, was, was brauchst denn du sonst, ne, was ist denn sonst wichtig in deinem Leben. Deswegen frag ich auch immer, ne, mit wem triffst du dich, gibt es Übernachtungen, ja, übernachtest du bei Freunden oder übernachten Freunde bei dir und so weiter. Das ist schon, 00:16:11 Gibt es ein Omatag oder genau, 00:16:13 Wer ist denn noch wichtig insgesamt für dich, wer ist, wer sind so vertraute Personen, 00:16:18 Und also das Gericht, das kann ja immer, wenn wir jetzt über Kontakte sprechen, kann ja immer nur Regeln festlegen, quasi ne, wann sehen die Kinder Mutter oder Vater, wie findet ihr das eigentlich, dass das dann vorgeschrieben ist, sowohl den Eltern als auch den Kindern? 00:16:36 Also ich würd sagen, an sich ist schon ganz gut, weil der Grund, warum viele ja zum Gericht gehen, ist, weil sie sich halt nicht selbständig drauf einigen können. Also es gibt ja viele Eltern, die sich trennen, ohne zum, Gericht zu gehen und so. Deswegen finde ich es eigentlich ganz gut, aber ich würd sagen, je älter das Kind ist, desto mehr sollte jedenfalls bei der Entscheidung so das Kind quasi mitentscheiden können. Aber ich würd sagen, an sich macht es schon Sinn, so dass irgendwie der Sinn vom Gericht oder. 00:17:05 Ja genau, das ist der Sinn vom Gericht. Und was für 'ne Regelung würdet ihr so ganz allgemein angenommen, das Kind hat gute Beziehungen zu beiden Eltern, die Eltern trennen sich, Gibt es da irgendwie so eine Faustregel, wo ihr sagen würdet, das wär normalerweise eine gute Lösung, da sollten die Erwachsenen zuerst mal hingucken, bevor die was anderes entscheiden? Also ich würd sagen, 00:17:32 Sind irgendeine Art von Wechselmodell, auf jeden Fall könnte man dann mal in Betracht ziehen. Es ist halt auch immer davon abhängig, ob das Kind lieber mehr bei der Mutter oder mehr beim Vater sein möchte, auch wenn es zu beiden eine gute Beziehung hat, kann es ja trotzdem, Lieber zu einer Person wollen. 00:17:48 Und deswegen finde ich, muss man da schon sehr doll drauf gucken. Mhm, hättest du da irgendwelche Wünsche, wenn du sagen würdest, Mensch, irgendwie so und so viel Zeit möchte ich mit Mama und so viel Zeit mit Papa verbringen? 00:17:59 Ich würd eine Woche bei Mama und eine Woche bei Papa, 00:18:01 Also musst du auch nicht beantworten, aber interessiert mich natürlich, warum eine Woche, eine Woche, also warum denkst du gerade an eine Woche zum Beispiel? 00:18:09 Weil eine Woche 'ne gute Zeit ist, guter Abstand, weil man vielleicht auch mal, wenn man jetzt zum Beispiel die Eltern sich getrennt haben in, wenn man jetzt beim Vater ist, dass man die Mutter vermisst zum Beispiel. Und dann kann man ja regeln, eine Woche bei der Mutter und eine Woche beim Vater. 00:18:27 Ich hab mal 'ne ganz wichtige Frage, wer von euch hat denn entweder getrennte Eltern oder kennt in dem Freundeskreis, Wenn ihr die erste Frage nicht beantworten wollt, weil es ja auch OK Ist. Freunde, deren Eltern getrennt sind, ist das was, was in eurem Leben eine totale Ausnahme ist? Das ist vielleicht mal ein Freund oder eine Freundin oder sagt ihr, na das kommt schon öfters vor, das ist schon normal. Kennt ihr überhaupt irgendjemanden? 00:18:54 Ja, 2 aus meiner Klasse. Und wie machen die das da? Redet ihr in der Klasse gar nicht über sowas? Auch interessant, die wollen darüber gar nicht reden. 00:19:04 Kann ich auch verstehen, Ja. 00:19:05 Ja, 00:19:07 Und deine Eltern sind zusammen? Ja, also ich hab getrennte Eltern, aber mein leiblicher Vater, den kenn ich seit 9 Jahren nicht mehr und jetzt hab ich 'nen Papa, mit dem versteh ich mich gut, ist wie mein leiblicher Papa und ja, 00:19:26 Toll, super. 00:19:28 Und du sagst ja auch Papa zu dem. 00:19:30 Ja, ja, also bei mir in der Klasse ist es bestimmt 'n Viertel bis Hälfte der Klasse, Deren Eltern getrennt sind, die haben alle irgendwelche Wechselmodelle, manche leben auch nur noch bei einem Elternteil. 00:19:44 Und was denkt ihr, wenn Regelungen erlassen werden, also Wechselmodell oder was anderes, wie wichtig ist dann euer Kinderzimmer? Ist es dann egal, dass man 2 Zimmer hat und dann mal eine Woche so und eine Woche so? Oder, Welche Bedeutung hat das für euch? 00:20:04 Also ich finde grundsätzlich eigentlich ein Nestmodell ziemlich gut, weil man dann halt einfach ein Zimmer hat. 00:20:09 Erklär mal noch mal kurz, was Nestmodell. 00:20:11 Die Eltern haben quasi 2 getrennte Wohnungen noch woanders und kommen dann quasi immer in die Wohnung für eine Woche, 2 Wochen, was auch immer und das Kind bleibt aber. Die Eltern wechseln und das Kind bleibt aber in der Wohnung. Was ich eigentlich ganz gut finde, weil dann hat man festen Schulweg, hat ein festes Zimmer, aber es ist halt nicht ein, Möglich, weil es natürlich dann auch viel mehr Geld kostet, weil man ja 3 Wohnungen quasi insgesamt braucht. 00:20:37 Aber du meinst für dich, wenn du jetzt an dein sozusagen Kinderzimmer denkst, würdest du das präferieren als Vorstellung? 