Family Matters Podcast

Folge 013

Veröffentlichung: Januar 27, 2026

Folge 013

#013 Der Fall Block und ein Blick hinter die Kulissen

Zwischen HKÜ-Verfahren, dem Fall Block und persönlichen Einblicken in den Berufsalltag geht es um Loyalitätskonflikte, institutionelle Grenzen und die Frage, wie viel Schutz das System Kindern tatsächlich bieten kann.

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00:00:11 Family Matters, euer Familienrechts-Podcast mit Ann-Marie Steiger und Andreas Hanke. Hier geht es um mehr als Gesetze. Wir sprechen auch über Kindeswohl, psychologische Hintergründe, familiäre Krisen, mögliche Lösungen und das Hilfesystem. Aus verschiedenen Perspektiven, weil es mehr als eine Wahrheit gibt. So, ihr Lieben, da sind wir wieder. Das Jahr 2026 hat uns zurück, so hat uns überhaupt erst mal. 00:00:41 Genau. Hallo. Frohes neues Jahr. Gesundes neues, frohes neues Jahr und vor allen Dingen ganz ereignisreiches Jahr, hoffe ich. Mhm. Wir haben uns ja viel vorgenommen und haben auch viel vollmundig schon angekündigt letztes Jahr, von dem wir nicht alles einhalten konnten, aber auch dieses Jahr werden wir sicherlich wieder ein paar Shortcomings haben, irgendwie an der einen oder anderen Stelle. Wir haben auf jeden Fall viel vor. Ja, wir haben viel vor. Bist du denn gut reingerutscht? Ja, bin ich. Also, es gab noch einige Mandantinnen und Mandanten, die noch Beurkundung brauchten über die Feiertage. 00:01:15 Die kamen teilweise aus dem Ausland, waren sie dann eben über Weihnachten hier und dann haben wir das gleich gemacht. Deswegen habe ich auch nicht so wahnsinnig viel frei gehabt, aber nee, es war schön. Ich war in Dresden bei Verwandten. Die Dresdner wissen auf jeden Fall, wie man richtig feiert und auch böllert. Nicht, dass ich immer ein großer Fan davon bin, aber ja, war schon sehr eindrucksvolle Kulisse. Ich kenne die Stadt ja schon seit sehr vielen Jahren. Ja, also immer seit meiner Kindheit, Ist natürlich Wahnsinn, wie die Stadt sich gewandelt hat, was da alles passiert ist. Wir waren, wie es sich gehört, natürlich im grünen Gewölbe und da ist man ja mittendrin in der Altbau Schrägstrich Neubausubstanz. 00:01:52 Die haben ja sozusagen im Sinne eines, ich weiß gar nicht, wie man es genau nennt, Wiederaufbaus des alten Stadtkerns dort, die die Innenstadt um die Frauenkirche herum neu gemacht und ich finde es immer wirklich bewegend. Ich fand schon den Wiederaufbau der Frauenkirche sehr bewegend und, Quark, diese Architektur und diese Wiederbelebung dieses ja sehr trostlosen Ortes, war ja irgendwie als Erinnerungsstätte oder Mahnmal gedacht, aber war natürlich im Wesentlichen ein Steinhaufen, eigentlich. Genau, wie ist es bei dir gewesen, Ann-Marie? Gemischt, ja, nee, ich hab dir erzählt, ne, vor Weihnachten hatt ich ja den Fahrradunfall, der hat mich doch ganz schön ausgeknockt und hat dazu geführt, dass ich tatsächlich die ganzen Ferien im Grunde. 00:02:35 Gar nicht am Schreibtisch saß. Was übrigens auch gut ist, wenn man mal innehält. Ja, hat Vor und Nachteile, aber ja, und Silvester habe ich auch ganz entspannt verbracht, durfte ich nicht zu Hause verbringen, weil die Tochter eine Party gefeiert hat. OK, ja, das kann ich verstehen. Ja, aber war ganz schön mit einer Freundin, ganz entspannt. Na toll, Triggerwarnung. Wir bei Family Matters sprechen ja über Themen aus dem Familienrecht, also über existenzielle Konflikte, emotionale Ausnahmesituationen, tragische Schicksale. 00:03:12 Es geht also um Kinder, um Trennung, um Eltern, um Verlust, um Gewalt und Entscheidungen, die das ganze Leben verändern können. Uns ist das klar, wir lachen zwar auch mal zwischendurch oder witzeln rum, aber manche Geschichten können wirklich belasten. Hört also bitte nur zu, wenn ihr euch dazu emotional in der Lage fühlt, achtet gut auf euch. Und da sind wir wieder, die erste richtige Arbeitswoche, die schon sehr intensiv war, also bei mir jedenfalls, bei dir wahrscheinlich auch. 00:03:43 Ja, direkt eingestiegen mit HKÜ Verfahren. Ja, das ist doch auf jeden Fall ein guter Einstieg. Du warst heute gerade unterwegs in Sachen HKÜ Also, es war die zweite Instanz und, das hat mich doch schon von der Dynamik her ansatzweise an den Blockfall erinnert. Also, es ist noch nicht so weit fortgeschritten, aber die Eltern schaffen das nicht mehr, das Kindeswohl in Fokus zu rücken. Das HKÜ Verfahren ist dafür nicht da, ne? 00:04:13 Das HKÜ Verfahren guckt ja nur, welches Land zuständig ist, hier sagen wir Rumänien und Deutschland. Ja, scheint auf die Rückführung des Mädchens hinauszulaufen. Ja, Nach mittlerweile einem Jahr Aufenthalt in Berlin und ist schon sehr traurig. Also das, das war euch auch eine wirklich schwierige Situation als Verfahrensbeistände. Ja, total, weil muss ja einerseits im Kontext des H. K. Ü., was müssen wir letztendlich einschätzen, ob Artikel 13 greift. 00:04:46 Ja, würde ich sagen, greift er nicht, die Hürde ist ja sehr hoch. Gleichzeitig sind natürlich kindeswohlabträgliche Aspekte definitiv vorhanden. Ja, Wenn wir in einem normalen Verfahren wären, dann würden Maßnahmen ergriffen werden, ne. Und so wird eben in dem Fall jetzt, so wie es aussieht, zurückverwiesen aufs Herkunftsland, was für das Mädchen eine Katastrophe ist, ne. Ja, und es gibt aber auch keine gute Lösung, na ja, aber da ist sehr viel Dynamik drin gewesen und wenn die Eltern auch jetzt nicht die Kurve kriegen, auch noch drin sein. 00:05:26 Und das arme Mädchen wird nicht zur Ruhe kommen. Ja, während du hier redest, habe habe ich nebenbei mal meine Unterlagen aufgemacht, denn ich wollte gern berichten und jetzt merke ich, dass ich hier selbst durch die Gegend klettere, aber wollte gern berichten, ein bisschen von der, ach, von dem Herbsttagung. Ja, sag noch mal, wie die heißt. Das war die Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im Deutschen Anwaltsverein und, das war dieses Jahr in Berlin, in der Nähe von der Invalidenstraße in einem Hotel und ich glaube, das war von den Herbsttagungen, die ich jedenfalls kenne, die bestbesuchte. 00:06:06 Was mich sehr freut, weil wir hatten ja mit dem Kollegen Deppenkemper schon mal über ein paar Herausforderungen im Familienrecht gesprochen und da war ja eine der Sachen auf jeden Fall, dass wir zu wenig Nachwuchs haben oder gefühlt es zu wenig Nachwuchs gibt. Und, also das war ermutigend, weil doch sehr viele Kolleginnen und Kollegen da waren, auch jüngere Kolleginnen und Kollegen, mit denen ich auch dann irgendwie sehr anregende Gespräche hatte. Ist ja immer so bei so einer Tagung, dass man teilweise zuhört und teilweise auch dann im Foyer steht und sich unterhält und ja, inspiriert. 00:06:40 Ich fand vor allen Dingen eine Sache wahnsinnig interessant und den Referenten habe ich auch angefragt, ob er mal zu uns kommt und zwar ist es der Doktor Felix Wendenburg, der hat nämlich einen, Seminar gehalten, was heißt: Professionell verhandeln, Wertschöpfung vor Wertverteilung. Der hat interessante Beispiele gebildet. Der hat diese Kitze, dieses ganz typische Beispiel und da steht eine Schale mit Apfelsinen und Äpfeln und die Kinder streiten sich und der Vater will nun irgendwie befrieden und schneidet den Apfel in der Mitte durch und schneidet die Apfelsine in der Mitte durch und gibt jedem Kind eine Hälfte, ne? 00:07:16 Und großes Geschrei bricht aus, Problem nicht gelöst. Warum? Weil der Sohn wollte einen Apfel, die Tochter wollte Apfelsine, man hätte das Problem anders lösen können. Also die Teilung ist nicht immer die richtige Lösung, sondern man muss interessengerecht lösen. Also und dann ging es ihm darum, dass man erstmal ermitteln muss, ja OK, welchen Nutzen strebt denn Person A. An und welchen Nutzen strebt Person B. An und dann kann man über interessenorientiertes Verhandeln, wie er gesagt hat, also so ein Maximalerfolg erringen und hat eigentlich ein gutes Beispiel gebracht, denn er hat dann. 00:07:49 2 Arbeitsblätter ausgeteilt. Er hat die Gruppe in 2 Teile aufgeteilt und hat gesagt, es gibt eine französische und eine deutsche Gruppe. Also man musste dann mit einem Counterpart auf der anderen Seite verhandeln. Ich war jetzt beispielsweise in der französischen Gruppe und ich musste mit einem Counterpart aus der deutschen Gruppe verhandeln. Und worum ging es? Es ging um einen Nachlass. Ein Nachlass musste auseinandergesetzt werden, war eine Immobilientransaktion, aber wir hatten bestimmte Immobilien aufgelistet bekommen und dann hatte derjenige aus der französischen Gruppe halt andere Wertigkeiten und andere Prioritäten. Bei den Immobilien als der aus der Deutschen. 00:08:22 Und dann hat der Referent am Ende mal 'ne Liste gemacht und gefragt, wie hoch denn so die Zufriedenheit ist. Das hat er gemessen, also wir hat den Immobilien bestimmte Werte gegeben und dann konnte man ja sehen, wie viel hat man jetzt selbst von 100% prozentual erreicht und zwar 100% aus der eigenen Aufstellung. Und ich hatte dann 65% mhm nach meiner Aufstellung und der Counterpart hat aber auch 65 oder 70% und am Ende kann man auf 130, Prozent Wertschöpfung. Mhm, ach, das ist die Wertschöpfung. 