Folge 023
Veröffentlichung: November 5, 2026
Folge 023
Jedes zweite Wochenende oder Wechselmodell, Weihnachten teilen oder Ferien halbieren – und mittendrin Kinder, die verlässliche Regeln brauchen: Ann-Marie Steiger und Andreas Hanke sprechen darüber, woran man bei einer guten Umgangsvereinbarung denken sollte.
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00:00:00 Triggerwarnung. Wir bei Family Matters sprechen ja über Themen aus dem Familienrecht. Also über existenzielle Konflikte, emotionale Ausnahmesituationen, tragische Schicksale. Es geht also um Kinder, um Trennung, um Eltern, um Verlust, um Gewalt und Entscheidungen, die das ganze Leben verändern können. Uns ist das klar. Wir lachen zwar auch mal zwischendurch oder witzeln rum, aber manche Geschichten können wirklich belasten. 00:00:33 Hört also bitte nur zu, wenn ihr euch dazu emotional in der Lage fühlt. Achtet gut auf euch. 00:00:54 Hallo ihr Lieben, da sind wir wieder. Diesmal in hohe Frequenzeinheiten unterwegs. Ich habe gesehen, Annemarie, wir hatten zwischen der letzten Podcastfolge, 1. August, also der vorletzten und der letzten, 1. November, doch eine etwas längere Lücke als ich dachte. Hatte ich gar nicht mehr so lange in Erinnerung, aber... Ne, wir mussten ja einen Recordingtermin ausfallen lassen. Und dann habe ich das nicht auf die Reihe gekriegt mit dem Vorbereiten. 00:01:40 Ja, aber liebe Hörerinnen und Hörer, wir wollen auf jeden Fall wieder mehr Content liefern. Das sagen wir immer. Ja, aber wir halten ja auch schon durch seit April 2025. Und nächste Woche ist ja sogar ein Gast geplant. Genau. Und vielleicht wäre es okay, wenn ich es am Anfang sage. Kleiner Hinweis. Ich wurde eingeladen zu dem Table Today Podcast mit Michael Bröcker und Helene Bubrowski, glaube ich. Und da bin ich morgen, also wahrscheinlich je nachdem, wie dieser Podcast, wie schnell er veröffentlicht wird. Entweder habt ihr das schon gehört oder ihr hört es noch. 00:02:14 Aber kleiner Hinweis, da werde ich auch über das Familienrecht als so Abziehbild der gesellschaftlichen Veränderungen oder Entwicklungen sprechen mit all den Herausforderungen, die es so gibt. Da es ja noch in der Zukunft liegt, weiß ich noch nicht genau, wie das Interview laufen wird, aber so ist es angesprochen, weil es ja schon ja, hat eine gesellschaftspolitische Relevanz des Familienrechts. Also A) von den Ressourcen, die das Familienrecht bereitstellt, Richter, Richterinnen, Verfahrensbeistände und -beistände, Jugendamt, hat das alles auch gesellschaftsordnende Wirkung, befriedende Wirkung, disziplinarische Wirkung. Und das sind die Ressourcen, die eben der Staat ja zur Verfügung stellt, um sein Wächteramt auch auszuüben. Und auf der anderen Seite haben wir eben die Verwerfungen in den Familien durch Arbeitslosigkeit, durch eine Generation, die nicht mehr ganz so bindungsfreundlich ist 00:03:07 oder die Verlässlichkeit anders bewertet. Ja, ich will es gar nicht werten. Und das sind natürlich alles Sachen, die wir im Familienrecht erleben dann als Praktiker tatsächlich. Einerseits den Umgang mit den Ressourcen, andererseits den Umgang mit anderen familiären Strukturen, Vorstellungen, wie man miteinander umgeht, lebt. Auch die Frage, wie solidarisch verhalte ich mich nach einer Trennung. 00:03:27 Auch die Frage, wie gestalte ich Kindererziehung von sehr strikt zu sehr laissez-faire. Große Unterschiede. Also soziale Medien, diese ganzen Herausforderungen. Du kennst das ja immer nicht, wem erzähle ich es, aber das soll ein bisschen das Thema sein. Sehr spannend. Ich habe auch diesen Monat das erste Mal in meinen neuen Praxisräumen eine Veranstaltung. 00:03:47 ERIK heißt die. Erinnerungskontakte ist so ein neues Konzept. Also quasi, es ist ja bisher immer so, dass man familiengerichtlich gesehen nur den Umgang regeln kann oder ausschließen kann. Und das ist quasi so ein Mittelding, wo es darum geht, dass es in irgendeiner Form regelmäßig Kontakte gibt, aber in großen Abständen und auch vielleicht in begleiteter Form, dass das Kind quasi den anderen Elternteil nicht vergisst. 00:04:20 Interessant. Erinnerungskontakte. Da wird das vorgestellt quasi oder wird das besprochen oder wird das entwickelt? Na, das sind die Ausbilder. Frau Schümann, die kommt dann in die Praxis und dann gibt es 30 Teilnehmer. Ich nehme auch teil. Und dann wird man eben ausgebildet zur Erinnerungskontaktfachkraft. Aber auf jeden Fall ist ja schön, dass was passiert und dass man auch andere Modelle entwickelt. 00:04:47 Ich meine, wir sind ja schon sowieso, glaube ich, relativ flexibel gefühlt. Wir haben ja dieses Berliner Modell bei Gewalt ja, wir haben doch irgendwie ja keine starre Umgangsvorgaben, dass man sagt, es muss immer so oder so laufen. Ich denke, die Familienrichterinnen und Richter geben sich oft große Mühe, ein Modell zu finden, was sich den Lebensverhältnissen anpasst. 00:05:09 Und ich finde, das ist die perfekte Überleitung zu unserem heutigen Core-Thema, Ann-Marie. Wir werden ja gleich noch anekdotenhaft sicherlich ein bisschen Sachen erzählen. Du wirst mir noch was berichten, hast du erzählt. Aber was wir heute mit euch machen wollten, ist, ich habe Ann-Marie kennengelernt als Verfahrensbeiständin, war mal ganz begeistert von den, wie ich finde, sehr gut überlegten, gut durchdachten Umgangsvereinbarungen, die sie den Eltern an die Hand gegeben hat und die bei dir geschlossen haben teilweise, auch in den Verfahren, wo ich beteiligt war. 00:05:43 Und ich fand damals schon, man arbeitet ja mit Mustern und so weiter und so fort, aber dass da eben sehr viele Konflikte schon durch gute Regelungen im Vorfeld ausgeräumt wurden. Und ich fände es gut, wenn wir den Hörerinnen und Hörern mal einfach so ein Walkthrough geben würden, durch so eine "Was macht eine gute Umgangsvereinbarung aus und an welche Dinge muss ich denken, wenn ich Umgang regle?" 00:06:03 Vielleicht kann man ja den Beispiel zwei machen, Familie mit zwei Kindern, der Umgang soll jetzt mal für zwei Jahre geregelt werden. Genau, da würde ich gern mal von dir hören, worauf du achtest und was so wichtig ist. Und ich würde dir immer wieder nervige Fragen stellen dazu. Also gerade heute war ich in einem Gerichtstermin, wo es war noch keine Vereinbarung, aber das war ein Regelungsvorschlag und mündlich haben die Eltern in Einzelgesprächen eigentlich das komplett unterstützt. 00:06:35 Hätte vielleicht so Kleinigkeiten gegeben, wo man irgendwie noch hätte nachjustieren können oder so. Aber abweichend von der Haltung der Eltern war das dann von Seiten eines Anwalts dann irgendwie doch nicht unterstützt. Und dann wurde ich stark kritisiert für meinen Regelungsvorschlag und dass ich anmaßend bin und das ist eigentlich die Aufgabe des Gerichts. 00:07:00 Vorschläge darf ja wohl der Verfahrensbeistand noch ans Gericht unterbreiten. Ja, es war ein sehr detaillierter Vorschlag, aber das war natürlich basierend auf den Gesprächen mit den Eltern. Nichts anderes machen die Anwälte auch. Wenn du einen Umgangsantrag stellst, was ja nur eine Anregung ist, weil das ja kein Antragsverfahren ist, dann machen wir doch auch konkrete Regelungsvorschläge. 00:07:20 Ja, und ich meine, es gibt natürlich Fälle, wo du nicht annähernd Richtung Vereinbarung arbeiten kannst mit den Beteiligten und dann machst du vielleicht auch einen allgemeineren Vorschlag. Außer es gibt inhaltliche Gründe, wo man denkt, dass es Sinn macht, was Konkretes vorzuschlagen, weil die sich zum Beispiel über Kleinigkeiten streiten und sich einfach nicht einigen können. Und dann kannst du ja einfach einen konkreten Vorschlag machen und den begründen. 