00:20:42 Auf jeden Fall, 00:20:43 Das bleibt dann sozusagen, alles bleibt, O. 00:20:45 K., wenn man ja alles mitschleppen muss, 00:20:48 Klamotten, Schulsachen. Und glaubt ihr, dass die Erwachsenen halt so in der Lage sind, dauerhaft? Also ernst gemeinte Frage, ne, wir verlangen ja immer von den Kindern, dass die hin und her wechseln, Und beim Nestmodell wären es eben die Erwachsenen. Also glaubt ihr, dass sie das gut können? 00:21:07 Also finanziell oder nee, 00:21:09 Sagen wir mal, Finanzen spielen jetzt nicht die Rolle. 00:21:11 Dass die gut miteinander klarkommen, 00:21:14 Muss man gucken. Also man müsste es halt irgendwie einrichten, dass die sich nicht begegnen, dass sie dann irgendwann zwischendurch am Tag wechseln oder so. Es ist wahrscheinlich schwierig, je nachdem wie offen die Eltern für sowas sind, würde ich sagen. 00:21:27 Na ja, das Ding ist, ob jetzt das Kind immer wechseln muss oder die Eltern, ich würd sagen, wechseln ist halt irgendwie immer 'n bisschen blöd, weil man muss an sich dieses, man einfach immer alles mitnehmen, was man so jeden Tag braucht, ist halt an sich schon nervig und ich würd sagen, genau aus dem gleichen Grund, warum es für Kinder vielleicht so schöner werden, 'n Nestmodell zu haben, wär es halt für die Eltern. 00:21:51 Ja, bisschen blöd, das so 'n Nestmodell zu haben, weil die müssen dann ja immer, Ich würd halt auch sagen, so sein Zimmer richtet man dann ja auch so ein, wie man es will und so und das ist dann halt vielleicht auch bisschen schwierig so zu verein mit zur Arbeit und so weiter. 00:22:04 Mhm. Und du, 00:22:05 Wie wichtig ist dir dein Zimmer? 00:22:07 Schon wichtig, aber ich würd es auch mal cool finden, wenn ich jetzt 'ne Woche bei Mama bin, mal 'n anderes Zimmer zu haben. 00:22:14 Und ich glaub tatsächlich, dass es was mit dem Alter zu tun hat, ne. Also je jünger, desto wichtiger sind wahrscheinlich die Person, Und je älter, desto wichtiger sind die Umstände, die ihr auch selber mit bestimmen könnt, zum Teil. 00:22:33 Ne, Mich würd noch mal was interessieren, wenn ihr einen Verfahrensbeistand bräuchte, weil tatsächlich mal dazu kommen würde, dass dass es ein Gerichtsverfahren gibt, was wir nicht hoffen. Aber was wäre euch denn wichtig, was soll so ein Verfahrensbeistand, der euch unterstützen ja soll, der eure Interessen vertreten soll, Was soll der können, wie soll der mit euch umgehen, was ist euch da wichtig, soll der einfach kommen, mal fragen, was willst du und dann wieder gehen oder was sind eure Vorstellungen? 00:23:01 Also ich würd schon sagen, dass es mir wichtig wär, dass der Verfahrensbeistand sich wirklich sehr viel Mühe gibt. Also ich hatte halt so bisschen das Gefühl, OK, dass jetzt mein Leben und wenn das jetzt nicht so ernst nimmt oder irgendwie ganz viele andere Sachen die ganze Zeit zu tun hat und irgendwie nicht genug Arbeit da reinsteckt oder so, dass dann halt vielleicht nicht das Beste für mich bei rauskommt oder so. Und ja, also man kommt ja immer so unterschiedlich gut mit so verschiedenen Leuten klar. Mir wäre es schon wichtig, dass jemand ist, mit dem ich mich so gut verstehen kann und der mich vielleicht auch gut versteht. 00:23:33 Also wenn der da irgendwie auch ernst nimmt, was ich sozusagen hab und so was, was ich sage, was mir wichtig ist und dann, ich glaub, je älter man wird, dass er merkt, wird so Kindeswille und Kindeswohl so gleich. Also so kleine Kinder können das vielleicht so ein bisschen schlechter noch einschätzen, so was so langfristig am besten wäre, aber ich fände es schon blöd, wenn jetzt der Verfahrensbeistand dem Gericht sagt, dass es am besten irgendwas ist, selbst wenn ich das nicht selber am meisten wollen würde. 00:24:04 Mhm, also um es richtig zu verstehen, also du hättest sozusagen die Angst, dass du dem oder derjenigen irgendwas erzählst, was dich wirklich bewegt oder was dein Leben ausmacht, wie du gesagt hast und dass der oder diejenige das dann einfach, Beim Gericht anders erzählt und dann irgendwelche Entscheidungen getroffen werden würden, die du eigentlich gar nicht willst. 00:24:22 Würdest schon wollen, dass es möglichst nah an dem ist, was ich will. Ja, mhm, 00:24:28 Oft ist es tatsächlich gar nicht so leicht, das einzuschätzen, ne, weil man ja auch überlegen muss, warum sagt ein Kind was. Also Stichwort Loyalitätskonflikt, oft wird zum Beispiel vermutet, wenn die Kinder sagen, wir wollen Wechselmodell, Dass sie das eben machen, damit Mama nicht traurig ist und Papa nicht traurig ist und das vielleicht gar nicht der eigene Wille ist. Öfter mal steht es im Raum. Habt ihr denn 'ne Idee, wie man das von außen besser sehen kann, ob das der eigene Wille des Kindes ist oder spielt es überhaupt 'ne Rolle, ob das der eigene Wille ist oder ob die Kinder das aus anderen Motiven heraus machen? 00:25:12 Ist es gleichzusetzen? 