00:08:53 Ja, und das war gut, weil natürlich hat man das schon mal gehört oder man kriegt es ja auch manchmal mit, ne, dass man in Verhandlungen merkt, na warte mal, den anderen interessiert was ganz anderes als mich. Ich kann dir gut aus dieser Sache oder gesichtswahrend oder sogar mit einem Erfolg rausgehen, aber der Gegner kann genauso mit einem Erfolg rausgehen. Mhm, Ja, wie das insgesamt gestaltet wurde von dem Felix Wendenburg, fand ich toll, hat er super gemacht, hat dann auch andere Beispiele gebildet, wo dann ganz, ganz tolle Diskussion zustande gekommen sind, so. Das war ein Highlight für mich, was anderes, was mich enorm begeistert hat, ich such es mal raus und zwar war das Istanbul Konvention und Kinderschutz im Kindschaftsrecht und das war von Frau Richterin Ulrike Sachenbacher, das ist die weitere aufsichtsführende Richterin am A. 00:09:40 G. München. Und die Kompetenzpartnerin Kinderschutz des O. L. G. Bezirks München. Und diese Frau Sachenbacher, also die ich da auch das erste Mal gesehen hatte oder gehört, die war also voller Feuer, also hat mich total begeistert, weil sie hat noch mal deutlich gemacht und das ist vielleicht der Hauptpunkt, der mir hängen geblieben ist, wie wichtig der Amtsermittlungsgrundsatz ist. Also, dass die Gerichte und die Richterinnen und Richter im Rahmen ihres Amtsermittlungsgrundsatzes wirklich eine Reihe von Möglichkeiten haben, die glaube ich gar nicht so oft ausgeschöpft werden. 00:10:14 Ja, und die dann auch beispielsweise davon berichtete, das fand ich relativ ungewöhnlich, aber offensichtlich ist das so Handhabe dort, dass sie dann auch mal in die Kita geht, die Richterin, die Richterin mit der Verfahrensbeistellung und 'n Kind da anhört. Ja, genau und zwar überraschend. Überraschend. Ja, oder einer Schule anruft und sagt, ja, sie würde mal vorbeikommen, sie ist die Richterin in der Kindschaftssache und sie würde mal, also wirklich im Rahmen einer Ermittlung, einer Ermittlungstätigkeit des Gerichts. Wo spielte das? In München. Also die ist Richterin am Amtsgericht München und das war irgendwie für alle, glaube ich, ein großer Aha-Moment. 00:10:51 Ich guck gerade mal, ich hab ihr Skript hier so vor mir, das total lesenswert ist. Da dachte man, ja, OK, wenn das so die Norm wird, dann rennen die Richterinnen und Richter bald Sherlock Holmes mäßig durch die Gegend und klären Dinge auf. Aber es ist eben eine weitere Auslegung von Paragraph 26 vom F. G. Aber welche Erkenntnis stand da in Aussicht bei Gespräch in der Schule zum Beispiel? Ich glaube, es ging nur darum, dass sie gesagt hat, lasst uns mal gucken, was bedeutet denn Amtsermittlung. Ich kann mich nicht erinnern, dass da jetzt irgendwie der große Erkenntnisgewinn wegen dem Schulbesuch war, aber es war dieses Element. 00:11:25 Wir, sie sprach ja auch die Richterinnen und Richter an und die Richterschaft an, haben die Pflicht und die Aufgabe, den Sachverhalt zu ermitteln und aufzuklären. Es unterliegt eben nicht dem Beibringungsgrundsatz, wo jetzt nur was die Anwälte vortragen, irgendwie berücksichtigt wird, sondern es war so 'ne starke Ausprägung von: 'Jetzt müssen wir unseren Arsch hoch kriegen.' Also ich spreche 'n bisschen umgangssprachlich heute, entschuldigt das, liebe Hörerinnen und Hörer, aber mit diesem Feuer war der Vortrag gehalten. Führte natürlich zu großer Erheiterung auch bei der Anwaltschaft, aber ich fand es toll, es hat mich, hat mich irgendwie begeistert. 00:11:58 Ja, also ich hab das auch schon erlebt, ne, dass zum Beispiel eine Kindesanhörung bei mir im Büro durchgeführt wurde, um einem besonders belasteten Kind 2 Orte und 2 Termine zu ersparen, ne. Das konnte man dann so in einem Termin machen oder ein Kind, was körperlich eingeschränkt ist, dass man das dann eben zu Hause besucht oder so, ne, oder im Rahmen von, den 1631 B. Verfahren, also in Unterbringungsverfahren, genau, dass dass dort aufgrund bestimmter Problematiken eben die Kindesanhörung als Hausbesuche durchgeführt werden, ne. 00:12:32 Ja, aber tatsächlich auch, wir haben mal ein Themenabend gemacht zu häuslicher Gewalt, wo wir eben unter Praktikern, unter Anleitung einer von mir sehr geschätzten Richterin, besprochen haben, Welche Problematiken es in der Praxis gibt und da war auch dieser Amtsermittlungsgrundsatz ein großes Thema, dass das Gericht eigentlich verpflichtet ist, so viel Aufklärungsarbeit wie möglich zu leisten. Ja, genau, also um das noch mal abzuschließen, dann gab es auch ein Vortrag von dem Michael Winter, der Richter am O. 00:13:02 Landesgericht Stuttgart war mal in einer sozusagen international ausgerichteten Kammer, aber hat sich tatsächlich sein Steckenpferd und hat da auch ein sehr launigen und auch irgendwie kurzweiligen Vortrag gehalten. Genau, aber diese beiden Vorträge eben insbesondere von dem Doktor Willigs Wendenburg und der Frau Sachenbacher, die haben mich besonders begeistert, ne? Also unser lieber Mitvortragender hier im Podcast, der Lukas Deppenkemper hat auch einen Vortrag gemacht in Zusammenarbeit mit dem Forum Junge Anwaltschaft. Vortrag hieß Stolpersteine, Unterhalt, Verzug, Empfang, Verwirkung, Verjährung und über die gesetzliche Grundlage referiert. 00:13:39 Beim Unterhalt, sind ja viele Fallstricke schon in der Auskunftsaufforderung, also wie in welcher Form kann ich Auskunft verlangen, welche Belege müssen beigebracht werden, was sind zum Beispiel verschiedene Unterhaltstatbestände, wie muss die Auskunft bei verschiedenen Unterhaltstatbeständen gefordert werden und sondern sofort mehr Sonderbedarf. Also vor allen Dingen die Ermittlung des Bedarfs der Leistungsfähigkeit, also die Auskunft hoch und runter, ja durchaus kurzweilig und es gab noch viele andere Vortragende, die einfach da tolle, wie wie viel Tage ging das, Dinge gemacht haben, 00:14:10 Na ja, netto würd ich mal sagen, 2. Ja, also eigentlich 3, weil es sich auf den Samstag erstreckt hat. Es war 'ne schöne Gemeinschaft. Ich fand es irgendwie 'n schönes Miteinander. Natürlich ist es von Vorteil, wenn man Leute kennt. Ja, ich kannte doch schon einige. Ich war auch mit meinen beiden Kolleginnen aus dem Büro da, der Bettina von Auer und Jacqueline Kröne. Natürlich immer schön, wenn man dann ein bisschen Gemeinschaft hat. Dann sind wir mal mit einer anderen Kollegin, die jetzt übrigens auch ganz interessant, von einem freien Träger zur Anwaltschaft zurück wechselt, sind wir dann zum Stadtschloss gegangen und waren da am Weihnachtsmarkt. 00:14:42 Liebe Kollegin Marie von Meidell, Grüße gehen raus an der Stelle, war auch da, die hab ich auch getroffen, die ist aus Bonn gekommen und Frau Nita mal Jürgens sowieso und viele andere, mit denen man auch groß geworden ist, muss man sagen, ne. Also mit so den Vorreiterinnen, Gerade im internationalen Familienrecht, wie Kerstin Dietermann Jürgens, bin ich groß geworden und das war jemand gewesen, den man immer anrufen konnte, wenn irgendwie man 'ne Frage hatte oder man nicht weiter wusste, als man junger Anwalt war. Jetzt inzwischen ist es ja so, dass man tatsächlich, wir kommen gleich noch mal drauf, durch KI 00:15:17 Ja irgendwie ChatGPT fragen kann, dann kriegt man wenigstens 'ne Idee. Also gerade so irgendwie was Ungewöhnliches einordnen oder fürs, Brainstorming mit sich selbst, ist das gut? Das gab es alles damals nicht, als ich angefangen hatte und da braucht man ja vor allen Dingen Erfahrung aus der Praxis. Musst echt vorsichtig sein mit KI, ne? Total. Ich hab ein Weihnachtsgeschenk gekriegt und wusste nicht, was es ist. Ja, und dann hab ich ein Foto gemacht von einer Freundin, von einer sehr engen Freundin, ja, und hab ein Foto davon gemacht und das bei ChatGPT hochgeladen und ihn gefragt, was es ist. 00:15:53 Und er meinte, Also mit größter Wahrscheinlichkeit ist es eine Schuhbürste und dann dachte ich schon so, OK, Schuhbürste, vielleicht für meine Tanzschuhe oder so. Und dann hat sie mich gefragt, das war gerade heute, ja, ob ich das Geschenk jetzt schon aufgemacht hätte und wie ich es finde. Und ich hatte dann so ein bisschen überlegt, wie ich das formuliere und als sie dann gecheckt hat, dass ich denke, dass es eine Schuhbürste ist, ist sie halt in scheidendes Gelächter ausgebrochen, weil das eine Gesichtsbürste ist für. 00:16:25 Linksdrainage oder sowas. Ja, dann ja, war war noch nicht bekannt bei KI war noch nicht bekannt, aber bei einem Foto, hallo, wird der verkauft, muss doch im Netz irgendwie vorhanden sein. Darf ich dir mal was vorlesen, liebe Hörerinnen und Hörer, darf ich euch mal was vorlesen? Und zwar ist es aus der aktuellen FAMRZ Ja, das ist eigentlich so ein bisschen in die Kategorie Family Fails, aber es hat mit KI Zu tun und der Verwendung von KI In Familien, gerichtlichen Schriftsätzen, ja, von Anwälten, ja, von Anwälten und ich zitiere mal, ja, aus der V. 00:17:03 R. Z., welche, welche, das war die FAMRZ 2425, also vom 15. Dezember 2025. FAMRZ, für viele, die da draußen vielleicht zuhören, ist eine familienrechtliche Zeitschrift, davon gibt es ja einige, ich will ja auch keine Werbung machen, gibt es einen Familienrechtsberater, und ein paar andere noch, die F.U.R., die ja von der Arbeitsgemeinschaft herausgegeben wird. Aber es gibt jedenfalls auch die F.A.Z., die Zeitschrift für das gesamte Familienrecht. Und da ist in dieser Ausgabe, die sowieso voller toller Sachen ist, ich mach jetzt doch Werbung, aber die Ausgabe war wirklich irgendwie sehr lesenswert aus verschiedenen anderen Aspekten auch noch. 00:17:39 Gibt es eine Auseinandersetzung des Amtsgerichts in Köln, was sich übrigens in einem Hochhaus befindet, auch sehr interessant, tatsächlich in welcher Etage denn? Normalerweise ist man da unten, aber ich hab da auch schon mal irgendwie oben verhandelt. Jedenfalls gibt es eine Auseinandersetzung mit einem KI Schriftsatz. Family Fails. Absurde oder kuriose Situationen aus der familienrechtlichen Praxis. Und ich zitiere mal jetzt aus dieser Entscheidung, ja, ich les vor, da müsst ihr 'n bisschen Geduld haben, aber es ist doch, es lohnt sich, bleibt dran. 00:18:14 Jetzt geht's los. Vielleicht, das muss ich noch sagen, es wird dazu vorgetragen, gerichtliche Ausführung und jetzt geht es weiter. Das Gericht schreibt also: 'Die weiteren von dem Antragsgegnervertreter im Schriftsatz vom 30.6.2025 genannten Voraussetzungen stammen nicht aus der zitierten Entscheidung und sind offenbar mittels künstlicher Intelligenz generiert und frei erfunden. Auch die genannten Fundstellen sind frei erfunden. Fihüus kommentiert nicht den Münchner Kommentar, sondern im Jurispraxiskommentar BGB Band 4, dessen Herausgeber ist, die Die neunte Auflage stammt aus dem Jahr 2024, nicht 2021. 