00:07:44 Naja, aber ich mag höchst überwiegend, nicht immer, ich mag höchst überwiegend die Fälle schon gern, wo es um die konkrete Regelung des Umgangs geht und versuche auch die Eltern zu einer Vereinbarung zu bewegen. Manchmal klappt das auch ganz gut und ich denke, das liegt daran, dass, weißt du, wenn du in einer Beratung bist als Elternteil, dann hast du so ein Forum, aber einigen musst du dich ja irgendwie trotzdem selbst und dann gibt dir keiner ein Feedback, also das ist jetzt der Rahmen, in dem sie sich bewegen können, die übliche Rechtsprechung ist so und so oder nach Eindruck ihres Kindes und nach Sichtung ihrer Kommunikation oder wenn es ein gemeinsames Gespräch ist, wie ich sie hier gemeinsam erlebe, sowas kannst du halt als Verfahrensbeistand dann schon mal Feedbacken und auch sagen, das und das würde ich aus den und den Gründen nicht unterstützen oder ich könnte sagen, üblicherweise machen die Eltern das und das gerne oder die Vorteile hiervon und die Nachteile davon. 00:08:48 Und dann hast du so einen, sag ich mal, kompakteren, konkreteren Rahmen, wo du dich mit den Eltern bewegst und die sind ja dann schon zum Gericht gegangen, um eine Regelung zu bekommen. Das heißt, die haben sich auch schon auseinandergesetzt ein Stück weit und die müssen auch damit rechnen, wenn jedenfalls, wenn sie anwaltlich beraten wurden, dass sie vielleicht nicht bekommen, was sie wollen und eh die dann die Verantwortung ans Gericht abgeben komplett, haben sie vielleicht dann doch noch Motivation, sich irgendwie auf Kompromisse zu vereinbaren. Und deswegen ist es in diesem Setting gar nicht mal so selten, dass es dann zu Vereinbarungen kommt oder zu annähernden Vereinbarungen kommt. 00:09:31 Dann gibt es dann noch zwei, drei Punkte, wo sie sich nicht einig sind. Und dann hat man noch den Anhörungstermin, wo man das nachbesprechen kann und oftmals dann doch eine Einigung findet. Und wenn man den Eltern klarmacht, was halt die Alternative ist, dass sie eben nicht wissen, was das Gericht entscheidet. Genau. Oder auch, wenn das Gericht durchscheinen lässt, in welche Richtung es gehen würde, nachdem es alles gehört hat und die Kindesanhörung stattgefunden hat. 00:10:02 Dann sind die ja schon oftmals bereit, sich zu einigen. Und wenn sie dann anwaltlich so vertreten sind, dass die Haltung besteht, dass Einvernehmen immer besser ist, letztlich als ein streitiges Auseinandergehen mit einem gefühlten Gewinner und Verlierer. Das ist ja selten irgendwie produktiv für die weitere Elternbeziehung und trägt jetzt auch nicht zur Entlastung des Kindes bei und so. 00:10:29 Was ist denn der Unterschied zwischen Regelumgang und Ferienumgang? Na, Regelumgang ist außerhalb der Ferien- und Feiertage ein bestimmter Rhythmus, in dem die Kinder betreut werden. Und der läuft quasi durch und wird manchmal überschrieben durch einen Ferien- und Feiertagsumgang, den man separat in der Regel regelt, würde ich so beschreiben. Und welche Arten von Regelumgang gibt es? 00:10:57 Viele. Also das Residenzmodell bedeutet letztlich, dass das Kind seinen Lebensschwerpunkt bei einem Elternteil hat und den anderen Elternteil regelmäßig sieht, aber halt in einem geringeren Umfang. Und da gibt es ganz verschiedene. Das Minimalmodell wäre so jedes zweite Wochenende. Also sagen wir mal von Freitag bis Montag, dann sind das drei Übernachtungen. Also hat man ein Verhältnis von drei zu elf auf 14 Tage gerechnet, weil wir immer an 14 Tage Blöcken rechnen. 00:11:31 Und die Wochenenden an sich, es gibt immer Ausnahmen, aber grundsätzlich erstmal gedanklich den Eltern abwechselnd zu stehen, damit die Kinder qualitative Zeit mit beiden Eltern verbringen können. Und dann kann man natürlich noch die Tage unter der Woche regeln. Noch einen festen Tag in der Woche oder nur in der Woche, wo kein Wochenendumgang stattfindet oder auch zwei feste Tage in der Woche. 00:11:58 Und dann kommt man eben zu einer 4 zu 10 oder 5 zu 9 Regelung. Und ich würde sagen, das ist so das Spektrum zwischen 2/12 und 5/9, wo es klar ein Residenzmodell sein dürfte. Das ist in solchen Fällen, wo es dem Wohl der Kinder am besten bespricht, wenn sie ihren Lebensmittelpunkt bei einem Elternteil haben. Genau. Und es gibt natürlich noch geringeren Umgang als 2/12. Es gibt auch Fälle, wo der umgangssuchende Elternteil nur wenige Stunden mit dem Kind verbringt oder sogar einen begleiteten Umgang hat. 00:12:34 Wie ist es bei besonders kleinen Kindern, so einem Säugling, ein halbes Jahr alt vielleicht? Wird noch gestillt? Also grundsätzlich, je jünger das Kind, desto wichtiger sind häufige Kontakte. Dafür nimmt man in Kauf, dass das Kind viel wechseln muss. Also viel hin und her wechseln muss. Und wenn es noch gestillt wird im Sinne von, das ist die lebenserhaltende Nahrung, dann kann der Umgang wahrscheinlich nur sehr kurz gestaltet werden. 00:13:03 Aber je älter das Kind wird, irgendwann ist die Nahrung ja ersetzt oder zu großen Teilen ersetzt, dann kann der umgangssuchende Elternteil das natürlich auch providing, wie sagt man, machen. Kind füttern. Wenn die Beziehung halt das hergibt. Also wenn sich Eltern trennen, wenn das Kind ein Säugling ist, dann hat die Mutter in der Regel aus biologischen Gründen so ein bisschen Vorteil, weil das Kind eben aufgrund dieser biologischen und psychologischen Aspekte einfach auf die Mutter ein bisschen mehr angewiesen ist. 00:13:47 Also hypothetisch, die Trennung ist so früh nach der Geburt erfolgt, dass der Vater noch keine tragfähige Vater-Kind-Beziehung entwickeln konnte. Und je älter das Kind wird, desto mehr verwächst sich das natürlich. Genau, aber es dauert eben, bis das Kind sich als ein komplett eigenständiges Wesen wahrnimmt. Und die Väter haben ja das Glück, dass sie mit Geburt des Kindes mit dem Kind zusammenwachsen können. 00:14:15 Und die Mütter müssen mit Geburt des Kindes sich quasi vom Kind weg bewegen. Etwas lösen. Ja, also loslassen, lösen. Und das ist für viele gar nicht einfach. Und ja, so circa mit drei Jahren im Schnitt dürfte diese Phase abgeschlossen sein. Also wenn die Eltern zusammenleben und trennen, wenn das Kind etwa drei Jahre alt ist, dann ist es bei der Umgangsregelung auch einfacher, zum Beispiel eine paritätische Regelung zu machen, würde ich sagen. Das ist jetzt alles ganz allgemein gesprochen. 00:14:53 Es gibt viele Ausnahmesituationen und besondere Umstände. Klar, wir wollten ja erstmal die Umgangsmodelle, also wir waren ja beim Regelumgang und jetzt waren wir beim Residenzmodell. Genau. Was gibt es da noch? Ja, ein Wechselmodell, also in irgendeiner Form eine hälftige, eine paritätische Betreuung. Und auch da würde die Faustregel gelten, je jünger, desto mehr Wechsel. 00:15:17 Also sowas von wie täglicher Wechsel oder zwei Tages- oder Dreitageswechsel bis hin zu Woche Woche oder auch zwei Wochen, zwei Wochen. Es ist ja alles möglich, es gibt auch noch ganz interessante spezielle Wechselmodelle. Wenn zum Beispiel ein Elternteilschichtdienst hat, dann muss man ganz viel rechnen und gucken und es geht schon irgendwie, aber ich würde sagen, die drei bis vier üblichsten Wechselmodelle, denen ich so begegne oder denen ich auch was abgewinnen kann, je nachdem wie alt das Kind ist und wie die Umstände sind, zum Beispiel das 2-2-3-Modell, das würde so sein, dass stell dir vor, du und ich haben ein Kind und du würdest das Kind in der ein Woche von Montag bis Mittwoch betreuen zwei Tage, dann ich von Mittwoch bis Freitag auch zwei Tage, dann du von Freitag bis Montag drei Tage, also 2-2-3, ja, und dann ich von Montag bis Mittwoch, du von Mittwoch bis Freitag und ich von Freitag bis Montag, also das ist immer im Wechsel 00:16:24 zwei Tage, zwei Tage, drei Tage. Hat aber den Nachteil, dass du eben auf zwei Wochen gesehen sechs Wechsel hast. Also das Kind muss sechs Anpassungsleistungen erbringen und bei direkten Übergaben ist es natürlich noch mal größer die Anpassungsleistung, die das Kind erbringen muss über die Kita oder so. Es ist ein bisschen einfacher, aber es sind einfach Umstellungen, die ein Kind, was zusammenlebende Eltern hat, nicht erbringen muss. Dann für ein bisschen ältere Kinder gäbe es das 2255-Modell. Weißt du, was das ist? Nein, erklär mal. 00:17:03 Spannend. Das ist ganz ähnlich wie das 223-Modell. Das wäre so, du würdest zum Beispiel wöchentlich Montag bis Mittwoch betreuen und ich wöchentlich Mittwoch bis Freitag oder umgedreht und dann abwechselnd das Wochenende. Ah, okay. Also du zwei Tage, ich zwei Tage, du fünf Tage, wenn du Wochenende hast, dann ich fünf Tage, wenn ich Wochenende habe. Und der Vorteil ist da dann, dass die vier Tage unter