00:25:15 Also ich würde sagen, wenn ich jetzt im Loyalitätskonflikt wäre, wäre es am besten, wenn der Verfahrensbeistand auch so 'ne Person ist, wo ich sagen könnte, OK, dem kann ich irgendwie vertrauen, dass er jetzt auch nicht alles weiter sagt. Und dann vielleicht kann man dann irgendwie mit dem Verfahrensbeistand reden, dass der das irgendwie so darstellt, als als hätte man vielleicht eher gesagt, man möchte Wechselmodell, aber dass er das irgendwie als besser einschätzt, damit man quasi nicht vor den Eltern dann so dasteht, als würde man das eine sagen. 00:25:43 Ja, Also das Vertrauensverhältnis zum Verfahrensbeistand ist wichtig. 00:25:49 Und was ist, wenn du jetzt tatsächlich mal feststellen würdest, da kommt jemand und du findest ihn einfach unsympathisch, das kann uns, ihr seid ja Menschen, genauso wie Erwachsene, die Sympathien haben und Antipathien haben und mit manchen Kammern, mit anderen nicht, das geht ja euch ja mit euren Lehrern auch so, ne. Also wenn da jetzt so einer kommt oder eine kommt und ihr denkt von vornherein, hm, der will ich gar nichts erzählen, Was wäre denn so ein, wie geht ihr denn damit um, Luca, was würdest du dann machen wollen? 00:26:18 Ich würd einfach gar nichts sagen. 00:26:20 Und würdest du dir wünschen, dass es dann einfach möglich ist, dass jemand anders kommt, ne? Oder mhm, 00:26:25 Ja, also ich würd wahrscheinlich probieren, das Beste draus zu machen und trotzdem das zu erzählen, was ich halt weiß und was ich möchte und trotzdem zu probieren, dass der Verfahrensbeistand oder die Verfahrensbeistände quasi dann auch meinen Willen weitergibt. Ich, Weiß aber jetzt nicht, wie viel und wie genau ich das dann erzählen würde, wenn es quasi wirklich 'ne Person ist, die ich super unsympathisch finde. 00:26:47 Mona, du wolltest was sagen. 00:26:48 Also in so 'ner Situation fände ich es, glaube ich, auch wirklich extrem wichtig, dass es 'ne gute Person ist und vielleicht will ich dann auch so sagen, dass ich mich mit der Person nicht wohlfühle oder so und vielleicht gucken, ob also ich weiß nicht, inwiefern das möglich wäre, aber so, dass man da vielleicht jemand anders irgendwie reinhört oder so. 00:27:02 Also die Möglichkeit zu sagen zu können, ich komm mit dir nicht klar, also 'ne Offenheit des Verfahrensbeistands, Das auch zu erfragen und die Offenheit auch, dass du sagen kannst, ich möcht gern jemand anders haben, find ich ganz, ganz wichtig. Das ist bei uns selten tatsächlich, 00:27:23 Wäre Das für euch hilfreich, wenn der oder diejenige euch im ersten Gespräch eröffnen würde, dass es die Möglichkeit gibt, dass jemand anders kommt. Also die Frage ist, weil das ist ein tatsächlich Systemproblem, also vielleicht mal Disclaimer, man kriegt, wird ein Verfahrensbeistand ganz schwer los, Unternehmen einmal hat, hat man den. Würde es euch in diesem Gesprächsdialog helfen? Ich geh davon aus, ja, aber ich frag trotzdem, wenn der oder diejenige sagen würde, passt mal auf, ich bin jetzt hier, das ist freiwillig und ihr müsst mir nichts sagen und ihr müsst mir sagen und es gibt den oder den Weg, an den ihr euch wenden könnt, wenn ihr auch jemand anders möchtet. 00:27:57 Ja, also ich würd denken schon oder halt auch einfach dann die Möglichkeit zu haben, keine Ahnung, das schriftlich aufzuschreiben. In einem Telefonat zu sagen, dass man einfach verschiedene Wege hat, auf denen man das mitteilen kann, was man halt sagen möchte und das jetzt nicht unbedingt in dem Gespräch sagen muss, wenn man sich da unwohl fühlt. 00:28:13 Mhm, ja, die die Gefahr dabei ist, ja, gibt ja Gründe, warum die Verfahrensbeistände nicht so leicht auswechselbar sind und das liegt ja so ein bisschen in der in der Natur der Sache, ne. Also, wenn Mama was anderes will als Papa und das Kind dazwischen steht und dann sagt das Kind, Ich find den Verfahrensbeistand doof, dann sagt doch mindestens einer von den Eltern, ist ja klar, ist eingeredet vom anderen. 00:28:37 Genau, es ist ja, ich wollte einfach mal so ein bisschen was hören, wie es so, wie es so bei euch ist, als als Betroffene. Aber natürlich ist es ein Riesenproblem, weil man den Kindern ja so wenig wie möglich Entscheidungen eigentlich aufbürden sollte. Wenn die noch das Gefühl haben, jetzt bin ich noch dafür zuständig, den Verfahrensbeistand rauszukanten, dann werden sie ja noch mehr Teil des Problems und oder des Konflikts, Und das soll ja, unser Verfahren soll ja Kinder davor eigentlich schützen, dass sie eben nicht diese, 00:29:01 Ja, aber das ist ja ein genau dieses Spannungsfeld, in dem wir als Verfahrensbeistände stehen und aber auch ein Spiegel des Spannungsfeldes, in dem die Kinder auch oftmals stehen, nämlich genau an ganz, ganz ähnlichen Stellen zwischen 2 Eltern und mit dem Versuch dann autonom ihre eigenen Wünsche zu erklären. Das ist echt schwierig für Kinder. Mich interessiert aber auch noch, Wenn ihr euch vorstellt, weil wir hatten vorher das kurz angesprochen, der Verfahrensbeistand empfiehlt jetzt was anderes als das, was du willst. 