00:18:47 Paragraph 1678 BGB wird von Hennemann kommentiert. Paragraph 1687 des Jurispraxiskommentars BGB Band 4 wird nicht von Brömmelmeier, sondern von Thormeier kommentiert. Randziffer 65 Folgende gibt es in dem Kommentar nicht. Die Erläuterungen enden bei Randziffer 36 Die Fundstelle Bruns, Kindeswohl und Elternverantwortung 2013 Seite 175, fortfolgende konnten seitens des Gerichts nicht gefunden werden. Eine Fundstelle Völkel fam R. B. 2015 Blatt 74 ist ebenfalls frei erfunden. 00:19:18 In fam R. B. 2015 findet sich auf Blättern 70 bis 77 der Aufsatz ist Paragraph 17 Versorgungsausgleich verfassungsgemäß. Verfassungsrechtliche Überlegung zu Kritik an dieser Vorschrift. Auch ein Werk Maja Götz in Haus Gernhuber Familienrecht, sechster Auflage 2022 Paragraphen 1671 Randziffer 33 gibt es nicht. Hier wurden offenbar 3 verschiedene Werke vermengt. Den entsprechenden Rechtssatz, wonach ein Wechselmodell mit einem psychisch instabilen Elternteil grundsätzlich unvereinbar ist, gibt es nicht. Auch eine Fundstelle O.L.G. 00:19:50 Frankfurt VMRZ 2021-70 ist frei erfunden. Auf Seite 67 bis 70 der VMRZ aus dem Jahre 2021. Finden sich die Entscheidung des O.E.G. Düsseldorf zur Thematik Zustimmungserfordernisse der Ersatznacherben zur Löschung eines Nacherbenvermerks. Auf Seite 70 bis 71 finden sich die Entscheidung 1 W. 127620 des Kammergerichts, die sich mit der Grundbuchberichtigung aufgrund von Teilerbscheinen auseinandersetzt. Weiter jetzt das Gericht. Der Verfahrensbevollmächtigte hat derartige Ausführungen für die Zukunft zu unterlassen, da sie die Rechtsfindung erschweren und den unkundigen Leser in die Irre führen und das Ansehen des Rechtsstaates. 00:20:27 Und insbesondere der Anwaltschaft empfindlich schädigen. Er wird darauf hingewiesen, dass es sich um einen Verstoß gegen 43 A. Absatz 3 Brao handelt, wenn ein Rechtsanwalt um bewusste Unwahrheiten verbreitet. Hierzu gehört der wissentlich falsche Vortrag über Unhalt, Inhalt und Aussagen von Gesetzen und Urteilen. Der Verfahrensbevollmächtigte ist besonders traurig, ist Fachanwalt für Familienrecht, und sollte die Rechtslage kennen. Haben die das geschrieben, das ist besonders traurig oder war das dein Eindruck? Ja, das habe ich eingefügt, ne, schon doll, das ist schon übel. 00:20:59 Also ich meine, warum trägt jemand in der Kindschaftssache, ja, solchen Unsinn vor? Das ist ja nun wirklich nicht angriffig. Das sind Anregungsverfahren, da muss man als Rechtsanwalt gar nicht so viel vortragen, da kann man auch eher auf faktische Sachen abstellen und eher Tatsachen beschreiben. Da geht es ganz wenig um Rechtssätze, eigentlich ja, so. Und hier ist es ja nochmal glimpflich ausgegangen. Aber ich meine, in anderen Sachen, wo es um finanzielle Angelegenheiten geht oder vielleicht wo Fristen nicht eingehalten werden oder irgendwie irgendwelche Sachen, Berufungsbegründung in einer Angelegenheit, wo es um 20€ geht, scheitert, da ist natürlich die wirtschaftliche Haftung sofort im Raum. 00:21:40 Ja, also liebe Hörerinnen und Hörer, dieses Schmankerl, was dem Amtsgericht Köln wollte ich euch nicht vorenthalten, aber es zeigt, wie man auf jeden Fall nicht KI Einsetzt. Benutzt ihr schon KI? Na also, ich benutze es überhaupt nicht für Schriftsätze oder ähnliches, sondern ich benutze es tatsächlich mal für 'n Brainstorming oder so. Aber ich bin ganz großer Fan und benutze einer der großen juristischen Datenbanken, die es da auf dem Markt gibt, die ich auch schon seit Jahren einsetze und dadurch auch relativ leicht bedienen kann. 00:22:10 Niedrigschwellig für mich ist Berechnungshilfe natürlich, ne Unterhalt zu Windows gleich und so weiter und so fort. KI Nicht, so wirklich, wie gesagt, für das Brainstorming ist das gut, aber ganz, ganz große Vorsicht. Also es wurde schon öfter mal Absätze zu Vorschriften erfunden, die es nicht gab, aber ich verstehe immer nicht, wie das kommen kann. Ich bin jetzt auch kein KI Experte, aber KI lernt ja letztendlich auch aus den Suchanfragen, die gestellt werden und sozusagen so Halbwissen, laienhaften Berichten, vielleicht auch so manchmal so ein bisschen reißerischen Artikel, da wird dann Wissen zusammengeklaubt, ne. 00:22:46 KI lernt viel über englischsprachige Quellen, die es dann einfach ins Deutsche übersetzt, wo dann auch teilweise Sachen drin stehen, die unzutreffend sind. Vorsicht, die juristische Recherche mit KI Nach wie vor auch im Januar 2026 große Vorsicht ist geboten. Das Problem an KI ist ja, es vermittelt Rechtssicherheit. Die Antworten sind so gestrickt, dass der juristische Laie nicht mehr ein Störgefühl entwickelt, wenn er das liest. Aber früher bei Google hat man vielleicht gedacht, hm, das klingt ja irgendwie komisch. Es formuliert ja, mit dem Brustton der Überzeugung, ja genau, mit so einer Selbstüberzeugung. 00:23:20 Und das ist natürlich für jemanden, der dann kein Störgefühl mehr entwickeln kann, weil er die Differenzierung nicht mehr vornehmen kann, weil ihm die juristische Vorbildung fehlt, der nimmt das ja für bare Münze. Wobei man es im Prompt ja vielleicht auch KI Selbst darauf hinweisen kann, du sollst mich nicht überzeugen, sondern du sollst gut abwägen und entsprechend auch benennen, wenn du unsicher bist oder was nicht findest oder so. Aber auch da kann man sich nicht so richtig drauf verlassen. 00:23:50 Aber so in meinem Alltag benutz ich das schon viel, so Recherche mal kurz, ich schreib einen Text, der klingt blöd, sag ich so, ach, kannst du noch mal kurz verbessern, sprachlich oder so, ne, also schon relativ häufig. Ich verschließ da auch meine Augen nicht vor, also ich mach schon auch, wie gesagt, Brainstorming mit KI Und das bringt mich manchmal auch auf Ideen und hilft mir, Sachen einzuordnen oder, manchmal denken, ah ja, stimmt, da gab es ja noch das und das oder so, ja, das hilft schon, oder was fällt dir noch ein, ne, wenn du irgendwas geschrieben hast, was fällt dir noch ein, genau, oder gerade Umformulierungen, ne, mhm, ich hab 'n ganz sperrigen Satz und denke, irgendwie kann ich es einfacher erklären und dann frag ich, K. 00:24:29 I., ja, mach das mal, schreib es mal so, wie ich es einem Kind erklären würde und dann kommt der Vorsatz raus. Ja, mhm, also das hat mich tatsächlich, als ich es gelesen habe, das ist, ach ja, wir müssen jetzt, was ist denn dein Vorsatz fürs neue Jahr, Ann-Marie? Meiner, ja, Also ich hab, glaube ich, einige, davon nenne ich nicht viele, das hoch geht, wir sind ja auch keine Privatpodcast, sondern ein familienrechtlicher Podcast, ja, aber beruflich gesehen, die großen Projekte, die so laufen, abzuschließen oder einzutüten und effizienter und strukturierter zu werden, ja, ich hab nämlich tatsächlich einen Vorsatz, weil ich gerade aus der FamRZ. 00:25:08 Zitiert habe, dass mein Wunsch wäre, dass man es schafft, Zusammen mit den Kolleginnen und Kollegen, die wir haben in der Kanzlei, sich alle 2 Wochen, also so oft erscheint hier, zusammenzusetzen und einmal so die wichtigsten Entscheidungen zu besprechen. Oh, das wär toll. Man wurschtelt so oft vor sich alleine hin und dann hast du hier schon gelesen, oder wenn es mal besonders spektakulär ist, erzählt man mal, aber man redet nicht so wirklich drüber. Und das sind ja schon viele Entscheidungen, die eigentlich musst du jedem nur den Auftrag geben, eine Entscheidung zu lesen. 00:25:39 Genau, und dann kann jeder seine Entscheidung da, übertragen. Ja, also das sind tatsächlich ja so Vorsätze, die man sich auch immer wieder, den hatte ich auch schon mal, den Vorsatz übrigens, aber vielleicht 'ne andere in anderer Form. Da war nämlich der Vorsatz, einfach noch mehr Fachzeitschriften zu lesen. Nun sind noch diverse Fachzeitschriften als Notar dazu gekommen, also das heißt, man kann eigentlich komplett durchlesen, wenn man möchte, hab ich zwischen den Jahren auch 'n bisschen gemacht. Wo können wir denn die Hörer mitnehmen, was so das neue Jahr angeht mit diesem Podcast? Also wir haben ja, um es mal kurz Revue passieren zu lassen, wir hatten ja gar keine richtige Jahresabschlussfolge, weil wir wollten uns eigentlich treffen, noch mal kurz vor Weihnachten mit einem ganz lieben Gästin. 