der Woche von Montag bis Donnerstag wöchentlich gleich sind. Das heißt, wenn du gerne mit dem Kind schwimmen gehst, kannst du das an deinen Tagen machen. Wenn ich will, dass das Kind Golf spielen lernt, dann macht es das an den anderen beiden Tagen. Das kommt jetzt bald. Platzreife. Und der Vorteil zu dem 2-2-3-Modell ist, dass auf zwei Wochen gesehen es nur vier Wechsel gibt. Das ist immer noch recht viel. Aber das hat eigentlich jede übliche Umgangsregel. Anpassungsleistung erfordert jede Umgang. Genau. Ja und dann das Wochenwechselmodell. Woche Woche ist ja klar. Da hat das Kind auf zwei 00:18:09 Wochen gesehen nur zwei Wechsel zu leisten, was glaube ich am entspanntesten ist. Aber bedeutet eben auch, dass das Kind eine ganze Woche einen Elternteil nicht sehen kann. Sieben Tage. Also in den Ferien ist sowas ja sicherlich kein Problem, aber als Dauersituation glaube ich nicht so einfach und das muss man dann eben alles abwägen. Für dieses Kind, der und der Konstellation. Und dann habe ich immer noch das Inselmodell. Da habe ich mir mal ausgedacht den Namen. Cool. Das ist ein Woche-Woche-Modell. Und ich stelle dir vor, wir machen Woche-Woche. Der Wechsel ist Montags. Und dann ist der Donnerstag der Inseltag. Also das Kind ist die ganze Woche bei dir, aber am Donnerstag ist es bei mir. Und in der anderen Woche ist die ganze Woche bei mir und am Donnerstag ist es bei dir. Das ist auch ganz nett. Also wenn du schon absehen kannst, dass das Kind, weiß ich nicht, in einem halben Jahr alt genug ist, um Woche/Woche zu machen oder so, aber aktuell ist eine Woche noch 00:19:15 zu lang, dann könntest du so einen Inseltag einbauen, dann fühlt sich das oftmals für das Kind auch gar nicht wie so ein krasser Wechsel an, weil das nur mal kurz eincheckt. Und irgendwann kann man diesen Inseltag dann weglassen und dann ist man bei Woche/Woche. Ja, so ganz grob sind so Modelle mit denen ich viel operiere. Und was ist noch wichtig bei Umgangsregelungen, egal in welchem Modell? Also tendenziell im Zweifel würde man eher Übergaben über eine Kita regeln oder eine Schule als direkte Übergaben zu forcieren. Einfach, um das Kind Konflikte nicht mitbekommt oder Vibes nicht mitbekommt. Das Gefühl hat es muss jetzt von einem zum anderen Eltern teil. Irgendwie so verlässt Mama und geht zu Papa oder verlässt Papa und geht zu Mama. Genau, dann muss das Kind ja eigentlich sich immer ein bisschen schlecht fühlen, was einen verlässt und wenn sich vielleicht auf den anderen freut, dann hat es vielleicht ein schlechtes Gewissen. Je nachdem auch wie die 00:20:16 Elternbeziehung ist und welche Erwartungen das Kind meint die Eltern haben, wie stark es sich im Loyalitätskonflikt befindet. Das sind also alles sozusagen jetzt Variation des Wechselmodells, aber immer noch im Rahmen des Regelumgangs. Ja, das dürfte alles Regelung sein. Und dann gibt es den Ferienumgang oder Feiertags. Also eine Frage noch zum Regelumgang Annemarie. Wie genau würdest du das regeln? Also die Frage ist jetzt Freitag 17 Uhr an der Schule. Sollte man schon so genau und verstreckbar wie möglich regeln? Ja, ich würde es auf jeden Fall verstreckbar regeln, weil die Eltern ja im Einvernehmen immer abweichen können. Aber ich würde immer eine Uhrzeit mit reinschreiben, wenn irgendwie eine Übergabe über die Schule mal nicht geht, warum auch immer. Oder das Kind krank ist, also da gucke ich, wie die Situation ist, aber kann man eben auch anregen direkt Nachholregelungen. Wie ist das, wenn das Kind krank ist? Ja, also ich 00:21:13 würde anregen, eine Nachholregelung mit reinzunehmen und oftmals entflammt der Streit darüber, war das Kind jetzt krank oder war es nicht krank, will die Mutter nur den Umgang verhindern oder hat der Vater keine Lust auf Umgang oder was auch immer. In manchen Regelungen spricht man dann von der Transportunfähigkeit des Kindes. Genau, also das ist so das Schlagwort, da würde ich sagen und ich sage den Eltern immer noch, also wenn das Kind jetzt sich übergebend über dem Klo hängt oder mit 39 Fieber im Bett schläft, dann sollte man nicht übergeben. Aber wenn das Kind einfach nur eine heftige Erkältung hat, eine Bindehautentzündung oder ein bisschen Bauchweh, dann sind es natürlich keine Gründe, warum der andere Elternteil das Kind nicht auch versorgen kann. So allgemein muss man gucken und dann könnte man einfach eine Nachholregelung definieren. Also bei so einem Wochenwechselmodell schreibe ich dann oft, ist das Kind bei der Übergabe entsprechend krank, 00:22:16 findet die Übergabe eben ein, zwei Tage später statt, je nachdem wann das Kind wieder transportfähig ist. Aber länger als zwei Tage dürfte ja in der Regel keine Kindererkrankung dauern, bis es wieder fitter ist und beim Regelumgang dann eben auch mit Nachholung richtig. Andere Alternative wäre dann, dass man dann sagt, eben für den Fall der Transport unfähig oder der Erkrankung entfällt der Umgang ersatzlos, dass man das den Eltern dann auch klar macht. Die können sich darauf ja auch verständigen. Das kann man auch machen. Kommt dann drauf an, sag ich mal, wie man das empfindet, kommt das oft vor. Dann kann man auch noch mit einbauen, dass bei Umgangsabsage wegen Krankheit der noch betreuende Eltern daher dann zum Beispiel verpflichtet ist, das Kind einem Arzt vorzustellen und sich das dann schriftlich geben zu lassen, was so ein bisschen widersprüchlich ist zur Transportunfähigkeit. Deshalb baue ich da öfter mal ein, dass das eben auch ein Tag später stattfinden 00:23:18 kann, dieser Arztbesuch. Ja, oder manche Eltern, die sich genug vertrauen, aber nicht komplett vertrauen, schicken dann auch mal ein Bild vom Kind einfach oder lassen telefonieren oder so. Genau, kommt drauf an. Kommt drauf an, wie so oft. Ok, jetzt waren wir dann beim Ferienumgang gewesen. Was ist da so? Ich mache mal erstmal auf Schulkinder bezogen und auf Berlin. Ich vermute, das ist in anderen Bundesländern ähnlich, aber ich werde nichts Falsches sagen. Berlin hat, glaube ich, dreizehneinhalb Wochen Schulferien. Und das sind, glaube ich, nur die reinen Schultage. Obwohl ich weiß nicht genau. Jedenfalls dreizehneinhalb Wochen Schulferien. Und die Idee ist, dass die Eltern sich das teilen. Und wenn es eben aus bestimmten Gründen nicht geht, muss man abweichend regeln, aber das ist erst mal so die Grundidee. Es müssen einfach wirklich Gründe vorgetragen werden, warum das nicht möglich wäre. Und dann hat jeder Elternteil immer noch über sechs Wochen Ferienzeiten 00:24:20 abzudecken, was viel ist. Wie viel Urlaub hat ein normaler Arbeitnehmer? Ja, so 30 Tage würde ich sagen. Also fünf Wochen. Ach so, es sind fünf Wochen. Ich dachte mal es sind drei. Fünf Wochen ist viel. Ich war noch nie angestellt. Ich auch nicht. Aber ich denke bei uns die Angestellten ja, so 30 Tage, 28 Tage, so in dem Rahmen. Hast du schon mal fünf Wochen Urlaub im Jahr gemacht? 00:24:46 Müsste ich lange zurückblättern. Dies Jahr auf jeden Fall nicht. Das Jahr davor auch nicht. Aber jetzt hattest du mal ein bisschen Urlaub. Jetzt hatte ich mal Urlaub und es war auch sehr schön. Wie lange warst du weg? Naja, also ich würde mal so sagen, ich habe ja noch gearbeitet, aber anderthalb Wochen. Zehn Tage. Ich war gerade zwei Tage im Spa. Sehr schön. Ich konnte auch übernachten. Also wir haben so Chalets und Hotelzimmer angemietet. Oh schön. Das war nett. 00:25:14 Genau. Das war auch dringend notwendig. Ja, also über sechs Wochen pro Elternteil im Jahr und dann werden in der Regel die Schulferien einfach in irgendeiner Form hälftig geteilt. Also zum Beispiel zwei Wochen Herbstferien, jeder eine Woche. Oder auch im Block und dann jährlich abwechselnd. Die Feiertage werden irgendwie geteilt. Meist auch im jährlichen Wechsel außer Ausnahmesituation. 