00:29:34 Ja, der sagt, es gibt jetzt Kindeswohlgründe, ja, dem Kindeswillen nicht zu folgen, ne, sondern zu sagen, ich sehe das, ich hör das, ich vermittel das auch weiter, aber ich habe aus meiner beruflichen Erfahrung und meinem Wissen 'ne andere Sichtweise. Was würdet ihr euch wünschen, wie der Verfahrensbeistand euch gegenüber damit umgeht, wenn der tatsächlich sagt, Du sagst, meinetwegen, ich möchte. Weiß nicht, Wechselmodell und der Verfahrensbeistand sagt, ich verstehe das, ich höre das, aber das geht aus meiner Sicht nicht. 00:30:05 Ne, was würdest du dir wünschen, wie der dann reagiert, wie er mit diesem Problem umgeht? 00:30:11 Also, ich würde auf jeden Fall wollen, dass der Verfahrensbeistand erstmal mit mir darüber redet, bevor er jetzt irgendwas den Bericht schreibt und ich würde wollen, dass er mir das erklärt. Oh ja, warum denkt er das jetzt und so und ich denke auch, wenn es 'n guter Verfahrensbeistand ist, dann, Würd das auch irgendwie vielleicht bisschen einleuchten, aber wenn ich dann so wirklich das gar nicht so akzeptieren kann, so was der sagt oder so, dann würd ich eigentlich schon wollen, ist dann wahrscheinlich nicht möglich, aber wär glaub ich schon am besten, wenn der dann so betont, das Kind wär damit sehr unglücklich, aber so, ja. 00:30:44 Genau, also einfach die Differenzierung zwischen Kindeswille und Kindeswohl in den Vordergrund rückt, ne, euch gegenüber und dann auch dem Gericht gegenüber. 00:30:56 Ja, aber ich denk, das hängt auch sehr vom Alter des Kindes ab. Wir sind jetzt beide 15 und ich glaub, da ist es eher schwieriger, das komplett gegen den Willen der Kinder zu machen, wie als jetzt bei irgendwie einem neunjährigen Kind, auch wenn das was anderes möchte. Da kann man es wahrscheinlich noch eher verständlich machen für das Kind, dass es jetzt halt nicht geht beziehungsweise das da durchsetzen als jetzt bei 16 siebzehnjährigen Kindern zum Beispiel. Und ich find schon, dass man dann auch offen sein muss und das dann auch wirklich erklären muss, wieso das jetzt nicht geht, was die Gründe sind, dass es einfach verständlich gemacht wird, zumindestens für die älteren Kinder. 00:31:33 Aber das dann vielleicht auch doch mehr auf den Kindeswillen gehört wird, also ab 1415 Jahren. 00:31:41 Mhm, ja, spannend, da hat der Gesetzgeber ja doch einiges trotzdem mit berücksichtigt, ne? 00:31:46 Mir würde auch nichts mehr Weiteres einfallen, 00:31:48 Aber würdest du dem zustimmen, was die beiden sagen? Ja, 00:31:52 Noch eine Frage, wenn ihr euch vorstellt, Mama und Papa oder einer von beiden kommt jetzt zu euch in dem Szenario und sagt, ich habe jetzt 'n neuen Job in Düsseldorf und ziehe jetzt dahin um, was wären da eure Reaktionen, eure erste? 00:32:05 Ich glaub, das wär richtig schlimm, aber ich glaub, ich werd nicht umziehen wollen, also warum nicht? Na ja, also es spielt halt viel mehr mit als ja, ob ich jetzt bei Mama oder bei Papa bin, es ist auch viel mehr so, Ja, hier ist meine Schule, meine Freunde, alle anderen Leute, die mir wichtig sind, so hier ist mein Zuhause und nee, ich glaub, das ist ja richtig schlimm. 00:32:26 Das nennen wir Kontinuität, genau, 00:32:28 Genau, Luca nickt da auch ganz intensiv mit dem Kopf, hab ich gerade gesehen, ist so wichtig, ne, dass es eben nicht nur um Mama und Papa geht, sondern ihr 'n eigenes Leben habt, unabhängig von Mama und Papa und je älter ihr werdet, umso wichtiger wird das. Wie wichtig ist das denn, Luca, für dich, dein Leben außerhalb von der Frage, ich wohne mit Mama und Papa zusammen oder mit Mama oder Papa zusammen, sondern deine Freunde, deine Schule, deine Umgebung, wie wichtig ist das für dich in deinem Alter? Du bist ja 3 Jahre jünger, 4 Jahre, Entschuldigung. 00:33:01 Ich würde es blöd finden, weil da halt alle wohnen, die ich kenne, gute Freunde, weil wenn ich jetzt zum Beispiel nach Tische da stehen würde, hätte ich keine Freunde in der Schule. Hätte ich nur meinen Papa, den ich da kenne und ja, ich würde es einfach blöd finden. 00:33:18 Jetzt hast du ja vorhin erzählt, du hast schon mal die Schule gewechselt, ne, vor vor anderthalb Jahren, das weiß ich ja auch. Wie war das denn für dich? Es war ja völlig unabhängig von irgendwie Mama und Papa, 00:33:27 Sondern ja, ich war in der Schule und dann bekomme ich von unserem Direktor einen Zettel und darauf steht halt, dass ich die Schule wechsel und dann wurde halt davon nichts gesagt. Also meine Eltern haben mir nichts davon gesagt, dass ich die Schule wechsel und ja. 00:33:44 Hättest Du dir da was anderes gewünscht oder hättest du dir gewünscht, dass du mehr einbezogen wirst in die Frage, sollst du Schule wechseln oder nicht? 00:33:50 Ja, es wär sehr besser, weil Anfang an halt 'nen Monat hatte ich dann keine Freunde da und ja. 00:33:58 Monat hast du keine Freunde gehabt und dann dann hast du neue Freunde gefunden und neue richtig gute Freunde gefunden. Ja, weil die Gerichte, das müsst ihr wissen, oder viele von den Richtern oder Richterinnen, Die gehen immer davon aus, dass bei Kindern eigentlich, dass die hoch resilient sind, also belastbar oder widerstandsfähig, würde man vielleicht sagen. Und das so nach dem Motto, so 'n Kind kann eigentlich 'n Wechsel leicht mitmachen, ne, das wird schon neue Freunde finden. Aber ich höre raus, bei dir war so 'ne Phase, die muss man dann irgendwie mitmachen, dann irgendwann geht es aber. Aber ich höre bei euch beiden raus, fünfzehnjährig, das wäre jetzt so aufs erste Hören, Vollkatastrophe. 