00:26:17 Das hat dann aber nicht Krankheit, Krankheit kam dazwischen, ne? Das sind ja vielleicht einige von euch, die da draußen jetzt zuhören. Ich war aber ein bisschen froh, das war nämlich nach dem Unfall. Ja, du hattest diesen schweren Fahrradunfall, war doch ganz schön heftig. Ja, da war ich doch ein bisschen froh, aber wir suchen mir nach. Haben wir jedenfalls keine Jahresabschlussfolge gemacht, aber ich bin sehr dankbar für das letzte Jahr und für die tollen Folgen und dass wir auch durchgehalten haben. Und wir haben auch sehr viel Resonanz, oder ich hab jedenfalls sehr viel Resonanz bekommen auf den Blog Podcast. 00:26:49 Erzähl mal, was hast du da für Resonanz bekommen? Positive Resonanz würde ich sagen. Also das ist ein bisschen, klingt jetzt nach Eigenlob, das ist ein bisschen blöd, aber nee, war war großes Interesse, fanden die Leute meistens gut und irgendwie auch, mal 'ne andere, 'n anderer Blick. Es ist ja dann, du hast mich darauf aufmerksam gemacht, Ann-Marie, nach unserem Podcast war der Kollege Gerd Uecker, der der Familienrechtsanwalt von dem Herrn Hänsel ist, also dem Kindesvater in der Sache Blog, selbst zu Gast bei dem Blog Podcast, dem es ja bisher im Wesentlichen auch um die strafrechtliche Ermittlungen ging, und hat was gesagt. 00:27:25 Und insoweit ist vielleicht schon noch mal ein kleiner Nachtrag zu unserem letzten Podcast gut. Denn wir hatten ja darüber gesprochen, auch über die Frage, ich weiß noch, ich hatte das Wort Sündenfall benutzt. Was war denn der Sündenfall? Und es war ja diese Frage, die Kinder werden nicht zurückgeschickt, nachdem es die Entscheidung des Hanseatischen Landesgerichts gegeben hat, dass die Kinder an die Mutter herausgegeben werden müssen. Und jedenfalls beschrieb der Kollege Uecker, der den Vater vertreten hat, die Situation wie folgt in diesem Podcast 'Hörenswert', also mal nachhören. Er sagte, als diese Entscheidung zugestellt beziehungsweise dann bekannt wurde, hat der Vater. 00:27:59 Herr Hensel sich wohl versucht mit der Frau Block ins Benehmen zu setzen, um 'ne Lösung zu bewirken und hat auch mit 2 Jugendämtern, ich weiß es, 1 auf Sylt, Sylt und Dänemark, ja OK, hat Kontakt mit denen hergestellt und versucht irgendwie 'ne Kindeswohl dienliche Lösung zu bekommen und 1 dieser Telefonate, ich weiß nicht genau, ob das jetzt mit Frau Block war oder oder mit dem Jugendamt, hat jedenfalls 1 dieser beiden jüngeren Kinder überhört und hat daraufhin halt mit großer Vehemenz sich gegen 'ne Rückkehr nach Hamburg ausgesprochen, Und daraufhin haben dann die dänischen Behörden beziehungsweise das dänische Gericht, welches ja die Entscheidung auch anerkannt hatte, also sich K. 00:28:38 KSÜ-konform verhalten hat, jedenfalls ein Gutachten in Auftrag gegeben. Das war mir natürlich neu, weil diese Information hatte ich ja bis zu unserem Podcast nicht. Und im Rahmen dieser Begutachtung beziehungsweise auch dieses Vollstreckungsverfahrens wurden dann die Kinder wohl 30 Mal angehört, was jetzt erstaunlich. Kann ich mir gar nicht vorstellen, 30 mal, genau gemeint ist, jedenfalls hat der Kollege Uecker das so gesagt und er hat eben mehrfach betont, dass die dänischen Behörden eben unter den sehr hohen Rechtsstandards eben versucht haben, dort doch intensive Auseinandersetzung mit dem mit dem Kindeswohl stattgefunden hat und im Gegensatz zu Deutschland aus faktischen Gründen auch, ne, aber die sich, wo die Kinder wohl nur zweimal angehört worden wären, genau und zwar vor Verbringung, ne, oder Zurückhaltung, 00:29:25 Genau, und das ist natürlich so, wenn das so gewesen sein sollte, ich hab auch keinen Grund jetzt daran zu zweifeln, aber natürlich müsste man jetzt theoretisch auch noch mal den Familienrechtsanwalt von Frau Block irgendwie oder die Anwältin dazu schalten, aber wenn das so gewesen sein sollte, dann haben die dänischen Gerichte da eben in, ja doch, sehr erstaunlichem Umfang eigene Ermittlungen angestellt, wo wir wieder bei dem Amtsermittlungsgrundsatz sind, alles schließt sich immer, alles, es ist toll. Allerdings muss man sagen, ne, War die Mutter da einbezogen in das dänische, also der Kollege Öker meinte wohl, dass die Mutter auch anwaltlich vertreten war in dem dänischen Verfahren, hat er explizit erwähnt, aber ok. 00:30:04 aber dann hoffe ich mal, dass in einer Begutachtung auch die Mutter einbezogen war, muss davon ausgehen, ne, und jedenfalls gab es auch diese Versuche, dann eben Umgang herzustellen und auch zu vermitteln, das haben die dänischen Gerichte beziehungsweise Jugendamt auch so lange unterstützt, bis dann eben, offenbar wurde, dass da irgendwelche Observationsmaßnahmen stattgefunden hatten, wo dann wohl laut dem Anwalt des Vaters, denen das zu heiß wurde und die dann auch nicht mehr den Umgang unterstützt haben oder die Wiederanbahnung des Umgangs. 00:30:36 Und dann kam das mit dem Notfallknopf, den die Kinder bei sich getragen, dann sind wir ja sowieso in diese Eskalationsspirale eingetreten, diese die letzte Frage des Podcasts so ist in der Folge an den Kollegen Ücker war eben, wie es den Kindern geht und, das hat mich natürlich berührt, der Kollege dann mitteilte, dass die eben schwer traumatisiert sind und möglicherweise ihr ganzes Leben darunter leiden werden und das auch nie wirklich verarbeiten werden. Das gibt zu denken. Aber liebe Hörerinnen und Hörer, das ist hier auf jeden Fall eine Ergänzung zu unserer Folge Blog, die man sich gut anhören kann. 00:31:10 Was mir da auch noch mal zu denken gegeben hat, war der Satz, dass die Kinder sich eigentlich vorrangig erstmal wünschen oder gewünscht haben, Dass von Seiten der Mutter, deren Sichtweise anerkannt wird, sowie auch möglicherweise Eingeständnisse gemacht werden in Bezug auf das, was die Kinder erlebt haben wollen und dass das eben auch 'ne Erklärung ist für 'ne Positionierung, ne, dass es nicht nur rein der Loyalitätskonflikt sein muss und nicht nur rein 'ne Manipulation durch den anderen Elternteil und das war eben auch. 00:31:49 In meinem heutigen HKÜ-Verfahren so, dass ich den Eindruck hatte, dass einfach verkannt wird, das einfach zu kurz gegriffen, nur mit Loyalitätskonflikt und nur mit potentieller Manipulation zu argumentieren, sondern dass die Kinder einfach auch eigene Motive haben können, sich zu positionieren und möglicherweise das auch der einzige Weg für sie sein kann, sich selber zu schützen. Ne, auch das ist ja Grund genug, eine Positionierung, zu haben und das macht einen eben schon traurig, wenn sehenden Auges die Eltern nicht darauf eingehen können und das ganze System auch nicht ihm dazu verhelfen kann. 00:32:30 Also quasi die Kinder auch im Kontext des Konflikts gar nicht schützen kann, ne, sondern die sind weiter dem Konflikt dann ausgesetzt und es kann deren Position einfach verhärten oder die einfach kaputt machen oder beides. Ja, also was mich besonders an der, Blockfolge bewegt hat, war auch die Bedrohung, die der Kollege Ücke aushalten musste. Die Vorwürfe, ja, denn der hat ja wirklich da irgendwelche Pädophilievorwürfe aus dem Darknet oder irgendwie wurden gegen ihn erhoben. 00:33:00 Der hat mit relativ ruhiger Stimme das vorgetragen, aber man merkte doch, so wie er es erzählte, dass ihn das sehr bewegt hat. Und das ist natürlich existenzvernichtendes Potenzial, also für den für den Rechtsanwalt und das musste er dann ja auch dem Umfeld erklären und so. Was der da wirklich dann einfach gesagt hat und so hat er es jedenfalls beschrieben, er ist Rechtsanwalt, hat das noch mal so 'n bisschen größer gezogen, hat auch gesagt, ist auch der Rechtsstaat, Demokratie. Wenn Rechtsanwälte nicht mehr sagen können, was sie möchten und vertreten wollen, was sie möchten, dann ist die Demokratie, da ist der Rechtsstaat in Gefahr und das stimmt natürlich. 00:33:37 Ja, und er hat da eben in einer Situation umgehen müssen, wo er auch nicht wusste, wie lange geht das noch, hört das auf. Ja, da sind natürlich Ermittlungen jetzt auch, laufen, laufen und ja, ja, gegen Unbekannt natürlich ermittelt, ne, wegen dieser Verleumdung und üblen Nachrede. Ja, und auch gegen den Vater auch, ne, gegen den Vater auch wegen Kindesentziehung, das ist natürlich auch ein bisschen absurd, aber auch gegen auch Pädophilie oder nicht, Nee, nee, gegen die Pädophilievorwürfe kamen ja gegen die beiden, dass das dann, dass da nichts dran ist, ist klar, nee, da wurde jetzt gegen Unbekannt damit, nee, ich meine, aber es war nicht nur in Bezug auf Herrn Üker, sondern auch in Bezug auf, ja, ja, das wurde wohl irgendwie gestreut, genau, ja, und also gegen beide, und, und, aber wie gesagt, jetzt mal aus Kollegensicht ist das schon, ist das schon sehr heftig, und da gibt es eben auch einen Teil des Anwaltsberufes, den viele Kolleginnen und Kollegen sicherlich auch nicht schätzen, 00:34:26 Und das ist es, wenn du abends an deinem Schreibtisch sitzt und hast noch ein Gespräch mit irgendjemanden und da geht es dann heiß her, bist vielleicht Einzelanwalt oder Einzelanwältin, schlimmer ist, und wirst dann da vielleicht irgendwie bedroht oder erlebst Situationen, die einfach wirklich, ja, dich, dich erschüttern, wo man sich dann wirklich einfach fragt, ja, ist es das wert, kann ich das machen? Ich wüsste nicht, wie ich damit umgegangen wäre, wenn solche Vorwürfe gegen mich erhoben worden wären, ob ich dann das Mandat weitergeführt hätte, ob das ihm quasi zum, Bedingungen gemacht wurde oder dann eine Kausalität hergestellt wurde zwischen Mandatsführung und Wegfall der Bedrohungslage, weiß ich nicht genau, aber es ist jedenfalls eine wirklich sehr bedenkliche Situation. 