00:25:42 Aber eine Regelung. Es brennt der Streit immer um die hohen Feiertage. Also Weihnachten ist ein Zankapfel oder auch der Ostermontag. Ja. Gerade bei den religiösen Eltern. Ja. Natürlich gibt es auch importierte Feiertage. Also wir diskutieren öfter über Thanksgiving. Ja. Ja oder Chanukah oder so. Also das sind alles Sachen, die man dann tatsächlich individuell bei jeder Familie bestimmen muss. Genau, genau. Aber so Eltern, die Weihnachten und Silvester begehen. Was würdest du sagen, ist da eine übliche Regelung? Also erstmal frage ich die Leute, wie wichtig ist euch überhaupt Weihnachten? Für Muslime ist es jetzt weniger wichtig. Obwohl viele von unseren Mitbürgerinnen und Mitbürgern inzwischen Weihnachten genau so begehen. Ja und manchmal richtige Fans sind und irgendwie Räuchermännchen haben. Da würde ich sagen, jetzt beim Standardfall, einer hat den 24. der andere den 25. und dann wird das so verteilt. 00:26:41 Oder die andere Regelung ist auch, dass die Leute sagen, ja ist mir gar nicht so wichtig, Weihnachten und Silvester, Hauptsache einen von beiden und hat einen Elternteil, tatsächlich die erste Ferienhälfte, dann ist irgendwie am 28. der Wechsel und der andere hat einen Silvester. Und das macht man jährlich alternierend. Ja, genau. Also diese letzte Regelung, die finde ich ganz gut und wenn es denen wichtig ist, also Weihnachten, dann fände ich zum Beispiel, das ist auch eine gute Regelung, wenn die am, sagen wir, 26. Morgens wechseln. Dann hat der eine eben nur ein paar Ferientage, aber mit den beiden hohen Feiertagen und der andere kriegt aber auch noch einen ab, hat dafür den längeren Block mit Silvester und kann vielleicht nochmal am ersten wegfahren. Und das halt im jährlichen Wechsel. Ja. Und dann hat das Kind eben auch nur einen Wechsel in den Ferien. 00:27:30 Und manche Eltern machen ja so 24. der eine, 25. der andere, dann 26. wieder zurück und dann 31. noch mal hin, am 1.1. zurück. Das ist aus meiner Sicht ein bisschen viel. Wenn sich das vermeiden lässt, dann wäre das, glaube ich, günstiger fürs Kind. Aber letztlich alles, worauf die Eltern sich einigen. Weil das ist immer am besten. Immer einigen, liebe Eltern. Genau. Ja, nämlich, dass es dann mal so Regelungen gibt für die Leute, die das noch nicht gelesen haben, ist immer so, dass in den Sommerferien gerade wird immer der Samstag. Das ist dann der vierte Samstag. Die fangen meistens Mittwoch an und dann muss man irgendwie gucken, ja, wie ist es jetzt? Und dann nimmt man meist den vierten Übergabe am vierten Samstag. Bei drei Wochen, drei Wochen. Drei Wochen, drei Wochen. Das ist üblich. Oder wir bekommen dann Probleme, weil natürlich Kinder dann auch eigene Aktivitäten haben. Die haben dann ihr Pferdecamp oder ihr Pfadfinder oder was weiß ich, 00:28:23 Fußball, Sportcamp. Und dann muss man das dann drum herum gestalten und für jeden familienrechtlich orientierten Kollegen oder Kollegin da draußen. Umgangsverhandlungen können schon auch mal drei, vier Stunden dauern, weil das dann eben Surprise, Surprise ins Detail geht. Ja, total. Also ich hab jetzt gehört, ich hab das nicht überprüft, aber ich hab gehört, dass demnächst mal die Sommerferien nicht an einem Mittwoch anfangen. Insofern ist es vielleicht auch gar nicht so unpraktisch, was ich so den Eltern oft empfehle, weil die müssen meistens diese Woche noch zu Ende arbeiten, wo die Zeugnisse sind. Dass man einfach den Ferienbeginn definiert für den Freitag und auch das Ferienende für den letzten Freitag in den Ferien noch. Dann hast du genau sechs Wochen und dann kannst du einfach von Freitag bis Freitag drei Wochen, drei Wochen oder auch zwei Wochen, zwei Wochen, eine Woche, eine Woche machen. Und dann mit dem letzten Ferienwochenende 00:29:21 beginnt dann wieder die Alltagsregelung. Ja, oft wird es so gemacht, dass auch wenn die Kinder im Residenzmodell betreut werden und ihren Lebensmittelpunkt bei einem Elternteil haben, dann sollten die doch ein, zwei Tage vor Schulbeginn wieder in den Haushalt des Lebensmittelpunkt wechseln, weil sie dann da Schulvorbereitung, gerade Sommerferien, eine neue Klasse. Vielleicht Jetlag. Jetlag, wenn der eine Elternteil in den USA oder sonst wo Australien, Neuseeland war. 00:29:46 Meine Tochter war gerade eine Woche in New York. Wirklich? Ohne mich. Alleine? Nee, mit ihrem Freund und dessen Familie. Ah, okay, gut. War glaube ich ganz toll. Das ist bestimmt mit Sicherheit Wahnsinn. Eine Woche kinderfrei sozusagen. Naja, kinderfrei ist aber eh schon. Ja, genau. Was sagt der Familienrechtler? Was macht man mit Geburtstagen der Kinder oder der Eltern? Also, meine Meinung, aber wie gesagt, alles worauf man sich einigt, meine Meinung ist, Geburtstage der Eltern nicht mitregeln, weil das dann nur die Bedürfnisse der Eltern bedient im Grunde. Es steht ja jedem frei, am nächsten Betreuungswochenende zu feiern. Im Gegensatz dazu besondere Familien feiern, weiß ich nicht, die Oma wird nur einmal 80 und das fällt dann aufs Wochenende des anderen. 00:30:43 Das würde ich dann schon versuchen, möglich zu machen, aber das kannst du nicht gerichtlich regeln. Du kannst jetzt ja nicht besondere Ereignisse vorwegnehmen, kannst nur so Absichtserklärungen dann aufnehmen wie besondere Familienanlässe sollen dem Kind ermöglicht werden, im Zweifel tauschen die Eltern die Wochenenden oder sowas. Aber das kannst du halt nicht verstrecken. Und Geburtstage der Kinder, da würde ich sowieso mal auch gucken, was die Kinder sich so wünschen. Aber grundsätzlich würde ich sagen, einfach so wie es kommt. Und der andere kann am Wochenende nachfeiern, kriegt halt einen Tag, einen festen Tag am Wochenende danach. Das wäre so meine präferierte Regelung. Oder die wachen bei dem einen Elternteil auf. Da feiern sie ihren morgendlichen Geburtstagstisch oder wie auch immer. Und nach der Schule gehen die dann zum anderen Elternteil. Da wird dann ja Nachmittag verbracht bis zum nächsten Morgen. Sowas in der Art. Ich finde immer das Vorteilhafte an dem 00:31:43 Nichtregeln des Kindergeburtstages ist, die feiern zweimal Geburtstag. Einmal da, wo sie gerade sind, zufällig eben. Und es gibt nicht dieses strategische Plan, wie lege ich einen Umgang, damit nicht ermöglicht. Und das ist ja letztendlich auch nur ein Datum. Ja, für die Kinder ist es doch Schnuppe, ob sie heute oder morgen feiern. Das ist wie bei Weihnachten, wenn die sich mit den 24. streiten. Für die Kinder wäre es doch auch okay, am 23. oder am 27. nochmal Heiligabend zu begehen. Aber es erzählen auch viele Kinder. Die Vorteile an der Trennung sind doppelt Geschenke, doppelt Urlaub, doppelt Feiertage. Vielleicht, wenn die Eltern neue Partner haben oder so, dann hast du auch noch mehr insgesamt an besonderen Anlässen, die begangen werden können. Heute hatte ich ein Kind, das war ein bisschen traurig, die machen Wechselmodell. Die Eltern haben sich über die Frage, ob Wechselmodell fortbestehen soll, nicht auseinandergesetzt. Und das Kind hat 00:32:40 das befürwortet und hat auf Nachfrage gesagt, es ist jetzt viel besser als vor der Trennung. Das ist nicht schlimm. Man muss einiges miterlebt haben. Ja, also es scheint so viel, zumindest negative Vibes oder Vorfälle oder was gegeben zu haben. Ich habe heute eine Beratung gehabt, die hat mich sehr nachdenklich gemacht, wo eine junge Mutter oder eine relativ junge Mutter über Jahre die Situation quasi adaptiert hat, wie der berühmte Frosch, der langsam im heißen Wasser sozusagen bis zum Kochen gebracht wird und es nicht merkt, wo sie so Sachen einschleichen, so Verhaltensweisen. Und ich habe da mit einer Kollegin danach gesprochen, kurz weil wir da den Fall besprochen haben. Ich habe gesagt, es ist erstaunlich, was Leute aushalten. Was hat die dann ausgehalten? Naja, sie hat ausgehalten letztendlich, also es war übergriffiges, manipulatives Verhalten, teilweise gewaltvoll. In Bezug auf die Mutter? Erst in Bezug auf die 00:33:40 Mutter, aber dann auch in Bezug auf das vierjährige Kind. Und es ist halt so, sie hat dann schon die Notbremse gezogen und hat dann die absolut richtigen Maßnahmen getroffen. Jugendamt, Frauenhaus, KJPD. Kinder- und Jugendpsychiatrische Dienst. Genau, weil es auch um Verhaltensweisen des Partners gingen, die man schon überlegen muss, ist es nicht krankhaft leicht oder so. Aber vorher diese Manipulation, diese Unterdrückung letztendlich. Also eine tatsächliche, vielleicht ein altmodisches Wort, aber diese tatsächliche Unterdrückungssituation und was sie mitgemacht hat, um die Situation zu befrieden, um Harmonie herzustellen. Und das höre ich halt so. Vortrennung oder Nachtrennung? 