00:34:32 Ja, und jetzt nehmen wir mal an, nicht nach Düsseldorf, sondern aufs Land irgendwo. Und. 00:34:38 Ich glaub, das wär richtig schlimm. Also nee, also keine Ahnung, man kommt dann da schon irgendwie rein, aber ich glaub auch je älter man wird, so desto bisschen mehr Gesetze sind so die Freundesgruppen und so. Und ich glaub, es ist also wenn man neu reinkommt, dann kann es halt, glaub ich, ein bisschen schwierig sein, so da reinzufinden, weil ja, keine Ahnung, in der Grundschule, wenn irgendwer Neues in die Klasse gekommen ist, dann haben die Lehrer gesagt, ja, du passt heute auf den auf oder so, aber, Ich weiß nicht, ob das jetzt immer noch so wär und keine Ahnung, ist halt dann vielleicht bisschen komisch so. 00:35:12 Mhm. Also wir haben auch vor einem halben Jahr neue Schüler dazu bekommen und die sind immer noch nicht richtig angekommen. Also ich glaub, umso älter man wird, umso schwieriger ist es dann auch in die festen Gruppen reinzukommen. Also ich bin jetzt schon seit der ersten Klasse auf meiner Schule und für mich wär das auch 'ne Katastrophe, jetzt die Schule zu wechseln oder sogar woanders hinzuziehen. 00:35:32 Also je wichtiger die Gruppen werden, In eurem Alter, umso fester werden sie auch, umso schwieriger ist es wahrscheinlich auch, da so richtig rein zu wachsen für Jugendliche, die von außen kommen. Luca, wie ist denn das so im Nachhinein geschaut, wenn du sagst, OK, der Wechsel ist jetzt anderthalb Jahre her, wenn du jetzt entscheiden könntest, würdest du heute sagen, OK, ich würde wechseln, damals, damals oder war die Entscheidung im Nachhinein eine, wo du sagst, ich würd die immer noch nicht treffen? 00:35:59 Nö, ich würd gerne an der Schule bleiben, weil ich ja auch von der ersten bis zur sechsten drin war, Also auf der Schule und da halt auch sehr viele Freunde hatte und dann dieser plötzliche Wechsel war blöd. 00:36:13 Warst du da sauer mit Mama und Papa? 00:36:16 Ja, Wissen die das? 00:36:18 Ja, die wissen das, 00:36:19 Wenigstens jetzt, wenn sie den Podcast hören. 00:36:21 Aber aber ihr beiden, ne, ihr seid ja beide auf Schulen, die auch Abi anbieten, Grundschule bis Abi und ihr hättet aber die Möglichkeit gehabt zu wechseln, Und ihr habt euch, glaub ich, beide dagegen entschieden, ne? 00:36:38 Ja, also ich hatte kurz überlegt zu wechseln, aber hab mich dann dagegen entschieden, einfach weil es bei uns jetzt 13 Jahre sind und es deutlich entspannter ist als 12 Jahre zu machen. Das ist der Grund, das war bei mir der Grund, 00:36:53 Also nicht das Soziale, 00:36:54 Nee, also Freunde sind gewechselt, Freunde sind geblieben. Das heißt, es war dann die Entscheidung, entweder ich bleib jetzt mit den Freunden oder ich geh mit den anderen Freunden. Aber ich hätte so oder so noch Leute gehabt in meiner Klasse, die ich auch gekannt hätte, noch aus der Grundschule. 00:37:09 Ja, ich würd auch sagen, ja, ich hätt auch wechseln können, aber ich glaub, es war jetzt eigentlich ganz gut, dass ich geblieben bin. Also, man hatte auch seine Freunde und so. Hattest du denn erwogen zu wechseln? Nee, nicht wirklich. 00:37:26 Ja. Ja, also ich hatte wirklich ewig lange Pro und Contralisten gemacht, um zu gucken, ob ich jetzt bleibe oder wechsel. Also ich hab das schon auf jeden Fall erwogen, aber hab mich dann dagegen entschieden. 00:37:36 Wenn Noch interessieren würde, du hast, glaub ich, vorhin erwähnt, Lilith, ne, was ist dein Name, dass das eben ein Viertel, vielleicht sogar mehr der Kinder in der Klasse irgendwie in Trennungssituationen sind. Redet man darüber, wird darüber geredet oder oder vertraut man sich gegenseitig an oder teilt man Sorgen und Nöte miteinander? 00:37:55 Also mit seinen engsten Freunden bestimmt. Meine 2 engsten Freundinnen, die haben noch, also die Eltern sind noch zusammen, aber also man kriegt das schon mit, wessen Eltern getrennt sind, dann halt auch, dann nehmen die die Klamotten mit in die Schule, weil die danach zum anderen Elternteil, also hinziehen für dann wieder 'ne Woche. Also man kriegt das schon so mit, aber bei denen ist das, glaube ich, bei den meisten so, dass es schon echt lange so ist, also fast das komplette Leben. Deswegen ist das für die, glaube ich, einfach auch normal mittlerweile. 00:38:29 Ja, genau, also bei uns in der Klasse wird jetzt halt kein Geheimnis oder so gemacht, aber wir reden jetzt auch nicht so darüber, ja, bei mir sind die Eltern getrennt, bei und wie ist es bei dir und so, aber es gab halt schon 'n paar Mal so Situationen, wo irgendwer hat 'ne Rede oder so darüber gehalten und dann gab es halt so kurz Diskussionen in der Klasse, aber wir reden jetzt nicht so viel darüber, 00:38:50 Nee, mhm, Macht man so als Jugendlicher so mit sich selber aus überwiegend die Probleme? 