00:35:06 Ja, ist schon auch bewundernswert, dass er das dann weiter gemacht hat und auch immer noch offensichtlich weitermacht. Ja, das seh ich den Hut vor. Gab es denn da irgendwelche Anwaltswechsel mal? Das wüsste ich nicht. Nein, und auf Mutterseite, also hab ich keine Informationen drüber. Nee, wüsste ich nicht, ist ja nicht ungewöhnlich, dass es Anwaltswechsel gibt. Gerade bei Leuten, die dann vielleicht am System manchmal verzweifeln oder so, dann wird auch schon die Schuld bei der Verfahrensbevollmächtigten oder dem Verfahrensbevollmächtigten so. Ihr habt ja mit solchen Bedrohungslagen auch zu tun, ne Ann-Marie? 00:35:38 Mhm, ja, doch, es kommt vor. Also Kollegen haben, bin ja in Gemeinschaftspraxis und da hab ich auch gerade mitbekommen, dass es eben Situationen gibt, die sind schon sehr unangenehm und bei mir durchaus auch, man dann mit, mit Strafanzeigen zu tun, mit Ablehnungsgesuchen deiner Person, wie du es auch richtig beschrieben hast, mit Gesprächssituationen, wo du dann alleine im Büro bist und denkst, das würde ich jetzt gerne beenden, ne? 00:36:10 Und das dann schwierig, ja, oder Verleumdung oder einseitige Darstellung unschöner Natur. Ja, es hilft sehr, sich nicht damit zu beschäftigen, ne? Genau, und ja, ich glaube, das gehört einfach dazu. Ich meine, ich hab mich noch nie gegoogelt und ich werd es wohl auch nicht tun, aber ich krieg durchaus von Klienten Rückmeldung, sowas wie, ach so schlimm sind sie ja gar nicht oder so, ne, wenn die dann irgendwelche Rezensionen im Internet lesen. Also ist doch klar, dass das in der Natur der Sache liegt, wenn du also im streitigen Fall als Vertreter des Kindes eine Empfehlung aussprichst, 00:36:49 Dann muss es doch in der Regel mindestens einem Elternteil nicht gefallen. Also hast du den Zorn mindestens eines Elternteils auf dir und das ist schon nicht leicht auszuhalten, ne? Also auch dann aus deiner Rolle heraus für das Kind einzustehen, egal was persönlich von dir da gehalten wird oder was die Folgen sind, das ist schon nicht leicht, ne? Und genau, musst du halt mit klarkommen, 00:37:19 Was dann kommt, muss man mit klarkommen. Ja, es gab vielleicht ein paar Situationen, die ein bisschen grenzwertig waren, aber eine Situation tatsächlich, wo ich bisschen dran geknabbert hab. Ich hatte eine Frau vertreten, Scheidungsverfahren, älterer Mann, junge Frau, wirklich so frisch im Leben, irgendwie junge Mutter auch, will sich scheiden lassen. Ehemann wollte nicht, hat sie bedroht, hat versucht, sie in dieser Ehe festzuhalten gegen ihren Willen. Mehr Entscheidungsantrag eingereicht und liebe Hörerinnen und Hörer, ist einfach so, dass Entscheidungstermine 'ne ganz, ganz kurze Sache ist. 00:37:52 Der war beim Amtsgericht Kreuzberg terminiert und Entscheidungsantrag läuft so ab, die Beteiligten kommen rein, dann werden sie, werden ihre Personalien festgestellt, überzeugt sich von ihrer Staatsungehörigkeit und von ihren persönlichen, sie identifizierenden Daten, also Wohnanschrift insbesondere natürlich auch Geburtsdaten. Dann werden sie gefragt, wie lange leben sie denn getrennt, ah, länger als ein Jahr, ist ja schon mal super, sind die Voraussetzungen nach 1565 BGB erfüllt. Dann werden Sie gefragt, wollen Sie die Ehe denn fortsetzen, Frau Müller mit Herrn Müller? Nein, will ich nicht. 00:38:23 Herr Müller, wollen Sie die Ehe mit Ihrer Frau fortsetzen? Nein, oder können Sie sich vorstellen, die eheliche Lebensgemeinschaft wiederherzustellen, so heißt es wohl. Und dann werden Sie noch gefragt, wie Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse bei Antragstellung waren, also Einkommen, Vermögen. Dann wird die Nichtöffentlichkeit aufgehoben, die Öffentlichkeit wird hergestellt und kommt dann jemand rein? Nie, noch nie jemand reingekommen, vielleicht irgendwann mal ein Verwandter, aber eigentlich nie oder eine Freundin. Aber, ganz, ganz selten. Dann müssen sich alle Beteiligten erheben, dann gibt es den Scheidungsausspruch, dann wird auf den Versorgungsausgleich, also den Ausgleich der Rentenpunkte, Bezug genommen, wird dann überlegt, ja, haben sie denn die Berechnung des Gerichts bekommen, ja, haben wir. 00:38:58 Also in den meisten Fällen muss man sie überprüfen, der Anwalt ist dazu verpflichtet und dann setzen sich die Beteiligten und dann werden oft 'n Rechtsmittelverzicht geschlossen. Das heißt, dann wird die Scheidung an diesem Tag rechtskräftig und die Beteiligten könnten theoretisch am gleichen Tag zum Standesamt gehen und neu heiraten, wenn sie möchten. Also die ganze, also andere Menschen, nicht sich selbst oder was, die ganze Nummer dauert dann 10 Minuten. Für solch einen Termin waren wir jedenfalls beim Amtsgericht Kreuzberg und es gab im Vorfeld schon schwierige Kommunikation und es gab auch Bedrohungen an mich oder ja, man könnte es so werten. 00:39:29 Und jedenfalls betrat ich diesen Fahrstuhl des Amtsgerichts in Kreuzberg, den die Hörerinnen und Hörer und Kolleginnen und Kollegen kennen, den einen, den einen. Also einer fährt typischerweise nicht, der andere in Zeitlupengeschwindigkeit, Und ist meistens dann von welchen Leuten frequentiert, die in die fünfte Etage in die Cafeteria wollen. Jedenfalls betrat ich diesen Aufzug. Damals gab es noch nicht dieses, dieses Schleusensystem, was es jetzt gibt, das haben sie ja neu eingebaut, ist ja wirklich wie im Flughafen. Du meinst, bei der Einlasskontrolle, Justizwachmeister und so und so fort. Und es gesellten sich jedenfalls 3 stämmige Männer zu mir und fragten ihn, ob ich Rechtsanwalt Hanke sei, was ich bejahte. 00:40:03 Natürlich, warte mal, du bist im Fahrstuhl und dann kommt in die 3. Etage zu dem Termin, 3 Männer steigen mit ein, die müssen da gewartet haben im Foyer irgendwo und stiegen ein, sagen bin ich Rechtsanwalt Hanke, sag ich ja, Dann sagen sie, es wäre besser für sie, wenn sie diesen Termin nicht wahrnehmen würden. Und mir rutscht das Herz in die Hose. Natürlich, ich hab da auch keine Heldentaten vollbracht. Du hast vorhin gesagt und du hättest die fotografiert. Ich hätte es sicherlich, ich hätte mich das nie getraut, Ann-Marie, jedenfalls. 00:40:36 Ich hab, aber ich, aber das war der Moment, friert sich ja so ein, so nach dem Motto, wo waren sie am 11. September 2001 friert sich ja so ein, dass ich noch weiß, welches Jackett ich da anhatte. Welches du nicht mehr trage, weil ich rausgewachsen bin und dann hab ich mir irgendwie, weiß nicht genau, ich fühlte mich sicher wegen des Umfeldes des Amtsgerichts und dann oder sicher, ich fühlte mich jedenfalls, war schon bedroht, aber hab mich dann irgendwie durchgequetscht, die haben mir dann so halb den Weg blockiert, wir sind in den Termin rein, wir haben diese Scheidung durchgeführt, aber hast du das der Mutter gesagt? 00:41:06 Ja, und die war auch nicht erstaunt da drüber, also die hatte damit gerechnet und, und ja, irgendwelche Cousins oder Brüder des Vaters oder so, weiß nicht genau, oder Verwandten, jedenfalls oder Freunde. Und dann sind wir jedenfalls raus und ich weiß noch, ich bin dann zurück in die U-Bahn, die ja da hochgleisig fährt. Also die wurde aber geschieden, ne? Ja, die wurde geschieden, raus, Mandantin, tschüss gesagt, irgendwie in die U-Bahn, Gleisdreieck umgestiegen und dann bis Nollendorfplatz gefahren und da ausgestiegen, obwohl ich da gar nicht hin musste oder ausgestiegen. Ich glaube, ich wusste, dass es da irgendwo einen guten Schahwarma gibt. 00:41:39 Das war auch einer der Gründe am Winterfeldplatz. Wahrscheinlich. Und dann bin ich aber einfach spazieren gegangen, hab irgendwie erstmal so durchgeatmet, so in die Situation. Weiß eben dann, ja klar, man ist kein Held, man ist dann muss man irgendwie so funktionieren. Aber es gibt viele Kolleginnen und Kollegen, von denen ich weiß, dass das Situationen gab, in denen sie sich bedroht oder unsicher gefühlt haben und das gehört eben dazu. Das weiß gar nicht, ob das Richter oder Richterinnen so mitbekommen, dass das so ist und natürlich erzählen die ja oder reden manchmal mit den Kollegen auch, aber. 00:42:10 Quasi mit den mit den Anwälten, aber das ist schon, das ist schon eine besondere Prüfung in unserem Berufsstand. Ja, ich glaub, viel bekommen die das nicht mit, weil sie selbst ja in der Regel durch die Institution des Gerichts geschützter sind, ne? Und im Gericht, also das wär ja noch Vorschleusenzeiten, das ja eigentlich auch nicht so richtig passiert. Ja, das stimmt und die Wachtmeister ja auch, sofort vor Ort. Die Richterinnen und Richter, die uns jetzt da draußen zuhören, wissen jedenfalls, dass es passieren kann. 00:42:42 Es ist überhaupt nicht alltäglich und dass ich das, ich bin seit 2011 Rechtsanwalt, nur eine solcher einer Situation erlebt habe, einmal von dem Briefkasten irgendwie abgerissen, aber das zeigt ja schon, dass es eben jetzt nicht irgendwie alltäglich ist, aber es kann passieren und man positioniert sich eben. Ja, mhm, genau. Die Situation, die du vorhin beschrieben hast, Ann-Marie, dass Leute, frustriert