00:34:18 Na, Vortrennung. Über Jahre quasi. Also von 2019 bis 2024, wo ich mal denke, man kann es den Leuten nicht zum Vorwurf machen. Viele sagen dann, ja, warum ist denn da nicht früher raus und den Arsch, das hat doch jeder gesehen, dass der dir nicht gut tut. Aber wenn du in der Situation drin bist, dann siehst du es nicht. Nein, das ist ja nicht nur entweder oder, es gibt ja so viel, was immer noch tangiert ist. Und manchmal ist man einfach nicht so weit. Man lässt ja auch eine Situation zu. Also manche affiner für bestimmte Situationen als andere, manche resilienter als andere. Das heißt, die kam zu dir nach Trennung, zu Beratung. Und sag mal, in dem Fall jetzt als Beispiel. Also die erzählen dir das dann jetzt, die Klienten oder diese Klientin und nimmst du das dann als gegeben hin oder hinterfragst du das alles und, weil ich hab das ja ganz oft, ich hab den einen Elternteil, der kommt, wo ich denke, oh man, das klingt wirklich schlimm und dann habe ich den 00:35:19 anderen Elternteil und der erzählt einfach eine komplett andere Geschichte und hat vielleicht auch ein paar Nachweise oder so. Also, zwei Sachen. Einerseits, wir sind Parteivertreter. Ja, deswegen. Ich mache den Job natürlich aus mehreren Gründen, aber einer der Gründe ist, dass ich denke, jeder Mensch hat es verdient, dass er in einer schwierigen Situation, egal ob selbstverschuldet oder unverschuldet, jemanden hat, der ihm beisteht, ihm oder ihr beisteht. Das heißt, ich höre mir erstmal die Geschichte an. Ich bin auch relativ zurückhaltend mit Nachfragen, ich gucke immer erstmal, was kommt denn davon selbst. Und dann ist natürlich so, dass ich mir dann auch, wenn es schon schriftliche Unterlagen gibt, sei es, dass ein Gerichtsverfahren läuft oder es gab schon mal ein Clearing beim Jugendamt oder es gibt einen Bericht der Kinderschutzambulanz oder Berichte der Kinderärzte, lasse ich mir das vorlegen. Dann sage ich, okay, was haben 00:36:10 Sie dabei oder schicken Sie es mal zu? Da könnte man Red Flags erkennen. Also wenn sich das in gravierender Weise nicht mit dem deckt, was mir dort erzählt wurde, dann hake ich mal nach und dann kann ich auch den Finger in die Wunde legen. Dann versuche ich die Leute irgendwie da abzuholen, wo sie sind. Natürlich, wenn jetzt da jemand ankommt und ich kriege raus, ja, warte mal, der ist jetzt irgendwie, weiß ich nicht, ein Sexual Predator, oder er hat das Kind missbraucht oder so. 00:36:31 Dann breche ich auch ab und dann sage ich auch, nee, den Fall übernehme ich nicht oder macht keinen Sinn die Geschichte oder so. Ja, es kommt selten vor, aber es gab es auch schon, wo ich von vornherein merkte, dass mir da die Unwahrheit erzählt wird und solche Sachen, wo man mich dann nur als Tool nutzen wollte, um da irgendwie im Verfahren irgendwie, es gibt Anwälte, die machen das, ist ja auch okay, also wir sind ja als Parteivertreter auch dazu da, die sozusagen, also wenn du jetzt Strafverteidiger bist, dann musst du, egal, wenn man dann schuldig ist, oder nicht, den bestmöglich vertreten, aber als Familienrechtler sind wir eben keine Strafverteidiger. Das ist erstmal der große Unterscheidung. Das heißt, ich muss genau wie auch das Familiengericht auch immer das Kindeswohl mit im Blick haben. Steht das so im Gesetz? Ja, ist der Leitmaßstab für alle Entscheidungen. Das kam aber noch nicht 00:37:17 oft vor, dass ich jetzt mal einen Fall ablehnen musste. Und dann höre ich mir das an, stelle ich Nachfragen. Oft ist es ja so, wir sind ja dann, wenn es wirklich um so eine Situation geht, oft in der einstweiligen Anordnung, um erstmal einen vorläufigen Zustand zu sichern, dann lasse ich mir erstmal die eidesstattliche Versicherung von den Leuten schicken. Die Bitte ist: Erklärt mal in eigenen Worten, was passiert ist. 00:37:35 Was ja auch für dich so eine Sicherheit ist, dass das Substanz hat. Und dann rede ich meistens auch mit Mutter oder Vater oder auch immer den Mandanten nochmal über die eidesstattliche Versicherung, stelle nochmal Nachfragen. Oft gebe ich es auch nochmal Kollegen, dass man nochmal rüberguckt und so gehen wir vor, aber natürlich... Aber ich meine, was ist denn, wenn in so einer eidesstattlichen Versicherung nicht steht, wie sich es am Ende dann darstellt? Da passiert ja nichts, oder? 00:38:00 Meistens passiert nichts. Also man könnte natürlich, wenn man wollte, also die Gegenseite oder so, könnte dann Strafanzeige stellen, Strafantrag und Anzeige wegen falscher oder unrichtiger eidesstattlicher Versicherung. Ich meine, die eidesstattliche Versicherung unterscheidet sich durch einen erhöhten Strafmaß von der Falschaussage. Du könntest ja theoretisch wegen Prozessbetrug oder Falschaussage könntest du ja alle möglichen Äußerungen im Verfahren irgendwie zur Anzeige bringen. Ich finde immer, dass die eidesstattliche Versicherung ein gutes Tool ist, weil es vor allen Dingen für den Mandanten nochmal ein Prozess ist. Am Anfang steht ja ich, Ingo Müller, geboren am Soundsovielten, wohnhaft hier, versichere an Eides statt was folgt und bin darüber belehrt, dass die Abgabe einer falschen eidesstattlichen Versicherung strafbar ist. Und dann müssen Sie sich mit der eigenen Aussage nochmal auseinandersetzen. 00:38:50 Sie werden nochmal ein bisschen an die Hand genommen und es wird nochmal ein bisschen eine Leitplanke aufgebaut nach dem Motto "Übertreibt man nicht". Versuch mal so nüchtern und wahrheitsgetreu wie möglich eben zu berichten. Aber letztendlich ist es eben oft so, dass in diesem ersten Gespräch ich den Leuten das Gefühl geben möchte, ich bin da, wir sind da für euch, wir stehen an eurer Seite in dieser Situation. Für viele bricht eine Welt zusammen, egal ob das Entscheidungen ist oder ein Sorgerechtstreit oder dass sie wissen, da steht jemand an ihrer Seite, der sie da durchbringt, der ihnen zuhört, der sie ernst nimmt, der sie respektiert. 00:39:24 Es wird auch immer mit euch gedroht. Das sage ich meinem Anwalt. Das sage ich meinem Anwalt, ja. Aber so vielleicht meine Philosophie, ja. Ja, das ist dann auch, wenn die dann zu mir kommen, dann bin ich ja auf keiner Seite. Also, es gibt sicherlich inhaltlich Gründe, warum ich vielleicht die Argumente des einen tragfähiger halte, als die des anderen oder so. Aber bin da ja nicht auf einer Seite, aber das ist oft schwer für die Klienten bei mir, das zu sehen oder zu akzeptieren, weil die eigentlich immer jemanden auf die Seite ziehen wollen. Also so bei strittigen. Du hast ja auch gerne jemand auf deiner Seite und du willst ja auch gerne vielleicht das. Ja, also ich versuche dann immer zu erklären, dass das auf keinen Fall meine Aufgabe ist und dass mir das wirklich nur darum geht, was ich mit meinem beschränkten Eindruck für das Kind in dem Kontext, von dem sie berichten, für sinnvoll halte, in Bezug auf den 00:40:22 Verfahrensgegenstand quasi. Eigentlich ist es echt eine verantwortungsvolle Aufgabe, weil ich meine, wir reden ja mit den Familienmitgliedern nur ein, zwei Mal, mit den Kindern ja auch. Ist es? Ist es? Also klar. Und dann maßen wir uns an, eine Empfehlung abzugeben und da kann man natürlich falsch liegen. Also man kann es ja nur damit operieren, was du siehst, ein bisschen was du fühlst, was du beobachtest. Sicherlich Eltern, die können sehr gut Schauspiel lernen. Ja, also ich meine, du hast halt verschiedene Blickwinkel und noch andere Akteure, die auch zu deinem Bild beitragen. Du hast schon auch Lebenserfahrungen, das hilft schon. Ich bin 28. Ich 29. Was ist denn noch wichtig zu regeln? Also was mir noch einfällt ist, früher gab es ja dieses Übergabe-Buch, wo dann eingetragen wurde, wenn die Eltern ganz schlecht miteinander kommunizieren können, wird eingetragen. Denk an die Mathehausaufgaben, ruf die Lehrerin an oder Arzttermin. Aber jetzt 00:41:20 gibt es auch diese Getrennt Gemeinsam App oder Gemeinsam getrennt? Getrennt Gemeinsam glaube ich. Genau ist diese vom Bund subventionierte Eltern App. Wo man nichts löschen kann. Ja, man kann nichts löschen. Was mir jetzt noch einer erzählt hat, das habe ich nie geprüft und hatte das vorher noch nicht gehört, dass das irgendwie auch bestimmte Beschimpfungen nicht zulässt. 