00:38:57 Nee, aber 2 aus unserer Klasse haben getrennte Eltern. Der eine, der lebt seit er geboren ist, nur noch mit seiner Mutter zusammen, weil den Vater kennt er gar nicht und die andere, die redet manchmal drüber, aber auch nur mit ihren engsten Freunden. Ja, mhm, 00:39:17 Glaubt ihr, dass das so ein bisschen schambesetzt ist oder ist das einfach? So, dass man halt nicht drüber redet. 00:39:24 Also ich würd nicht sagen schambesetzt, aber keine Ahnung, ist jetzt auch nicht so toll. 00:39:29 Also Also man geht nicht damit hausieren. 00:39:31 Nee. Ich wollt noch mal fragen, ihr wart ja alle 3 schon mal am Gericht, ne? Was ist so 'n Gefühl in so 'n Gericht reinzukommen und habt ihr schon bei Fällen was mitbekommen, was fällt euch dazu ein? 00:39:49 Also ich hatte, Mal so ein Praktikum gemacht und unser Gericht ist eigentlich voll spannend, so und ich. Durfte dann auch in so paar Gerichtsterminen sein und einmal war nur so 'ne Scheidung und es ging eigentlich voll schnell. Was eigentlich voll süß so, die waren, die haben sich dann auch noch so in den Arm genommen und so, waren so, ja, ist eigentlich voll die schöne Zeit mit dir und ich hab da nicht so ganz verstanden, warum die sich jetzt trennen. Aber na ja, und dann das zweite war irgendwie so 'n richtig. 00:40:23 Krasser Fall, die Großeltern waren auch da und die waren irgendwie alle ein bisschen verrückt, alles war voll für die Großfamilie da in diesem Raum und so. Und es war voll spannend und ich konnte dann da sitzen und so zuhören. Und worum ging es? Um Sorgerecht, Umgangsrecht. Ich weiß nicht mehr genau, ich glaube, die Oma hat irgendwie Probleme gemacht, aber ich weiß nicht mehr. Die wollte irgendwie das Kind mehr sehen oder irgendwie sowas. 00:40:47 Ja, ist schon krass, ne, wenn die Erwachsenen sich nicht gut verstehen und dann streiten die darüber. 00:40:53 Ob ihr das Kind sehen können oder wie und du Lilith? 00:40:56 Ja also ich habe jetzt ja gerade drei Wochen Praktikum gemacht und ich fand es schon sehr belastend so diese ganzen zerstrittenen Familien mitzukriegen also ich war ja auch bei vielen Gesprächen noch dabei davor und dann halt auch quasi die Entscheidung zu deren Familien mitzukriegen wenn man quasi mit allen Familienmitgliedern geredet hatte, Und so alle Sichten kannte, fand ich schon sehr extrem und so, wenn man ins Gerichte reingegangen ist, das erste Mal fand ich schon krass, wie diese Einlasskontrollen und so sind. 00:41:27 Also alles wird durchleuchtet und so, das fand ich schon auch spannend, 00:41:32 Aber auch krass. Ja, schon sehr offiziell alles inzwischen. 00:41:37 Ja, Nee, was du sagst, ist ja interessant, weil das gibt einem ja das Gefühl, oh, ist es hier jetzt gefährlich, vielleicht, Dass die Menschen alle so durchsucht werden und was könnte hier passieren und ja, 00:41:47 Das stimmt. Könnt ihr euch denn vorstellen, wenn ihr an eure Zukunft denkt, so was selbst zu machen, so 'n Job selbst auszuüben? 00:41:54 Also, verfahrensverständlich, weil so, ich krieg auch von Norma richtig mit, so es ist richtig viel Arbeit und so an sich, ich find es eigentlich richtig cool, so der Job an sich klingt eigentlich voll spannend, aber ist vielleicht auch so bisschen heftig und, Ja, keine Ahnung, aber an sich so irgendwas mit Gericht ist eigentlich voll spannend, 00:42:13 So also eher nicht, weil ich möchte mehr mit Kindern arbeiten, auf jeden Fall. Also man führt ja schon Gespräche mit Kindern auch als Verfahrensbeistand, aber man arbeitet halt größtenteils mit Eltern oder schreibt Berichte und ich möchte da einfach mehr mit den Kindern dann doch zu tun haben. 00:42:32 Den nicht vertreten, 00:42:33 Sondern mit denen Zeit verbringen oder die beraten oder was auch immer, aber halt einfach mehr Kontakt zu denen. 00:42:40 Ja, also ich könnt es mir nicht vorstellen. 00:42:44 Hätte ich jetzt auch nicht gedacht, aber der Podcast ist ja der, ich mein, der wird ja wahrscheinlich bei Jugendlichen gar nicht so doll gehört, aber der ist natürlich jetzt hier großer Erkenntnisgewinn. Ja, bei Verfahrensbeistand, um ehrlich zu sein, bevor ich den Beruf ergriffen habe und dann im Familienrecht tätig war, hab ich davon noch nie gehört. Wusste ich gar nicht, dass es gibt. Nee, ich auch nicht. 00:43:04 Ja, Ich bin auch nur beim psychologischen Sachverständigen gelandet, weil ich ja, Mich für Psychologie interessiert hab und dann war der auch noch damals Verfahrenspfleger und da hab ich überhaupt erst mal was von dem Job gehört. 00:43:17 Berufsbezeichnung ist ja schon abschreckend, da seh ich ja, wenn ich gefragt werde, was machen Sie eigentlich und dann sag ich Verfahrensbeistand und Und dann sehe ich in 90% ein riesigen Fragezeichen in den Gesichtern der Menschen, was könnte das denn sein, Verfahren, Beistand, was könnte der, wem könnte der, was könnte der da beistehen, also das ist, was für ein Verfahren, ja, 00:43:39 Verfahrenspfleger fand ich eigentlich noch verwirrender, muss ich sagen, total. 