sind oder unzufrieden oder auch die Schuld teilweise uns geben oder dir oder wen auch immer, Verfahrensbeistände gerichten. Vereinzelt auf dem Gericht, einzelt auf dem Gericht, zeigt mir aber doch, dass um was Positives zu sagen am Beginn dieses schönen und schönen Jahres, dass es eben doch Vertrauen in den Rechtsstaat grundsätzlich noch gibt. 00:43:18 Denn oft ist es ja so, dass die Leute enttäuscht sind, sie haben sich mehr erwartet, sie haben sich mehr Sachverhaltsaufklärung, mehr Empathie, mehr Zugewandtheit, mehr Verständnis für ihre Situation erwartet. Aber sie sind eben nicht von vornherein frustriert. Im Nachhinein, manchmal im Nachhinein. Aber aber dieses Gefühl doch vorherrscht, wir leben in einem in einem System, wo so viel Weisheit bei den Richtern und Richterinnen vorhanden ist, dass die gute Lösung schon gefunden wird für mich. 00:43:59 Also ich erlebe das mehr als Menschen, die jetzt von vornherein den Rechtsstaat abgeschrieben haben. Also A. Wenden die sich vielleicht gar nicht an Rechtsanwalt, aber das macht mir auch irgendwie auch Hoffnung, wenn man jetzt gerade in diese Zeiten blickt, wo viele sich ja so oder man gefühlt jedenfalls, wenn man den Medien verfolgt, sich von traditionellen Instituten oder auch staatlichen Einrichtungen abwenden und das Vertrauen in Parteien, in Behörden, Institutionen verlieren. In meiner Praxis jedenfalls merk ich das schon so, dass das schon 'n hohen Stellenwert hat, dass auch grundsätzlich vertraut wird, dass das Familiengericht und die Richterinnen und Richter dort irgendwie 'n guten Job machen. 00:44:38 So, das wird natürlich enttäuscht, weil die Leute vielleicht noch mehr erwarten und natürlich immer realisieren, warte mal, die sind ja auch alle nur irgendwie was, die kochen mit Wasser, die haben begrenzte Ressourcen, das Jugendamt ist überlastet und so, das ist schon alles. Ja, und und vielleicht hier auch noch mal, der Begriff, den du vorhin eingeführt hast, Wertschöpfung, ne. Also auch in diesen Fragen macht es natürlich Sinn zu hinterfragen, was ist denn das Ziel der Beteiligten und versuchen auf einen Seiten die Perspektive auch für den jeweils anderen zu schärfen, um dann möglicherweise Lösungen zu finden, wo sich eben beide nicht als Verlierer fühlen. 00:45:23 Und vor allem das Kind nicht, ne, also auch die Perspektive des Kindes. Und was mich manchmal wirklich betroffen macht, ist dass die Eltern jeweils glauben oder vielleicht auch nur hoffen, dass sie der Einzige sind, der das Kind richtig verstanden hat. Aber eigentlich können die Eltern das fast gar nicht sein, also allgemein gesprochen, gibt natürlich Ausnahmen, weil die ja betroffen sind. Also die, die gucken ja nur subjektiv und die wissen ja auch gar nicht, wie es beim anderen Elternteil läuft und was in dem Kind so vorgeht und die kriegen ja nur eine Seite mit. 00:46:00 Also das, das macht mich betroffen, weil das Kind oft in so einer großen Not, also ich hab jetzt gerade einen Fall, also da erinnere ich das Kind noch, als es ein junges Kindergartenkind war. Ja, und jetzt ist es 12 oder 13 sechste Klasse, kurz vor der Oberstufe, also kurz vor dem Schulwechsel. Ich, ich glaub, das ist das vierte Verfahren oder so und es geht immer um Umgang und die Frage der Umgangsausweitung und so. Und man hat schon in den letzten beiden Vorverfahren gemerkt, dass das Kind schon einen Wunsch hat nach Umgangsausweitung, aber den eben nicht kommuniziert kriegt, stabil, ne? 00:46:44 Ja, und, dann hast du ja 1696, also die Abänderungshürde und wenn du noch nicht mal einen stabilen Kindeswillen hast, dann ist es einfach schwierig, eine bestehende Umgangsregelung abzuändern, ne. Und jetzt ist das Kind in einem Alter, wo es, wie es scheint, die Stabilität erlangt hat und jetzt anfängt in verschiedenen Kontexten, in verschiedenen Situationen das zu kommunizieren. Und ich denke, dass die Hürde dadurch erreicht ist, wenn wir sehen, 00:47:14 Aber es hat auch richtig Federn gelassen. Also dem Kind geht es psychisch nicht mehr wirklich gut. Ja, noch nicht betroffen. Das ist so, man würde auch gern die Sachen verändern oder besser machen. Das ist ja auch als Rechtsanwalt oder Rechtsanwältin sicher so, dass man mit so halb fertigen Zuständen klarkommen muss, weil ein Elternteil dann irgendwie den Beratungsprozess abbricht oder weil das Kind dann es doch nicht schafft und irgendwie weiter behandlungsbedürftig bleibt oder irgendwie, sitzen bleibt oder doch umziehen muss, 'n Freundeskreis verliert. 00:47:47 Es sind ja Situationen, mit denen man umgehen muss, so ne. Also das klingt jetzt 'n bisschen nach so 'n Realtalk, den wir hier machen, von den Bedrohungslagen für Verfahrensbeistände und Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten begonnen. Das vielleicht noch mal zu sagen, da haben wir es als Männer auch einfacher. Ich kenne viele Kolleginnen natürlich, die wahnsinnig tough sind und irgendwie auch sich überhaupt nicht die Butter vom Brot nehmen lassen, aber, kann mir jedenfalls vorstellen, ist natürlich immer schwer, sich reinzuversetzen, dass es eben als Frau dann auch teilweise, ne, nehmen wir mal an, da kommt noch 'n Mandant, 18:00 Uhr, du bist alleine in deiner Kanzlei, weil du vielleicht Einzelkämpferin bist, dann sitzt du da allein mit dem, dann kippt die Stimmung oder so. 00:48:26 Also da gibt es bestimmt viele Kolleginnen, die auch schon in schwierigen Situationen waren, weil man ja auch mit den Leuten dann immer Extremsituationen bespricht, ne, und die, die so existenzielle Fragen schon, ja, Und dann musst du ja eben teilweise auch Tacheles reden, ne. Und das müssen wir auch, das musst du, ja klar, aber das müssen wir auch, wir müssen ja auch manchmal den Leuten sagen, das geht nicht, sie sind ja auf verlorenem Posten oder das, das und das können sie nicht machen, genau. Und menschlich kann man es dann ja im Einzelfall sogar nachvollziehen, so ne, aber rechtlich geht es dann eben einfach nicht. 00:48:59 Ja, das schon, das ist übrigens diese Welt abseits von dem glanzvollen, man reitet bei Gericht ein auf dem weißen Pferd, und kämpft jetzt fürs Recht, übertrieben, aber reicht ja schon, fährst mit dem Auto hin und gehst zu Gericht und das irgendwie macht Spaß und ist manchmal auch irgendwie toll und herausfordernd. Aber diese Situation, dass du abends in deiner Kanzlei sitzt und vielleicht schwierige Gespräche führst, vielleicht auch wo so eine leicht aggressive Stimmung ist, und du musst damit klarkommen, Leute zahlen ihre Rechnung nicht, du hast da eine Herausforderung, vielleicht mit ehemaligen Mandanten oder wirst sogar noch von der Gegenseite bedroht. 00:49:36 Ja, wartet jemand vor der Tür auf dich und so? Das ist alles nicht aus der Luft gegriffen. Das sind alles Sachen, die mir Kolleginnen und Kollegen berichtet haben im Laufe meiner Karriere oder die ich selbst erlebt habe. In der Kanzlei, wo ich immer früher gewesen bin, kam ich abends dann irgendwie nach unten, war der Briefkasten abgerissen und weggeworfen. Vielleicht war es einfach Vandalismus, aber ich meine, es hatte mit unserer Tätigkeit zu tun. Und es ist auch alles das, was Anwälte erleben, ne? Das ist gar nicht Familienrecht beschränkt, das das kann in vielen Rechtsgebieten passieren. Und gerade wenn man jetzt nicht in einer Großkanzlei ist, wo dann wahnsinnig viel Kollegen sind und irgendwie oder einer Behörde, sondern eben, wenn du Einzelkämpfer bist oder eben in kleineren Einheiten, musst du mit diesen ganzen Dingen. 00:50:15 Auch noch klarkommen neben der Arbeit und wenigstens könnt ihr eure Stundensätze bestimmen. Das macht der Markt, der Markt bestimmt die Stundensätze Ann-Marie, kann ich auch nicht sagen, ich will 1000€ die Stunde haben, also das ist vielleicht in anderen Rechtsgebieten möglich, abgesehen davon, dass es möglicherweise unethisch wäre, aber das reguliert der Markt eben, ne. Soll ja auch nicht jetzt irgendwie nach Lamoyanz klingen oder so, aber ich finde schon, dass auch die Hörerinnen und Hörer einen Anspruch darauf haben, auch diese Seiten mal zu erfahren. Wir sind jetzt durch Zufall drauf gekommen, aber nein, das war durchgeplant hier, aber es gehört dazu. 00:50:47 Genau, wir haben unser Konzept super abgearbeitet, wie in der Einstiegsfolge, wie in unserer 1. Folge. Genau, also wenn ihr im gleichen Modus Wirres von Ann-Marie und Andreas hören wollt, dann hört noch mal unsere 00 Folge. Hast du denn noch 'n Fall oder 'ne Anekdote, die dir im Kopf ist? Ich hab 'ne Anekdote, vielleicht nimmt es viele, viele Leute da draußen mit, Kolleginnen und Kollegen, die sich in innerlicher Situation gefunden haben. Ich hatte kurz vor Weihnachten die aus meiner Sicht skurrilste oder herausforderndste Verhandlungssituation. 