00:41:42 Sehr gut. Aber das habe ich jetzt nur gehört. Keine Ahnung. Aber man kann nichts löschen. Das funktioniert ein bisschen wie so ein WhatsApp-Chat. Und dann ist da auch noch ein Kalender. Wie so ein Google-Kalender. Und den kannst du auch nach Kindern trennen. Also wenn du jetzt fünf Kinder hast, kannst du dir das nur für ein Kind alles anzeigen lassen. Wenn du jetzt fünf, zehn Kinder hast, ging es auch noch. Ich weiß nicht, was die Obergrenze ist. Und dann gibt es da noch so einen Bereich, wo du Sachen hochladen kannst. 00:42:13 Ich weiß nicht, das Foto der Krankenkassenkarte oder des Reisepasses oder der Aushang im Hort oder so. Das ist eigentlich ganz nett, weil das in Bezug auf die Kinder alles bündelt, alles auf einem Blick ist. Und so bei Eltern, denen schwer fällt miteinander zurecht zu kommen, die dann auch nicht so erschlagen werden. Oh Gott, jetzt sie wieder eine E-Mail und da noch drei WhatsApps. Nach so zwei Nachrichten. Genau, und kann sie auch selber einstellen, ob Notifications angezeigt werden oder nicht. Also die ist ganz gut, aber die ist trotzdem ziemlich basic, finde ich. Es gibt Apps, die ein bisschen was kosten, die finde ich. Gibt die Talking Parents App zum Beispiel. Kennst du die? Ja, die wird in den USA für benutzt, da habe ich sie mir damals mal angeguckt. Ja, also es gibt auf jeden Fall ein paar. Das einzige Problem ist der Datenschutz. Also die gemeinsam getrennt App ist DSGVO konform und bei den anderen weiß ich es nicht. Wage ich zu bezweifeln, wenn die im Ausland ... 00:43:14 Laufen die über amerikanische Server? Mit Sicherheit nicht. Genau. Und dann steht der nächste Rechtsstreit schon ins Haus, wenn ein Elternteil den anderen wegen ... Ja, aber ich meine, wenn es beide benutzten, dann ist das ja irgendwie absurd. Okay, das ist oft zu beachten, was für Dokumente übergeben werden müssen. So Reisepass, Krankenkassenkarte. 00:43:34 Also ich glaube, so gängig ist die Annahme, dass die Krankenkassenkarte immer übergeben werden sollte. Mit dem Kind wechselt. Quasi mit dem Kind wechselt. Wobei ich da jetzt auch schon viele andere Stimmen gehört habe. Also manche Krankenkassen stellen auch eine zweite Karte aus. Andere sagen, wieso? Du kannst dir doch immer von der Versicherung eine Bestätigung schicken lassen. Dann brauchst du ja nicht die Krankenkassenkarte. Oder der andere Elternteil willst dann selber nachreichen oder so. Ich meine, ich finde, die gehört zum Kind. Und das ist einfach auch eine Absicherung, wenn dem Kind was passiert. Und dann kann man zusätzlich noch, wenn man die App dann hat, ein Foto von der Karte und anderen wichtigen Sachen mit rein machen, hochladen. Dann hat man im Zweifel wenigstens alle Daten parat. Ja, und Reisepass, würde ich sagen, wenn es ein Residenzmodell ist, sollte der Reisepass immer 00:44:27 zu Urlauben und bei Bedarf rausgegeben werden und dann aber auch wieder zurückgegeben werden. Und wenn die jetzt ein Wechselmodell haben, sollte aus meiner Sicht das einfach wechseln, wenn einer danach fragt und dann wieder zurück, wenn der andere fragt. Was denkst du noch, was sollte noch? Also in Bezug auf telefonieren zum Beispiel. Viele möchten, dass das Gericht mitregelt, dass irgendwie dreimal in der Woche oder am besten täglich zum Gute Nacht sagen, dass es so eine Regelung gibt zum telefonieren. Ich bin da kein Freund von. Ich denke immer, dass das Kind dann aus seinem Setting gerade so wieder so ein bisschen rausgenommen wird aus seinem Kontext, der Loyalitätskonflikt noch mal ein bisschen aufgefrischt wird, das Heimweh vielleicht noch mal getriggert wird und würde eher denken, dass man darauf verzichten sollte. Ausnahmen Ferien oder so, wo man länger sich nicht sieht, aber dass das Kind natürlich jederzeit anrufen können 00:45:32 sollte, wenn es da einen Bedarf äußert. Aber jetzt auch nicht uneingeschränkt. Gibt dann auch viele Situationen, wie das Kind kommt zurück zu dem einen Elternteil und sagt "Mama hat mir nicht erlaubt, dich anzurufen" und dann gibt es den nächsten Eklat und dann kommt raus. Mama hat gesagt "Nein, wir essen jetzt zu Abend und du bleibst bitte sitzen, bis alle fertig gegessen haben." Und das Kind macht ein Riesentheater und sagt "Ich ruf jetzt Papa an." Und die Mama sagt "Nein, rufst jetzt Papa nicht an." Und die ganze Geschichte drumherum wird dann vom Kind natürlich nicht transportiert und dann malt die Fantasie. Also insofern ist es eigentlich immer gut, wenn die Eltern sich auch Kontexte liefern. Also dass die einfach möglichst transparent sind, könnte in so einem Fall bei ausreichend gutem Elternverhältnis, könnte die Mutter zum Beispiel schreiben "Du, pass mal auf, wir hatten hier so ein bisschen so eine schwierige Situation beim Abendbrot. Da 00:46:32 wollte Jonathan dich anrufen und ich habe das verboten, einfach nur aus dem Kontext heraus, falls er dir was erzählt. Er darf dich natürlich grundsätzlich anrufen. Aber ja, das müsste man halt differenzieren können und wenn da überhaupt kein Vertrauensverhältnis ist, dann ist das schwierig. So, ich gucke mal hier noch durch, was noch mit rein müsste. Also ich schreibe noch ein, zum Beispiel so Feiertage wie 1. Mai, 3. Oktober oder so, Pfingsten, Himmelfahrt, halt auch eine Regelung. Himmelfahrt und Pfingsten, wusstest du das? Wenn das eine auf ein grades Wochenende fällt, also sagen wir Himmelfahrt, ist Donnerstag und das darauf folgende Wochenende ist ein grades Kalenderwochenende, dann ist Pfingsten automatisch ein ungrades Wochenende. 00:47:29 Oh toll. Hat die Bibel gut geregelt. Hat die Bibel super geregelt. Und deshalb mag ich das, wenn die Regelung so ist, dass einfach nur definiert wird. Man hat eins von beidem als verlängertes Wochenende, je nachdem wie es fällt. Und bei anderen Feiertagen, ich weiß nicht, ist jetzt dein Umgangswochenende und dann ist Dienstag, erster Mai, dann ist Montag in der Regel ein Brückentag. Dass man dann sagen kann, in so einem Fall darf man sein Wochenende verlängert wahrnehmen. Das wollen die meistens geregelt haben. Wichtig finde ich, dass man sich immer darüber informiert, wo man mit dem Kind verreist und wann. Man muss nicht fragen natürlich, aber dass der eine Elternteil weiß, wo das Kind ist. Wo das Kind ungefähr ist. Das kann ja mal für Notfall wichtig sein. Ja und es ist auch eigentlich ganz nett, wenn der Elternteil das weiß, bevor das Kind das weiß. Ja, dass das Kind nicht zum Kommunikator zwischen den Eltern wird. Genau. Aber 00:48:30 grundsätzlich kann jeder so verreisen, wie er will. Genau, also grundsätzlich gilt ja so ein bisschen der Liberalismus des umgangsberechtigten Elternteils. Das heißt, der ist doch frei, eigentlich was zu machen, was er möchte. Ob das Kind zu Oma und Opa geht oder auch mal durch eine Babysitterin betreut wird oder wo man in den Urlaub hinfährt und so. Das ist eben tatsächlich die Verantwortung des betreuenden Elternteils. Viele Eltern haben diese Vorstellung, sie könnten dann da auch noch eingreifen. Natürlich, klar ist jetzt, wenn du nach Afghanistan fliegst oder so, oder dass es möglicherweise kindeswohl gefährlich sein könnte. Aber grundsätzlich jedenfalls ist der umgangsberechtigte Elternteil sehr frei in seine Entscheidung und muss da auch nicht erst irgendwelche Genehmigung oder so einholen. Nee, genau. Also das ist vielen Eltern wirklich unklar, dass die Zustimmung zu einer Urlaubsreise überhaupt nichts mit Sorgerecht zu tun hat. Also ganz im Gegenteil, 00:49:23 einfach, da kannst du deinen Umgang, deine Betreuungszeit einfach freigestalten. Aber wenn das Kindeswohl changiert ist einerseits, also das Reisezielland ist auf der Liste des auswärtigen Amtes als, wie nennen die das immer? Gefährdet. Ja, Kriegsgebiet. Ja, zum Beispiel. Natürlich, dann hast du ein Veto. Reise in den Südsudan ist jetzt vielleicht nicht zu empfehlen. Trotzdem verlangen ja, selbst wenn du nicht in so ein Gebiet fährst, verlangen ja viele Länder beim Einreisen irgendwie trotzdem die Unterschrift beider Eltern, was mit unserem deutschen Recht clasht, würde ich sagen. Und deswegen wäre es gut, wenn die Eltern sich einfach so eine, zum Beispiel die ADAC-Reisevollmachten, ausstellen. Mache ich als Notar ganz viel, ne? Die kommen dann wegen Unterschriftbeglaubigung. Ja, aber das ist natürlich trotzdem hoch. Viele lateinamerikanische Länder verlangen das auch. Vorsicht. Ja, oder UK muss ja sogar so ein Visum 00:50:24 unbedingt machen. Und trotzdem, wenn die Eltern es nicht verstehen oder einfach Gründe haben, nicht zustimmen zu wollen, was stellen die Eltern dann für einen Antrag, ja? Also umgangsrechtlich kannst du es nicht regeln, weil das ist ja schon klar. Dann beantragen die im Sorgerechtsverfahren die Ersetzung zur Zustimmung der Reise nach Spanien. Und die Richter rollen halt mit den Augen, weil sie denken, das ist überhaupt nicht zu entscheiden. Ich kann jetzt hier auch nicht unterschreiben. Also du kannst ja, dadurch wird das Formular noch nicht ausgewählt. Dann musst du einen Gerichtsbeschluss mitnehmen, der die Zustimmung des anderen Elternteils ersetzt. 