00:43:46 Ja, was macht ein Verfahrenspfleger, das war nur die alte Bezeichnung für Verfahrensbeistand, es gab dann irgendwann eine Reform. 00:43:52 Weil man gesagt hat, der pflegt ja die Kinder nicht, ja, sondern der steht denen ja bei. 00:43:57 Der gibt dann so wichtige Überlegungen. 00:44:00 Ganz wichtig, die haben 2009 das geändert und das haben sie dann auch aus der Klage wurde der Antrag und aus den Parteien wurden die Beteiligten einfach um das ein bisschen fluffiger zu machen, so locker. 00:44:09 Ist so wie in manchen Schulen Lehrer und Lernbegleiter. 00:44:14 Ja, ja, aber es macht halt gar keinen Sinn, so es gibt doch wichtigere Probleme und dann muss man jetzt nicht über so ein Titel debattieren. 00:44:22 Leider Gottes ist es ein Titel geworden, der dann auch noch sehr schwer zu gendern ist, finde ich. Das ist immer, ist es die Verfahrensbeiständin oder ist es die Verfahrensbeistand oder. 00:44:32 Der, die das Verfahrensbeistand in, bei mir ist es der Verfahrensbeistand, 00:44:37 Lese ich auch ein Gutachten, so würde ich vorschneiden, 00:44:40 Sound wirst du ganz schnell gecancelt, ne? Das finde ich lustig. 00:44:47 Für wen denn? Du bist überhaupt nicht richtig sensibel da in der Hinsicht. 00:44:52 Für wen denn? 00:44:53 Sag mal, Mona, weil es interessiert mich auch. Wir haben ja, ich, ich versuche ja immer schon Verfahrensbeistände und Beistand zu sagen und ich weiß aber, wie, wie ist es bei euch in der Generation, wie wird das wahrgenommen, wenn man jetzt nicht gendert oder einfach brachial durch, zack. 00:45:08 Also, Ich persönlich find es jetzt auch nicht so wichtig, ob man jetzt gendert und so. 00:45:14 Also, keine Ahnung, ich ich weiß, es ist so, es gibt so viele Leute, die nehmen das dann so 'n bisschen persönlich, aber ich will es jetzt nicht so persönlich nehmen, wenn ich geh mal heute zu dem Arzt der Ärztin. Ja, also keine Ahnung, 00:45:27 Ich Na gut, aber wenn du 'ne weibliche Ärztin hast, dann sagst du ja auch nicht, ich geh jetzt zu meinem Arzt. 00:45:31 Ich sag das doch. Wirklich? Ja. Also so, OK, ja, ich, ich kann auch sagen, 00:45:38 Also ich bin da anders. 00:45:40 Also ich, ich würd, ich würd auch sagen, ja, ich geh zu meiner Ärztin, aber wär ich die Ärztin, würd ich es jetzt auch nicht so persönlich nehmen. Also ne, 00:45:48 Ich, ich überleg mir immer nur manchmal, ohne dass ich jetzt besonders politisch korrekt klingen will, weil ich einfach nur so, wie ich drüber nachdenke, denn ich denke drüber nach, wenn jetzt in allen Nachrichten, Filmen oder irgendwelchen Podcasts immer in einer weiblichen Form geredet werden würde, würd ich mir vielleicht irgendwann als Mann auch denken, hä, Wo komme ich da vor, da was, warum wird immer über die Frau geredet, sind die besonders gut, toll, was weiß ich, können die es besonders klasse oder was weiß ich, sind die besser, um es mal simpel zu formulieren, von daher versuche ich es immer mitzumachen. 00:46:18 Oder ich würde denken, mein Geschlecht hat es nicht nötig, hervorgehoben zu werden. 00:46:23 Ah ja, aber es ist nicht, hat es, ist es doch irgendwie ein bisschen, Ne? 00:46:26 Also ja, also wenn man so in dem Sinne darüber nachdenkt, dann finde ich das eigentlich schon richtig so, aber inzwischen ist es halt einfach normal und solange man jetzt nicht, Der Arzt sagt mit der Intention zu sagen, ja Männer sind besser als Frauen, dann juckt es ja auch nicht so. Also OK, dann könnte man vielleicht darüber nachdenken, so wie ist das entstanden und das dann vielleicht auch nicht gut, weil aber keine Ahnung, ist jetzt auch nicht so deep, auch nicht so deep. 00:46:52 Jetzt sind wir tief in der Genderdiskussion, es ist auch sehr spannend und wir haben es ja in den Verfahren tatsächlich manchmal mit ganz schwierigen Konstellationen zu tun, die das Gendern auch, Ganz schwer machen. Ich kann zum Beispiel mal ganz kurz berichten, ich hatte gerade einen Fall, wo der Vater der Kinder zur Frau geworden ist und die Eltern sich getrennt haben, unter anderem aus dem Grund. Und jetzt das aber im gerichtlichen Verfahren so ist, dass es ein Kindesvater und eine Kindesmutter gibt. 00:47:26 Also das ist ganz, ganz schwierig, weil das Gericht, Sieht eben nicht 2 Kindesväter oder 2 Kindesmütter vor, sondern Kindesvater und Kindesmutter. Und die Frau fühlte sich dann natürlich zurecht diskriminiert, weil sie sagt, ich bin eigentlich kein Mann. Ja, aber sie ist natürlich biologisch der Vater der Kinder und das sind dann ganz, ganz schwierige Situationen, mit denen man auch umgehen muss. 00:47:52 In solchen Fällen schreib ich dann nicht mehr Kindesmutter und Kindesvater, sondern ich schreib Frau so und so und Frau so und so. 00:47:58 So mach ich das auch. 00:48:01 Ganz neutral könnte man ja sogar Elternteil 1 oder 2 machen, ne, 00:48:04 Aber ja, ginge auch, 00:48:05 Aber das wäre vielleicht auch wieder verletzend, ne. 00:48:08 Ja, Aber ich hatte immer einen Fall schon länger her, ich weiß gar nicht mehr, ob es ein Junge oder ein Mädchen war, aber ganz kleines Kind noch und die Eltern waren sich über nichts einig, aber über einen Fakt doch, dass das Kind genderneutral aufgezogen werden sollte. Also es hat einen Namen, was, Weiblicher oder männlicher Name sein konnte. Das ist ja normal, aber man konnte halt nicht sagen, die Tochter, das Mädchen, der Sohn, ne, sondern die wollten nicht, dass das Geschlecht zugeschrieben wird. 00:48:45 Das war schwer. 