00:51:22 Wo, wie, wann? Also, es war das Amtsgericht in Celle, mehr sag ich dazu nicht. Und es ging jedenfalls um einen HKÜ Fall, Ist ein Kindesentführungsverfahren. Ich versuche es zu vermeiden, jetzt bundesweit durch die Welt zu fahren oder durch die, durch die, durch das Land zu fahren, habe ich früher sehr viel gemacht. Aber jetzt, wo ich Notar bin, bin ich doch auch sehr, sehr gerne an meinem Schreibtisch und arbeite einfach. Jedenfalls habe ich diesen Fall angenommen, war ein HKÜ Fall und es gab eine erste Verhandlung, in der haben die Beteiligten schon gesagt, na ja, so weit liegen wir eigentlich gar nicht auseinander, wir verhandeln mal und wir verhandelten jedenfalls auch. 00:51:59 Und einer der Beteiligten, ich kann jetzt nicht sagen wer, stammte jedenfalls aus einem Land aus dem Großraum Ozeanien, jedenfalls mit einer anderen Kultur. Und jedenfalls war es sehr aufwendig, auch mit Übersetzer, die Verhandlung zu führen. Gar nicht unproduktiv, aber 2 Schritte vor, einer zurück, ne. Die außergerichtlichen Vergleichsverhandlungen, die die Verfahrensbevollmächtigten, also ich und ein Kollege führen sollten, sind gescheitert, die lagen einfach viel zu weit auseinander. 00:52:29 Und dann war die Verhandlung angesetzt für 10:00 Uhr. Es gab eine zweite Verhandlung, um die ich dann gebeten hatte und um 09:50 Uhr kam jedenfalls der Kollege auf mich zu und wir merkten, nee, irgendwie gibt es da doch noch Raum zu verhandeln. Also es ging um die Frage, muss dieses Kind dorthin zurückkehren oder bleibt es hier und der Vater bekommt aber wirklich großzügigen Umgang. Dann ging es auch noch um einige finanzielle Aspekte, also da wurden dann auch finanzielle Angelegenheiten gleich mit noch reingemischt und, glaube, im Wesentlichen wollte man auch verhindern, dass es dieses Verfahren in einem anderen Land gibt, mit großen Kosten und Aufwand oder Risiken verbunden war. 00:53:04 Und jetzt rate mal, wie lange wir verhandelt haben auf diesem Gerichtsflur. Um 10:00 Uhr war die Verhandlung. Und das Gericht fand es gut, dass ihr verhandelt habt. Das Gericht fand es gut und hat es aus vollem Herzen unterstützt. OK Ein großes Lob noch mal an den Richter. 3 Stunden. Also ich kann dir sagen, wann wir fertig waren. Gegen 15:00 Uhr, Näherten wir uns einem vorläufigen Verhandlungsergebnis. Es waren also Positionen ausgetauscht, dann wurden Sachen falsch verstanden, angeblich von beiden Beteiligten jeweils, dann mussten wir wieder raus rennen. 00:53:39 Du und er und ihr seid dann immer mal zu den Mandanten, immer zu dem, der Mandant stand auf der einen Ecke des Gerichts Flurs, sehr langer Flur. Die Mutter auf der anderen, also Vater und Mutter und die Anwälte standen dann wahlweise bei ihren Mandanten oder wechselten hin und her. Ich muss diesen Gerichtsflur und der Kollege auch 200 Mal hin und her gelaufen. Hast du mal auf deiner Schritte-App geguckt, wie du also über 10 Schritte locker. Jedenfalls, der Richter, das war wirklich erstaunlich Ann-Marie, der Richter und die Verfahrensbeiständin, blieben die ganze Zeit in dem Zimmer sitzen. 00:54:12 Die sind nicht Kaffee trinken gegangen, nicht Mittagessen gegangen, nicht Kekse holen, Die haben mit einer eisernen Disziplin in diesem Zimmer ausgeharrt, die Verfahrensbeiständin kam ab und zu mal raus, hat geguckt, ob sie helfen kann. Und also ich ziehe wirklich meinen Hut vor diesem Richter. Ja, natürlich wollte der auch gerne, dass die Beteiligten sich einigen, das lag auch in der Luft, aber es war wirklich wahnsinnig schwierig. Und wir hatten jedenfalls 15 oder sagen wir, ich glaub, 12 Punkte identifiziert. Also nach. 00:54:43 Fünfeinhalbstündigem Ringen um 15:30 Uhr hatten wir 12 Punkte identifiziert, auf die wir uns einigen können. Schreibt ihr das dann mit oder ja, das hab ich dann mitgeschrieben, teilweise auf dem Handy, dann hab ich mir auch 'n Block geholt und 'n paar Sachen aufgeschrieben und so, das ist auch nicht drin falsch und wir fangen an, diesen Vergleich zu diktieren. Die Uhr schlug, glaube 15:55 Uhr, also 6 Stunden nach Beginn, nach ursprünglichen Verhandlungsbeginn und der Richter nahm jedenfalls diese Punkte auf und bei Punkt 10 von 12. 00:55:13 Sagte mein Mandant plötzlich, ach nee, er kann doch nicht. Oh mein Gott, er möchte den Vergleich doch nicht, das, das geht jetzt wirklich nicht, bei schon ausgehandelten Punkten. Und um es kurz zu machen, wir haben uns dann am Ende geeinigt, der Richter wurde sehr laut, angemessen laut und doch laut, teilte ihm die Beteiligung mit, dass es jetzt nicht ganz einfache Situation ist und, ich ging dann jedenfalls immer nach draußen. 00:55:43 Wir konnten dann am Ende nach einer weiteren halben Stunde, die glaube ich ins Land gegangen ist, dann diese Sache gut beenden. Ist ein guter Vergleich, ist ein gutes Ergebnis fürs Kind. Dann Wertschöpfung, Wertschöpfung, doch wirklich Wertschöpfung. Die Interessen der Mutter waren nicht kongruent mit den Interessen des Vaters, selbstverständlich, das ist ja nun mal so. Aber es war wirklich so, dass man sagen konnte, nee, wir haben aus beiden Welten das Beste mitgenommen. Aber ich glaub, 16:30 Uhr 16:40 Uhr stand ich dann vollkommen erschöpft. 00:56:15 Es geht jetzt gar nicht so sehr um mich, liebe Hörerinnen und Hörer, aber das war schon irgendwie. Ich hab dann aus diesem Seminar, was ich ja vorher hatte, auch viel mitgenommen und auch ein bisschen was auch hoffentlich angewandt, nämlich immer wieder diese Interessen zu ermitteln. Was ist auch der Nutzen, also die Interessen. Denn es war so, die Mutter hatte ein Interesse daran, nicht zurückzukehren und die Mutter hatte auch ein Interesse daran, Nicht alle Brücken zu verbrennen zum Vater. Und der Vater hatte ein Interesse daran, sein Kind so oft wie möglich zu sehen. 00:56:46 Er kann sein Kind aber nach dieser Regelung öfter sehen als in seinem Heimatstaat, vorher sozusagen. Ja, oder auch bei Rückkehr, denn selbst bei Rückführung des Kindes, wenn das Recht des dortigen Landes angewendet worden wäre, eines fernöstlichen Landes, dann hätte er nach der Rechtsauffassung seines dortigen Rechtsanwaltes, halte ich fest, das Kind vielleicht einmal im Monat gesehen. Was für 5 Stunden, ja, bis Sonnenuntergang. Weiß nicht genau, ich hab auf jeden Fall schon verschiedene Regelungen gelesen und das war sozusagen, also klar, am Ende ist es 'ne gute Lösung und ich kann das auch so sagen und stehe auch dazu. 00:57:20 Natürlich, ich hab dafür gekämpft, ich meine auch, wir hätten dieses Rückführungsverfahren gewonnen, aber zu erkennen, was hilft ihm, was will er, wo will er hin, er will sein Kind sehen. Es ging ihm gar nicht um den Lebensschwerpunkt, nein, nicht in erster Linie, sondern es ging ihm natürlich darum, dass ihm auch Ungerechtigkeit widerfahren ist, Sehr verletzt war durch die Art und Weise, wie das Kind dann in Deutschland hier zurückgehalten wurde. Aber ja, das war eben so und da muss man sich eben vorher den Tag frei nehmen, also bei solchen Sachen, weil gut Ding will Weile haben, so. 00:57:54 Aber es war trotzdem natürlich, es war schon auch harte körperliche Arbeit, weil ich und der Kollege haben danach sehr nett, vor der Tür gestanden und das ist auch immer wichtig, weißt du, das der kennt euch jetzt richtig gut. Ja, das ist auch wichtig, dass du mit den Kolleginnen und Kollegen irgendwie nicht so Verbrannte-Erde-Prinzip hast, sondern irgendwie wirklich dann einfach konstruktiv zusammenarbeitest. Manchmal geht es halt nicht, manchmal kommen die Leute nicht zusammen, dann ist es halt so, muss streitig entschieden werden. Deswegen musste ich aber nicht mit dem Kolleginnen oder Kollegen vollkommen entzweien oder irgendwie so. 00:58:25 Ja, Ja, aber das ist auf jeden Fall sehr befriedigend, dass wenn du, wenn du nach so einer Anstrengung zu so einem Ergebnis kommst. Heute dachte ich auf jeden Fall, ich hab mir mal, ich glaube, 6 Stunden freigehalten für das HKÜ Verfahren, aber mein Bauchgefühl hat gesagt, die werden sowieso sich nicht aufeinander zu bewegen und das war auch nach 2 Stunden einfach fertig und das ist ja sehr schnell für HKÜ Und zweite Instanz. Ja, das liebe Hörerinnen und Hörer ist bei unserem Senat beim Kammergericht. 00:58:56 Doch schon schnell. Ja, ist ein zügiges Verfahren, ne? Ja, und trotzdem sind alle zu Wort gekommen. Es war nur klar, da bewegt sich nichts, trotz klarer Worte des Jugendamts, sehr berechtigt, finde ich. Allerdings sozialpädagogische Sicht, ne? Und nicht rechtliche Sicht. Sie sind ja auch in so einem HKÜ Verfahren in einer blöden Situation, das Jugendamt. Ja, aber es war so, das Jugendamt wirklich tolle Arbeit gemacht. Das hat zwischen Entscheidung erster Instanz und Verhandlungen, in zweiter Instanz so viel bewegt, um zumindest einen begleiteten Umgang umzusetzen. 00:59:34 Es ist dann gescheitert, aber es lag jedenfalls nicht am Jugendamt. Also das war schon wirklich erstaunlich, die haben sich da richtig ins Zeug gelegt und wenn, in allen Verfahren diese Ressourcen bestehen würden. Also dann ist das Jugendamt wirklich ein Geschenk, aber hat da leider nicht gereicht. Aber Hut ab auf jeden Fall dafür. Aber Familienrecht ist wirklich auch ein trauriges Pflaster, wenn du nicht das schaffst, den Eltern zu helfen, irgendwie ein Kompromiss zu finden oder meinetwegen auch eine Entscheidung herbeizuführen, die zumindest akzeptiert wird. 01:00:12 Ja, ja, auf jeden Fall und und trotzdem machen wir es gerne, machen wir gerne und ist auch 'n wirtschaftliches Invest, muss man sich eben auch immer wieder vor Augen halten, ne. Also, wenn du jetzt gerade, wenn du für Anwältinnen und Anwälte, die so ist es ja oft eben inzwischen nach Stunde bezahlt werden, wenn du dann eben 6 Stunden verhandelst und du hast 2 Stunden Anfahrt und du hast dich auch noch mal 4 Stunden auf den Termin vorbereitet, bei was bei schwierigen Sachen ja auf jeden Fall so ist oder 3, manchmal sind es mehr als 2 Stunden Anfahrt, muss man auch überlegen, wenn man es vergütungsmäßig abrechnet. 