00:51:01 Obwohl die gar nicht notwendig ist. Genau. Also, liebe Eltern, wenn ihr der Reise des anderen Elternteils mit dem Kind nicht zustimmen wollt, dann überlegt euch das gut, weil das einfach das Recht ist des anderen Elternteils und nur im Grunde Kindeswohlgründe eine Ausnahme darstellen dürften. Oder gibt es noch andere Gründe? Wüsste ich nicht, weil das ja alles andere wäre ja nur dann der Fall, wenn sorgerechtliche Befugnisse betroffen werden. Also wenn das der Auswanderung dient, natürlich, ganz klar. Oder wenn das Kind dort an irgendwelchen religiösen, okkulten Handlungen teilnehmen soll. So eine Art Reise zur Seelenbefreiung des Kindes nach Südindien, das greift dann in die Religionsausübung. Da gibt es ja das Gesetz über die religiöse Kindererziehung. Und Dufte? Das war ein riesen Streit. Am Ende wurde es über einen Vergleich geregelt, aber es ist mir einmal über den Weg gelaufen. Genau, vielleicht noch so ein 00:52:04 paar Stichwörter. Was regeln wir noch gerne mit? Wir regeln noch oft mit, wie die Eltern kommunizieren. Haben wir ja schon ein bisschen angesprochen. Man regelt auch ein bisschen was zu Kosten, aber selten. Oder Termine, Veranstaltungen bei gemeinsamer Sorge hat man natürlich auch in der Betreuungszeit des anderen das Recht. Einschulung ist so ein großes Ding zum Beispiel. Wer darf da teilnehmen? Jugendweihe, Einsegnung, also oder Konfirmation, diese Sachen. Anderes Thema oft noch, ob und in welchem Setting die Eltern vielleicht noch unterstützt werden können in Beratungen oder, keine Ahnung, irgendein Kurs, Kinder im Blick oder Kinder aus der Klemme. Oder Eltern, die sich über den Umgang verständigen und trotzdem aber eine Familienhilfe brauchen. Genau. Dass die Eltern sich darüber vereinbaren, gemeinsam diesen Antrag beim Jugendamt zu stellen. Genau, oder wir können den Umgang nur vorläufig 00:52:58 regeln, weil noch Dinge unklar sind. Ja. Dann Clearing oder so. Ja, ein anderer Punkt wäre noch zum Beispiel eine Trennungskindergruppe. Ja. Wenn die Kinder belastet wirken, wäre das so eine niedrigschwellige Maßnahme, wo ein bisschen unterstützt werden könnte. Ja, und dann schreibe ich meistens nochmal einen Punkt mit rein in diese Regelungsvorschläge oder Vereinbarung. Habe ich vorhin schon mal kurz gesagt, dass die Eltern natürlich abweichen können von den getroffenen Regelungen und Vereinbarungen, wenn sie sich einig sind. Das ist uns sehr klar, aber den Eltern oft ja nicht. Und eine Wohlverhaltensregel kommt mit rein, immer. Und auch nochmal so ein Absatz, dass jeder seine Betreuungszeiten freigestalten kann, sowas mache ich immer noch mit rein. Sehr gut. Ich glaube, da haben wir ziemlich viel erschlagen. Wenn ich mir was wünschen darf, wir hatten es ja schon mal, dass wir wieder so einen Track von unserem 00:53:57 lieben Johannes und seiner Band Cats & Breakkies wieder als Outro nehmen können. Johannes, diesmal ist er freigestellt. Es gibt so einen neuen Song, einen neuen Track, ich glaube der heißt Wackeltisch. Johannes korrigier mich, ich habe euch ja abonniert und den finde ich auch richtig gut. Und jedenfalls spielen die am 6.11.2026. Wenn wir uns also ganz schnell beeilen. Wir werden es auf jeden Fall auf Instagram nochmal stellen. Ja, mach doch mal den Flyer auf Instagram. Ja, mach ich. 20 Uhr und zwar in der BLO-Kantine in der Kaskelstraße 55, 10317 Berlin. Lichtenberg. Genau, also ich bin dabei Annemarie, du auch? Ich bin dabei. Super und dann mit antizipierter Zustimmung von Johannes, habe ich gar nicht gefragt. Hört ihr jetzt noch einen Track in die Nacht? Genau. Und mir hat's heute sehr viel Spaß gemacht. Ja, mir auch. Nächste Woche mit Gast. Nächste Mal, wir wissen ja auch noch gar nicht genau, wie schnell wir veröffentlichen. Genau. Bleibt uns treu, liked uns und denkt immer 00:54:57 dran. Ja. Ich wollte sagen, der gute Familienrechtler ist nur einen Anruf entfernt. Damit meinte ich gar nicht mich, sondern wenn ihr Sorgen habt, sucht euch Hilfe. Und vor allen Dingen, was ich heute wieder mitgenommen habe, ist, guck mal, wie toll es ist, wenn Eltern sich noch über diese Sachen wenigstens verstehen. Ich denke, eine so eine Weisheit könnte sein, vielleicht ist es gar keine Weisheit, aber eine so eine Erkenntnis könnte sein, okay, wenn ich schon kein guter Partner mehr sein kann für meinen Ehemann, meine Ehefrau, für meinen Partner, meine Partnerin, dann kann ich doch wenigstens ein guter Elternteil sein. Und dazu gehört es, auch den anderen Elternteil wertschätten, die Sachen durch die Augen von ihm oder ihr oder wie auch immer zu sehen und zu überlegen, was für Ängste löst das aus. Da ist eine Umgangsvereinbarung, die das regelt, toll, aber, das fragen mich viele und das wissen auch viele nicht, wenn die Eltern sich einigen, können sie davon ja immer abweichen. 00:55:55 Genau und wenn sie sich nicht mehr einig sind, fallen sie wieder darauf zurück. Safety net. Genau und vielleicht noch ein Punkt. Bitte. Wenn man eine gerichtliche, jedenfalls gebilligte Umgangsvereinbarung hat oder auch eine gerichtliche, streitige Umgangsregelung, das kann man nicht einfach abändern. Das war mir nochmal wichtig, das zu sagen. Also grundsätzlich ist keine gerichtliche Umgangsregelung für immer gemacht, weil einfach viel Entwicklung stattfindet und Veränderungen passieren. Aber es soll auch den Eltern nicht leicht gemacht werden, einfach irgendwie alle drei Monate einen neuen Antrag zu stellen. Sag doch nochmal was dazu. 1696 BGB sagt eben, dass nur bei trifftigen, dass Kindeswohl nachhaltig berührenden Gründen eine Abänderung möglich ist. Das heißt, schon eine sehr hohe Hürde. Und gerade dieses Hopping, irgendwie heute hier, morgen so und was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, was den Umgang 00:56:50 angeht, soll da vermieden werden. Genau, so der typische Antrag, ich möchte gerne Wechselmodell haben. Und dann regelt das Gericht aber eine 5 zu 9 Umgangsregelung. Und auch in der Beschwerdeinstanz wurde das bestätigt und dann stellt der Wechselmodell suchende Elternteil direkt wieder einen Antrag auf Abänderung. Das hat keine Aussicht auf Erfolg. Das geht doch schützen, das kann nicht stimmen. Na gut. Ja, na denn. Wir sehen uns Freitag zum Tanzen. Und... 00:57:19 Lauft gut, ihr Lieben, da draußen. Genau. Und träumt von diesem Podcast. Na gut. In diesem Sinne, Anne-Marie. Na gut. Ja, bis dann. Tschüss. Ciao. 00:57:58 [Musik] 00:58:28 [Musik] 00:58:58 [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] [Musik] So ihr Lieben, das war's für heute bei Family Matters, eurem Familienrechtspodcast mit Ann-Marie Steiger und Andreas Hanke. Vielen Dank fürs Zuhören, dabei sein und für euer Feedback. Wir freuen uns auf die nächste Folge mit euch. Und wenn euch die Folge gefallen hat, abonniert uns gerne oder folgt uns bei Instagram. 01:00:26 Bei Fragen, Feedback oder spannenden Themen schreibt uns an kontakt@family-matters-podcast.de. Teilt mit uns, was euch bewegt, weil es mehr als eine Wahrheit gibt. Bis bald.