00:48:47 Das Biggie B. Stammt von 1900, das FAMFG von 2009, aber auch da war die Diskussion bei weitem noch nicht so weit. 00:48:54 Aber es ist mir nur einmal begegnet. Ist es euch schon begegnet? 00:48:58 Hab ich noch nicht gehabt, den Fall tatsächlich, hab ich noch nicht gehabt. Es gibt ja viele Fälle, wo Jugendliche das Geschlecht wechseln wollen, ne. Das sind Fälle, die wir ja schon auch haben und wo es dann manchmal auch darum geht, stimmen die Eltern Geschlechtsumwandlung zu, also einer Operation zu oder nicht und braucht es dann eventuell 'n Ergänzungspfleger, der die Zustimmung der Eltern ersetzt. Die Fälle haben wir natürlich, aber das, was du gerade beschrieben hast, hab ich auch noch nicht gehabt. 00:49:27 Ja, ich glaube, also ich fand es sehr toll mit euch und Luca, Lilith und Mona, schön, dass ihr da wart. 00:49:37 Habt ihr noch irgendwas, was euch einfällt zum Schluss? Nee. 00:49:42 Oder Tipps, die ihr uns als Verfahrensbeiständen, Ständinnen, wie auch immer, auf den Weg geben wollt? 00:49:48 Wäre ich so ein Kind, würde ich halt einem netten Verfahrensbeistand folgen. Also seid nett. 00:49:56 Herzlichen Dank. 00:49:58 Dankeschön, Dass ihr da wart, ganz wertvoll. 00:50:04 So, ihr Lieben, das war es für heute bei Family Matters, eurem Familienrechtspodcast mit Ann-Marie Steiger und Andreas Hanke. Vielen Dank fürs Zuhören, dabei sein und für euer Feedback. Wir freuen uns auf die nächste Folge mit euch. Und wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns gerne oder folgt uns bei Instagram. Bei Fragen, Feedback oder spannenden Themen schreibt uns an kontakt@family-matters-podcast.de. Teilt mit uns, was euch bewegt, weil es mehr als eine Wahrheit gibt. 00:50:35 Bis bald. Das Transkript ist KI-generiert.

Shownotes

Was Euch in der Folge erwartet:
In dieser besonderen Episode sitzen Ann-Marie und Andreas nicht allein im Studio. Gemeinsam mit einem weiteren Verfahrensbeistand und drei Jugendlichen sprechen sie über das, worum es im Familienrecht eigentlich geht: die Perspektive junger Menschen. Wie erleben sie Gerichtsverfahren? Was erwarten sie von einem Verfahrensbeistand? Und wann ist etwas „nicht so deep“ – und wann eben doch?

Inhaltlich geht’s um:
• Was Jugendliche unter „Kindeswohl“ verstehen – jenseits juristischer Definitionen.
• Warum Freunde, Schule und Stabilität oft entscheidender sind als starre Umgangsmodelle.
• Wechselmodell, Nestmodell oder feste Residenz – wie junge Menschen das beurteilen.
• Loyalitätskonflikte: Würden Kinder aus Rücksicht auf ihre Eltern anders entscheiden?
• Was ein Verfahrensbeistand aus Sicht von 11- bis 15-Jährigen können und unbedingt vermeiden sollte.
• Wie es sich anfühlt, bei wichtigen Entscheidungen – etwa einem Schulwechsel – nicht einbezogen zu werden.
• Warum Umzüge für Jugendliche gravierendere Einschnitte bedeuten können, als Erwachsene vermuten.
• Eindrücke vom Gericht: Einlasskontrollen, angespannte Familien, emotionale Anhörungen.
• Kindeswille versus Kindeswohl – und wie viel Mitbestimmung Jugendlichen tatsächlich zustehen sollte.
• Sprache, Gendern und „gecancelt werden“ – und wie die junge Generation damit umgeht.

Ein kleiner Ausblick auf das, was kommt:
In den nächsten Folgen nehmen wir euch mit in echte Fälle (natürlich anonymisiert), teilen absurde Momente aus Gerichtssälen und sprechen über

Themen wie:
• Sorgerechtsstreitigkeiten & Umgangsregelungen
• Hochstrittige Eltern – wenn Kinder zwischen die Fronten geraten
• Kinderschutz, psychologische Gutachten & die Rolle des Jugendamts
• Live-Gäste

Rubriken, auf die ihr euch freuen könnt:
• Family Frontpage – Aktuelles aus Recht & Gesellschaft
• Good to Know – Kurze, verständliche Aha-Momente
• Family Fails – Wenn der Alltag im Familienrecht skurril wird
• The Good Question – Wir beantworten eure Fragen

Triggerwarnung
Bei Family Matters sprechen wir über Themen aus dem Familienrecht – und das bedeutet oft: existenzielle Konflikte, emotionale Ausnahmesituationen und tragische Schicksale. Es geht um Kinder, Eltern, Trennungen, Gewalt, Verlust und Entscheidungen, die ganze Leben verändern.
Auch wenn wir zwischendurch mal lachen oder rumwitzeln – manche Geschichten können wirklich belasten. Bitte hört nur zu, wenn ihr euch emotional stabil genug fühlt, mit solchen Inhalten umzugehen. Achtet gut auf euch.
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Musik & Technik
Aufgenommen von Johannes Gottschick im Tiny Bay Studio BLN https://www.tinybaymusic.com
Schnitt und Produktion: Johannes Gottschick
Musik: Jan Köppl-Steiger