01:00:43 Aber dann kommen da eben auch signifikante Summen zusammen. Also das ist dann auch eben für den Anwalt klar wichtig, dass der weiß, oder die Anwältin, wie viel Zeit kann ich eben investieren. Da ist natürlich 'ne Vergütung nach Stunde immer gut, weil der oder die Anwältin dann 'ne hohe Motivation hat, eben, die Sachen nicht rauszuzögern, aber eben auch zu wissen, oh nee, ich werd hier nach R. V. G., muss ich irgendwie 500€ dafür, muss ich aufpassen, dass ich jetzt irgendwie möglichst noch viel mehr reinknalle in den Tag. Da gibt es natürlich mehr Ruhe bei einer Stundenvergütung und für die Mandanten ist es eben aber 'n Invest, es ist 'ne Investition, die aber meistens gut ist, 'ne Investition in einen guten Vergleich, zahlt sich später richtig aus. 01:01:24 Also das ist wie, wer billig kauft, kauft zweimal, ja, sondern wer gut investiert in dieser Hinsicht und, der spart sich sehr, sehr viel Mühe, denn in diesem konkreten Fall oder in anderen Fällen, die auch ähnlich gelagert sind, wurde 'nen Umgangsverfahren, 'nen Sorgeverfahren, 'nen vielleicht noch Grenzsperrverfahren, alles vermieden. Ja, hier wurden sogar noch 'n paar wirtschaftliche Aspekte mit geklärt, dann erspart man sich diese Verfahren zusätzlich auch noch. Da gibt es Verfahren um die Frage, wer ist international zuständig, es können sehr teure Verfahren werden, wenn man erstmal um die internationale Zuständigkeit kämpft, 01:02:00 Der eine macht das Verfahren in Korea, U. S. A., Kanada anhängig, der andere in Deutschland, dann wird hin und her geschrieben, gibt es eine anderweitige internationale Rechtshängigkeit, dann werden da Experten bemüht, da kann man so viel Geld verbrennen. Also ein guter Vergleich ist gut investiertes Geld, ja, aber nur bei Anwälten, um aufs Schlimme, Systemkritik, leichte, leichte Systemkritik. Und dann ne müsste wenigstens anerkannt werden, dass die Ressourcen einfach dann noch begrenzt sind. 01:02:30 Das ist so und ja genau, aber im Normalfall wird es ja auch gesehen und man macht es ja trotzdem, um für die Kinder irgendwie was zu erreichen und dann ist ja auch eine Mischkalkulation. In manchen Fällen musst du eben mehr machen als in anderen, aber sagt ja schon der Bundesgerichtshof zu eurer Vergütung. Ja, ich erinnere an Folgen 01. Ja, Allerdings frage ich mich, wie viele Fälle der Bundesgerichtshof so bearbeitet auf einmal. Ja, genau, aber nee, ist schon so und muss man eben auch abwägen. 01:03:06 Gleich noch was Erheiterndes zum Schluss. Was Erheiterndes, was haben wir denn noch? Erheiterndes tanzt auf. Also wir können ja mal erheiternd mitteilen, was unsere Planung ist für Februar. Ja, wir hoffen, wir, können die umsetzen, aber unsere Planung ist, dass wir mal ein paar Kinderstimmen zu Wort kommen lassen und auch den B. V. E. B. Vorstellen. Ja, ist auch noch mal so ein bisschen anderer Blickwinkel auf unser Feld. Genau, den Bundesverband für Verfahrensbeistände. 01:03:40 Ja, das ist toll, da freue ich mich drauf. Wir haben auch, weiß schon, von 2 Richtern und Richterinnen, die wir eingeladen haben und die auch schon zugesagt haben, Eine Richterin ist eben leider im Dezember erkrankt gewesen, die kommt aber, wird alles nachgeholt. Wir haben diese 3 D. Brille, ja, oh, daher müssen wir zu uns kommen wollten, wo auch leider Krankheit dazwischen gekommen ist. Also da waren schon einige Krankheitsfälle, die doch bisschen was durcheinander gewirbelt haben. Dann haben wir den Stephen Cull nach wie vor, das ist unser U. S. Anwalt, der leider dringend an dem Tag, wo wir aufnehmen wollten, zu einem Verfahren abberufen wurde, mussten wir kurzfristig umdisponieren. 01:04:19 Aber das sind alles Sachen, die noch kommen werden. Dann haben wir bestimmt noch tolle weitere Gäste und ja, ein paar Ideen haben wir auch noch für. Cool, ja, wir freuen uns, liebe Hörerinnen und Hörer, das war die erste wieder vollkommen wirre. Nein, aber die 1. Folge Realtalk war heute dabei, fand ich gut. Das war übrigens Folge 13, das war Folge 13 schon. Ja, und wir haben es durchgehalten und wir versuchen euch weiter mitzunehmen. Genau, wir haben euch ja auch ein bisschen ein Blick hinter die Kulissen gegeben, was so passiert. Bei den Familienrechtlern und den Verfahrensbeiständen, wenn sie dann an ihrem Schreibtisch sitzen und nicht alles glamourös ist. 01:04:56 Und so ist es eben. So ist es. Das ist kein einfacher Job. Früh um 6 aufstehen und Kinder zur Schule bringen ist auch nicht glamourös und sich dann für den Tag fertig machen und bei 6 Grad, wie wir jetzt in Berlin hatten, durch die Stadt quälen. Aber was ich richtig toll fand übrigens, ich hab 'n Kollegen, der arbeitet in einem ganz anderen Rechtsgebiet. Das ist so 'n Vater von einem Schulfreund von meinem Sohn. Und der fährt sonst mit dem Fahrrad und ich hatte die große Freude, der arbeitet bei einer Großkanzlei auch da in der Nähe von Kudamm, der hatte die große Freude, die letzte Woche dreimal mitzunehmen und wir hatten tolle Gespräche. 01:05:29 Also jemand aus einem anderen Rechtsgebiet, einfach mal so ein bisschen zu hören, was die so bewegt, was die so begeistert oder wie die arbeiten, das hat mich total bereichert. Ja, fand ich richtig toll. Toll. Würde ich ja gerne noch 'n paar Nachfragen stellen, aber vielleicht. Dem kalten Wetter sei Dank, das muss man privat klären. OK Genau, ich danke dir, Andreas. Ich danke dir, Ann-Marie, euch. Wir danken euch. Euch 'nen schönen Abend, bis denn. Tschüss. So, ihr Lieben, das war es für heute bei Family Matters, eurem Familienrechtspodcast mit Anne-Marie Steiger und Andreas Hanke. 01:06:04 Vielen Dank fürs Zuhören, dabei sein und für euer Feedback. Wir freuen uns auf die nächste Folge mit euch und, wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns gerne oder folgt uns bei Instagram. Bei Fragen, Feedback oder spannenden Themen schreibt uns an kontakt@family-metters-podcast.de. Teilt mit uns, was euch bewegt, weil es mehr als eine Wahrheit gibt. Bis bald. Das Transkript ist KI-generiert.

Shownotes

Was Euch in der Folge erwartet:
In dieser Folge sprechen Ann-Marie Steiger und Andreas Hanke über den Wiedereinstieg ins neue Jahr und nehmen euch mit hinter die Kulissen familienrechtlicher Praxis. Ausgehend von aktuellen HKÜ-Verfahren und einer Einordnung des Falls Block geht es um Loyalitätskonflikte, Grenzen des Amtsermittlungsgrundsatzes und die Belastungen für Kinder, wenn Verfahren eskalieren. Daneben geben die Hosts sehr persönliche Einblicke in den Alltag von Verfahrensbeiständen und Rechtsanwälten – inklusive Bedrohungslagen, Verantwortung und professioneller Grenzziehung.

Inhaltlich geht’s um:
• Den Start ins Jahr 2026 und einen persönlichen Rückblick auf die erste Arbeitswoche.
• Aktuelle HKÜ-Verfahren und die strukturellen Grenzen dieser Verfahren für den Kinderschutz.
• Den Fall Block und einen Nachtrag zur letzten Folge mit neuen Informationen aus einem anderen Podcast.
• Die Rolle des Amtsermittlungsgrundsatzes und unterschiedliche Herangehensweisen deutscher und ausländischer Gerichte.
• Die Bedeutung kindlicher Eigenmotivation jenseits von Loyalitätskonflikt- und Manipulationsannahmen.
• Eindrücke von der Herbsttagung der Arbeitsgemeinschaft Familienrecht im DAV.
• Interessenorientiertes Verhandeln und „Wertschöpfung vor Wertverteilung“ in familienrechtlichen Konflikten.
• Risiken und Fehlanwendungen von KI im juristischen Alltag – inklusive eines aktuellen Beispiels aus der Rechtsprechung.
• Bedrohungssituationen, Verleumdung und persönliche Belastungen für Rechtsanwälte und Verfahrensbeistände.
• Die Frage, wie viel Vertrauen Familien trotz Enttäuschungen noch in den Rechtsstaat setzen.
• Einblicke in hochintensive Vergleichsverhandlungen und deren Bedeutung für nachhaltige Lösungen im Sinne des Kindeswohls.
Ein kleiner Ausblick auf das, was kommt:
In den nächsten Folgen nehmen wir euch mit in echte Fälle (natürlich anonymisiert), teilen absurde Momente aus Gerichtssälen und sprechen über Themen wie:
• Sorgerechtsstreitigkeiten & Umgangsregelungen
• Hochstrittige Eltern – wenn Kinder zwischen die Fronten geraten
• Kinderschutz, psychologische Gutachten & die Rolle des Jugendamts
• Live-Gäste
Rubriken, auf die ihr euch freuen könnt:
• Family Frontpage – Aktuelles aus Recht & Gesellschaft
• Good to Know – Kurze, verständliche Aha-Momente
• Family Fails – Wenn der Alltag im Familienrecht skurril wird
• The Good Question – Wir beantworten eure Fragen

Triggerwarnung
Bei Family Matters sprechen wir über Themen aus dem Familienrecht – und das bedeutet oft: existenzielle Konflikte, emotionale Ausnahmesituationen und tragische Schicksale. Es geht um Kinder, Eltern, Trennungen, Gewalt, Verlust und Entscheidungen, die ganze Leben verändern.
Auch wenn wir zwischendurch mal lachen oder rumwitzeln – manche Geschichten können wirklich belasten. Bitte hört nur zu, wenn ihr euch emotional stabil genug fühlt, mit solchen Inhalten umzugehen. Achtet gut auf euch.
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Musik & Technik
Aufgenommen von Johannes Gottschick im Tiny Bay Studio BLN
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Schnitt und Produktion: Johannes Gottschick
Musik: Jan Köppl-Steiger