Was Euch in der Folge erwartet:
Ann-Marie und Andreas führen durch die Frage, was eine gute Umgangsvereinbarung ausmacht und woran man denken sollte, wenn der Umgang für zwei Kinder über zwei Jahre geregelt wird. Sie vergleichen Residenz- und Wechselmodelle, klären, wie Ferien, Feiertage, Krankheit und Reisen sinnvoll geregelt werden, und erklären, warum eine Regelung nicht zum Dauerstreit werden muss. Am Ende steht die Erkenntnis: Wer als Paar scheitert, kann trotzdem ein guter Elternteil sein.
Inhaltlich geht’s um:
• Warum viele Verfahren zu Vereinbarungen führen, wenn Verfahrensbeistand, Gericht und Eltern gemeinsam einen konkreten Rahmen abstecken.
• Der Unterschied zwischen Regelumgang sowie Ferien- und Feiertagsumgang und wie sie zusammenspielen.
• Das Residenzmodell und seine Spannbreite vom Umgang an jedem zweiten Wochenende bis zu einer deutlichen Mitbetreuung unter der Woche.
• Wechselmodelle im Überblick: das 2-2-3-Modell, das 2-2-5-5-Modell, Woche-Woche und das „Inselmodell“.
• Warum Übergaben möglichst über Kita oder Schule erfolgen sollten, damit Kinder Konflikte und Loyalitätskonflikte weniger spüren.
• Wie man den Umgang bei Krankheit des Kindes regelt, mit Nachholregelung oder ersatzlosem Entfallen.
• Wie Schulferien geteilt werden können und warum der Ferienbeginn am Freitag die Planung vereinfacht.
• Weihnachten, Silvester und andere Feiertage: Wie sich hohe Feiertage fair und mit möglichst wenigen Wechseln verteilen lassen.
• Geburtstage, besondere Familienanlässe und warum sich Absichtserklärungen leichter vereinbaren lassen als feste Regeln.
• Telefonate mit dem anderen Elternteil und der Umgang mit Reisen, Reisevollmachten und Reisepass.
• Weitere Regelungsthemen wie Kommunikation, Beratung, Elternkurse, Trennungskindergruppen und die Wohlverhaltenspflicht nach § 1684 Abs. 2 BGB.
• Warum gerichtlich gebilligte oder angeordnete Umgangsregelungen nach § 1696 BGB nur aus triftigen, das Kindeswohl nachhaltig berührenden Gründen abgeändert werden können.
Kurz erklärt (mit Quellen):
• Trennungskindergruppe: Gruppenangebot für Kinder, deren Eltern getrennt leben. In kleiner Runde und unter fachlicher Anleitung lernen die Kinder, mit der Trennung umzugehen.
• Kinder im Blick: Elternkurs für getrennt lebende oder geschiedene Eltern, der ihnen helfen soll, dem Kind den Umgang mit der Trennung zu erleichtern. Beide Eltern besuchen ihn nach Möglichkeit in getrennten Parallelgruppen.
Quellen: https://www.lmu.de/edu/de/lehrstuehle/allgemeine-paedagogik-und-bildungsforschung/forschung/kinder-im-blick-kib/
• Kinder aus der Klemme: Kursprogramm für Familien in hochstrittigen Trennungssituationen, ursprünglich aus den Niederlanden. Ziel ist, die Bedürfnisse der Kinder wieder in den Mittelpunkt des elterlichen Handelns zu rücken. Der Ansatz ist multifamilientherapeutisch: Eltern und Kinder arbeiten in parallelen Gruppen, mit systemischen und erfahrungsorientierten Methoden.
Beispielquelle: https://www.jugendwohnen-berlin.de/therapeutische-hilfen/multifamilientherapeutische-angebote/kinder-aus-der-klemme/
• Clearing: In der Jugendhilfe ein diagnostisches Verfahren, das die Lage einer Familie klärt, den Hilfebedarf ermittelt und die geeignete Maßnahme bestimmt. Es endet oft mit einem Bericht mit Empfehlungen und dauert je nach Auftrag etwa 8 bis 12 Wochen. Der rechtliche Rahmen sind die Hilfen zur Erziehung nach § 27 SGB VIII mit der Hilfeplanung nach § 36 SGB VIII.
https://www.gesetze-im-internet.de/sgb_8/__27.html
• Wohlverhaltenspflicht: Nach § 1684 Abs. 2 BGB haben beide Eltern alles zu unterlassen, was das Verhältnis des Kindes zum jeweils anderen Elternteil beeinträchtigt.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1684.html
• Abänderung von Umgangsregelungen: Nach § 1696 Abs. 1 BGB kann eine gerichtliche Entscheidung oder ein gerichtlich gebilligter Vergleich nur aus triftigen, das Wohl des Kindes nachhaltig berührenden Gründen geändert werden.
Quelle: https://www.gesetze-im-internet.de/bgb/__1696.html
• Erinnerungskontakte (ERIK): Strukturierte, von einer Fachperson moderierte Begegnungen von etwa 60 Minuten zwischen einem Kind und seinem getrenntlebenden Elternteil, nach Einzelgesprächen mit beiden und zwei- bis viermal im Jahr. Sie sollen bei drohendem Kontaktabbruch die Beziehung als Mindestmaß des Kindeswohls erhalten und den Schaden begrenzen. Das Konzept stammt von Dr. Staub aus der Schweiz.
Quelle: https://www.erinnerungskontakte.ch/grundlagen/
Der BVEB bietet die Ausbildung im November in Berlin. Infos und Anmeldung: https://www.bveb-ev.de/der-verband/fortbildungen/
• Getrennt – Gemeinsam: Kostenlose App, mit der getrennte Eltern den Alltag ihrer Kinder organisieren können, mit verschlüsseltem Chat, Umgangszeiten, Terminen samt Änderungsverlauf und Ablage wichtiger Unterlagen. Die Inhalte stammen von der Landesarbeitsgemeinschaft für Erziehungsberatung Bayern e. V. Korrektur: Im Podcast haben wir die App als vom Bund gefördert bezeichnet. Das war ein Fehler, sie wird vom Freistaat Bayern gefördert.
Quelle: https://www.bayern.de/pdf/printpdf.php?id=48883
• Berliner Modell: Beratungsangebot des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) Berlin für Eltern und Kinder in gerichtlichen Umgangsverfahren nach häuslicher Gewalt, in Kooperation mit dem Familiengericht Kreuzberg. Eltern und Kinder werden zunächst getrennt beraten, das gerichtliche Verfahren ruht in dieser Zeit. Die Modellphase lief vom 1. Januar 2023 bis zum 31. Dezember 2025.
Quelle: https://www.berlin.de/ba-mitte/politik-und-verwaltung/aemter/jugendamt/pdfs/berliner-modell-vom-skf-flyer.pdf
Triggerwarnung
Bei Family Matters sprechen wir über Themen aus dem Familienrecht – und das bedeutet oft: existenzielle Konflikte, emotionale Ausnahmesituationen und tragische Schicksale. Es geht um Kinder, Eltern, Trennungen, Gewalt, Verlust und Entscheidungen, die ganze Leben verändern.
Auch wenn wir zwischendurch mal lachen oder rumwitzeln – manche Geschichten können wirklich belasten. Bitte hört nur zu, wenn ihr euch emotional stabil genug fühlt, mit solchen Inhalten umzugehen. Achtet gut auf euch.
Wenn euch ein Thema aus dieser Folge selbst betrifft oder belastet, holt euch Unterstützung. Familienberatungsstellen und Jugendämter helfen weiter. Kinder und Jugendliche erreichen die Nummer gegen Kummer unter 116 111, Eltern das Elterntelefon unter 0800 111 0 550.
Disclaimer
Die in dieser Folge enthaltenen rechtlichen Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen Orientierung und ersetzen keine individuelle Rechts- oder Steuerberatung. Bei konkreten Anliegen wendet euch bitte an eine Rechtsanwältin, einen Rechtsanwalt oder eine Steuerberaterin bzw. einen Steuerberater.
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Musik & Technik
Aufgenommen von Johannes Gottschick im Tiny Bay Studio BLN https://www.tinybaymusic.com
Schnitt und Produktion: Johannes Gottschick
Musik: Jan Köppl-Steiger
Das Transkript ist KI-generiert.